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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
286
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286 Berichtigungen, Zusätze und Zweifel.

tun mag: so setze ich nun die vorssjener, wie ich glau-be, mir nachgewiesenen Regeln her, wonach ich die feh-lerhaften Verwechselungen, wo sie etwa vorkommen»gen, nachsichtsvoll zu verbessern bitte.

Ich setze, als Grundsatz, voraus, daß das m, mitden Verhältniswörtern (Praepositionen) in, an, von,bei und zu verbunden, die Stelle des bestimmenden An-deuters (Artikel»), dem, vertrete, wenigstens vertre-ten sollte; *) und sage:

i. In allen Fällen, in welchen das mit diesen Ver-hältniswörtern verbundene Wort offenbar in unbe-stimmter Bedeutung genommen wird, muß in, an,von, bei, zu, in den entgegengesetzten Fallen aberim, am, vom, zum und beim gesetzt werden.Also im Garten sein; am Leben bleiben (hierwird nämlich ein bestimmter Garten, und dasje-nige bestimmte Leben gemeint, dessen jemand ge-nießt); vom Berge herab kommen (nämlich nichtvon irgend einem, sondern von dem Berge, wo-von die Rede ist); zum Gehorsam zurückführen(nämlich zu demjenigen, den man vorher leistete);aber in Scherz, in Spott, in gebietendemTone reden (denn hier sind nur Scherz, Spottund gebietender Ton überhaupt, nicht ein beson-derer oder bestimmter Scherz u. s. w. gemeint);also auch an Geld, an Hausrath, an Grund-ei-genthum so oder so viel besitzen; zu Wasser wer-den; zu Stande bringen, zu Lande reisen, beiVerstände fein u. s. w.

s. In Fällen, wo es zweifelhaft scheinen kann, obdas mit jenen Verhältnißwörtern zu verbinde Wortin bestimmter oder unbestimmter Bedeutung ge-nommen werden soll, muß man versuchen, ob dasBestimmende, welches dem Ausdrucke fehlt, leichtund ohne Zwang hinzugedacht werden könne, odernicht; und im ersten Falle gleichfalls im, am,vom, beim und zum, im andern in, an, von,bei und zu sagen. Dieser Versuch wird dadurcherleichtert, daß man an die Stelle des mit je-nen Verhältnißwörtcrn zu verbindenden männlichenWorts ein ihm ähnliches weibliches fetzt, und sichhieraus fragt: ob man in diesem Falle bequemerder oder einer vorsetzen könne? Im ersten Fallefindet die bestimmte, im andern die unbestimmteBedeutung Statt; folglich muß dort das jn ge-setzt werden, hier nicht. Ist man z. B. zweifel-haft, ob es im allgemeinen Sinne oder in all-

») Wollte jemand behaupten, daß das m zuweilen auch den un-hcstimmenden Andcutcr vertrete und für einem gesetzt wer-de: so würde der Sprachgebrauch ihm zwar einige Beispielezum Belege seiner Behauptung liefern; aber dieser abweichen-de Sprachgebrauch soll bier eben nach der Regel der Sprach-ühnlichkcit berichtiget werden, und die Sprach-ahnlichkeit je»wiichst aus dc» Uebereinstimmung der meisten Fülle.

gemeinem Sinne, ferner, db es im figürlichenVerstände oder i n figürlichem Verstände, heißenmüsse: so setze mau in Gedanken, statt der Wör-ter Sinn und Verstand, das weibliche WortBedeutung; und man wird sogleich finden, daßim ersten Falle bequemer in der allgemeinen Be-deutung, als in einer, im andern hingegen be-quemer in einer figürlichen Bedeutung, als inder gefetzt werden könne (weil es nur Eine all-gemeine , aber oft viele figürliche Bedeutungen ei-nes Worts gibt, jene also auch ihrer Natur nachbestimmt ist, diese nicht); folglich muß man auchim allgemeinen Sinne, aber in figürlichem sa-gen. Dieser zweiten Regel zufolge scheint mirKlop stock Unrecht zu haben, wenn er:

Die Nacht in Gebete durchwachen schreibt.Denn wenn man hier das sächliche Wort, Gebet,mit einem weiblichen Angst, Noth oder Be-trübniß in Gedanken verwechselt, so fühlt je-der sogleich, daß man eher: die Nacht in derAngst, in der Noth, in der Betrübniß, als ineiner Angst, in einer Noth, in einer Betrübnißdurchwachen, sagen könne. Es scheint daher auchim Gebete heißen zu müssen. Der Einwurf: daßdas Gebet hier gleichwol nicht bestimmt sei, istnur scheinbar; es ist wirklich, wenn gleich nichtvon allen Seiten, doch von vielen, und zwardurch den Zusammenhang, worin es vorkommt,bestimmt. Wir wissen z. B. von ihm, daß es dasGebet der, und keiner andern Person war; daßes ein langes, und kein kurzes war, weil es ei-ne ganze Nacht ausfüllte; daß es (wie sich vonder Person des Betenden und aus der Lage der-selben schließen läßt) ein inbrünstiges Gebet waru. s. w. Lauter Bestimmungen, bieder Zusam-menhang hinzudenken läßt! Nach eben dieserRegel muß es nun auch i m Stiche, nicht inStiche lassen, heißen, weil wirklich, so oft wirdiese R. a. gebrauchen, "von einem bestimmtest Sti-che (einer bestimmten Noth oder Gefahr) die Redeist, wenn das Bestimmende gleich nicht ausdrück-lich angegeben wird. Es wird nämlich der Stich(die Gefahr, die Noth) gemeint, wovon die Re-de ist, der, worin die Person sich jetzt befindet.Ucberall, wo aus der Verbindung jener Verhalt-nißwörter mit einem andern Worte ein Ausdruckerwachst, der die Stelle eines in unserer Sprachefehlenden Umstands-oder Nebenworls (Adverbii)vertritt, muß man in, an, von, zu, bei, nichtim, am, vom, zum und beim sagen, weil dasdamit verbundene Wort alsdann in keiner be-stimmten Bedeutung genommen wird, und weilin eben diesem Falle die weiblichen Wörter bestän-dig ohne Andeuter (Artikel) gesetzt werden, z. B.