Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
287
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Berichtigungen, Zusätze und Zweifel.

in Rücksicht, in Erwägung, in Hinsicht u. s. w. Al-so auch in (nicht im) Betracht (respectu), inallgemeinen (generalement), in kurzen (bre-viter), in großen, in kleinen, in Scherz, inErnst, in voraus, anbei, annoch, von vorn,von hinten, v o n Belang, be i Gott! zu Haus,zuvor, zu Werke gehen, zu Lande f zu Was-ser, zu Pferde u. s.w. Freilich spricht man, die-ser Regel zuwider, zum voraus; aber sollte manso sprechen? besonders da jedermann, so viel ichweiß, in voraus, niemand im voraus, sagt.Es wurde übrigens gar nicht übel sein, wenn wirdie in dieser nebcnwörtlichcn Verbindung stehendenSachwörter (8ubstantiva)samt und sonders kleinschrieben und mit dem Vcrhaltnißworte zusammenzögen, so wie wir es bei einigen (z. B. insonder-heit) zu machen schon langst allgemein gewohnt sind.

Seite 85 unter Abecediren.Lullen dafür zu sagen,scheint mir deswegen nicht thunlich, weil dieses nichtbloß das Singen ohne Worte an sich, sondern dassanfte, einschläfernde Singen bedeutet." Trapp. Die-ser Ncbenbegriff wird doch wol nur erst mit dem zusam-mengesetzten einlullen verbunden.Aber bei dem Abe-cediren wird nicht bloß gelullt, sondern es werden die-jenigen Buchstaben, welche die Töne bezeichnen, dabeideutlich ausgesprochen." Zitzmann. Dieser Einwurfscheint mehr Gewicht zu haben. Die ausgesprochenenNamen der Buchstaben sind wirklich, wenn gleich nichtWorte, doch Wörter. Es wird also wol bei abeceenoder abecedeen für abeediren sein Bewenden habenmüssen.

Seite 9 2- unter Actie.Daß man Stocks bisher auf dieEnglischen Staats-actien beschränkt hat, rührt wol vor-züglich daher, weil es in dieser Bedeutung aus Eng-land zuerst wieder zu uns gekommen ist; und dis scheintmir guch die Ursache, warum.wir uns an den PluralStocks gewöhnt haben; denn warum sollten wir nichtStöcke sagen können, da doch Bienenstöcke u. s.w. ganzgebräuchlich sind?^ Wagner. Ich muß das könnenzugeben, möchte aber doch nicht der erste sein, der vonStöcken in dieser Bedeutung redete.

Seite 102 zu Aggregat.Sollte das vieler in die Ab-markung (Definition) dieses Begriffs gehören? Ichzweifle; und daher kann ich weder Angehausc oder Ge-häuse noch Anhäufung billigen. Der allgemeinste undzugleich bestimmteste Ausdruck ist vielleicht Gecin, oder,so lange dis nicht gebräuchlich ist. Verein. Dis paßtauf ein Bund Stroh, ein Mandel Gier u. s. w.so gut,als auf Gegenstände der Naturkunde u. s. w. Für Ag-gregation sagte man nach diesem Vorschlage Einungoder Vercinung, nicht Einigung, nicht Vereinigung."Trapp. Mir scheint die Bestimmung viel zu dem Be-griffe Aggregat (sowol der Abstammung, als auch demSprachgebrauche nach) allerdings zu gehören. Deswe-

gen muß ich die Ausdrücke Gehäuse, Angehause undAnhäufung dennoch vorziehen.

Seite 103 zu Agraffe.Agraffe ist auch ein männlichesPutzstück. Die Schleifen an den Hüten der Officiere bei-ßen so." v. W i nt e r fe l d. Für diesen Fall paßt dievon mir, neben andern, angegebene Verdeutschung durchHutschleife.

S. 102.Aggregirenvermisse ich. Man sagt: dcrPrinzN. N. stand als aggregirter Hauplmann bei dem Re-gimente N. 3 ?., d. i. er that dem Regimente (einstwei-len) Dienste, ohne ihm einverleibt zusein." v. W in-te rfcld. Also etwa: als zugegebener oder als beige-sellter Hauptmann.

Seite 104 5« Albinos.Albinos und Cretins sind sehrverschieden. Ich berufe mich, die letzten betreffend, aufden Artikel Cretins in der Encyclopedie, und aufebendenselben Artikel in diesem Wörtcrbuche." v. Win-terfeld. Auch habe ich die Cretins nur eine ähnlicheAusartung genannt.

Seite 109 unter Altan.Ist Vortritt nicht zu unbestimmt,da es auch eine Erhöhung vor dem Zimmer im Hausebezeichnen kann? Sollte nicht ein Ausbau oder offnerAusbau passen?" Wagner. Dis letzte muß ich be-zweifeln; das erste gebe ich zu, und möchte nun lieberAustritt für Altan vorschlagen. Da wir schon Abtritt,für einen Ort wohin man abtritt, haben, so scheintAustritt für einen Ort, wohin man aus einem Gebäu-de hinaustritt, nicht übel zu passen.

Scite no Sp. 1. Z. 2. v. u. in diesem Betrachte.InBetracht ist, meiner Meinung nach, zu denjenigen Fäl-len zu rechnen, wo unsere Sprache eine Präposition (einVerhältnißwort) mit einem Substantiv (Sachworte) bci-wörtlich gebraucht, da denn keine Easuszcichen (Falls-zeichen) angehängt werden. Sollte es also nicht auchrichtiger sein: in diesem Betracht, ohne e, zu sagen?"Wagner. Ich zweifle. Dienebenwörtliche Verbindung,welche auch ich bei in Betracht anerkenne, findet hiernicht mehr Statt. Es ist von einem bestimmten (diesem)Betrachte die Rede; daher scheint mir das e des drit-ten Falls hier unentbehrlich zu sein.

Ebend.Wechselsall für Alternative kann, glaube ich,weder durch Wechselzahu, noch durch Wechselbalg ge-rechtfertiget werden. Jener ist ein Zahn, der mit einemändern wechselt, dieser ein, statt eines andern, unter-geschobenes Kind; und Wechsellfall soliden Zustand derDinge bedeuten, da ich gezwungen bin, von zwei Fäl-len einen zu wählen. Es ist also nicht sowol von denFallen selbst, als von dem Zustande, der Nothwendig-keit, der mißlichen Lage die Rede, worin sich derjenigebefindet, der unter jenen Fällen wählen soll. Das Heerbefindet fich in der Alternative, wird, meiner Meinungnach, völlig durch: es befindet sich in der Nothwen-digkeit, in der mißlichen Lage, ausgedruckt; so wie aufdie nämliche Art gesagt werden kann: er befand sich

in