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Berichtigungen/ Zusähe und Zweifel.
in der mißlichen Lage, entweder noch mehr aufs Spielzu sehen, oder u. s. w." Wagner. Ich gebe zu: i .daß die Beispiele Wcchselzahn und Wechselbalg zuWechselfall nicht völlig passen, weil bei jenen von ei-nem wirklichen Wechsel des Gegenstandes ausser uns,bei diesem hingegen nur von einem Wechsel in uns, dieRede ist. Das wahre Muster zu Wechselsall ist Wech-selwinkel. Die Winkel dieses Namens bleiben auch je-der auf seiner Stelle; der bei ihnen Statt findendeWechsel geschieht nur in unserer Vorstellung , indem wirvon der Betrachtung des einen zur Betrachtung des an-dern übcrgehn; und beide sind, wie die Fälle einer Alter-nalivc einander gerade entgegengesetzt. Aber freilich müß-te man denn auch, dieser Achnlichkcit zufolge, nicht Wech-selfall in der Einzahl, sondern Wechsclfalle in der Mehr-zahl für Alternative sagen, weil, wie bei den Wechselwin-frln, nicht ein, sondern zwei einander entgegengesetzteFalle gemeint werden, deren Vorstellung in der Seeledessen, welcher wählen soll, abwechseln. 2. Daß aber auchdie Ausdrücke Nothwendigkeit und mißliche Lage oft, viel-leicht in den meisten Fällen, ganz bequem für Alterna-tive gesetzt werden können. Ob nun aber übrigens derneue Ausdruck Wechselfalle, nach der Aehnlichkcit vonWechselwinkel gebildet, nicht auch, neben jenen, dafürgebraucht werden könne, stelle ich meinen sprachkundi-gen Richtern zur Beurtheilung anheim.
Seite in ju Amnestie. „Mir scheint das Nichtgeden-ken besser, als das Uneingedenken zu sein. Es ist wohl-klingender, als dieses, und nähert sich dem Nichterwah-rien (wofür es auch oft gesetzt wird), welches doch ei-gentlich gemeint ist, oder, daß ich recht sage,-nur ge-meint sein kann, da das sich nicht erinnern oder dasvergessen nicht in unserer Gewalt steht. Daher man auchsagt: ich kann es verzeihen, abernicht vergessen." Trapp.
Ebend. zu Amphibien. „Wie warelks , wenn wir sie kalt-rothblülige Lungcnkhiere nennten? Durch das erste Merk-mahl werden sie von den warm-rothblütigen und denweissblütigcn Thieren, durch das zweite, die Lungen,von den Fischen unterschieden. Man kann einwenden:dis sei eine Beschreibung, keine Benennung; abersind zweilcbiges Thier, beidlebiges Thier, doppellebigesThier, nicht auch Beschreibungen? Um es nicht zu sein,müßten sie etwa lauten: ein Zweckeber, Bccdleber, Dop-pelleber; aber wer wird diese Ausdrücke wagen? Ohne-hin passen sie in beiderlei Gestalt, wie der Vers. gezeigthat, ebenso wenig als Arnphibiurn, auf das, wasdie Naturkündigcr, seit Linneus, unter diesem Grichi-schen Ausdrucke verstehen." Trapp. Der Ausdruck:kalt-rothblütiges Thier, mag, als wissenschaftliches Kunst-wort, in einem Lehrgebäude der Naturgeschichte brauch-bar sein; für jeden andern, mündlichen oder schriftli-chen Vertrag ist er zu schwerfällig und unbehülflich. Fürden gemeinen Gebrauch scheint mir der minder genaubestimmende, aber kürzere Ausdruck, doppellebiges Thier,
oder auch, wenn man will, Doppclleber, den Vorzugzu verdienen.
Seite 11 2 Sp. 2.Z. 11, und 12. v. 0. im Gegensatze mußin Gegensatz, wie in Betracht, heißen, weil dieser Aus-druck die Stelle eines Ncbenworts vertritt. S. die An-merkung zu Abandoniren.
Seite 117. „Hieher, oder unter rectus, gehörte auch An-gulus rectus. Dieses sollte nicht rechter Winkel, son-dern Rechtwinkel heißen, indem ein Winkel sehr füg-lich ein rechter (guter, ordentlicher) sein kann, ohne einRechtwinkel ( d. i. ein Winkel von 90 Grad) zu sein;eben so, wie alle Gutegroschen nicht gute Groschen,alle hohe Schulen nicht Hochschulen, und alle hohe(vornehme) Priester nicht Hochpriester sind." v. Win-te rfcld.
Seite 122 zu Apanagiren. „In Klöntrups Hand-buche der besondern Rechte fand ich für abfinden undAbfindung die Wörter abschichten und Abschichtung."Wagner. Auch Ad. hak diese Wörter, welches mirentgangen war.
Ebend. Aphorismen. „Könnte man aphoristisch«Schreib-art nicht durch sprüchliche oder auch durchSpruchschreib-art geben?" T r a p pV"
Ebend. Hier fehlt das Wort Apolog, Franz. Apologne.Die Franzosen bezeichnen damit die Acsopische Fabel in-sonderheit. Weil nun diese immer, und mehr als ande-re Fabeln, den Zweck hat, daß irgend eine Lehre oderein Unterricht dadurch anschaulich gemacht werden soll,so scheint der Ausdruck Lehrfabel, den Catel gebildethat, der Sache angemessen zu sein. Fabel kann für ein-gebürgert gelten. „Aber wie wäre nun dieses Wort infolgender Stelle, wo es von der Fabel unterschiedenwird, zu übersetzen: Cie. de invent. I. 17. (25) —quae vel apologum, vel fabulam, vel aliquamcontineat irrisionem." 2 r « p p. Hier würde ich Apo-logum durch Fabel überhaupt, und Fabula durchMährchen übersetzen, weil (wie aus den folgenden Wor-ten erhellet: aut, si rei dignitas adimet jocandifacultatem) unter beiden hier eine scherzhafte Erdich-tung verstanden wird.
Ebend. zu Aposiopesis. „Mit Einem Worte: die 25 er-schweigung." Trapp.
Seite 124 zu Apperception. „Wahrnehmung undWahrnähme sind einerlei. Wahrnehmung ohne Bewußt-sein ist keine Wahrnehmung; also ist Wahrnehmungmit Bewußtsein ein Ueberfluß (Pleonasmus), wie Um-gang mit Menschen, practische Regel u. dergl. Dis istmeine Ansicht der Sache." Trapp. Wahrnehmung undWahrname sind wie Erwerbung und Erwerb, Besu-chung und Besuch, Schreibung und Schrift u. s. w.verschieden. Die ersten bezeichnen die Handlung, dieandern das dadurch gewirkte. Es ist hier übrigens vondem Wolfschen Lehrgebäude die Rede, in welchem es
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