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2 (1808) F - Z
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Verb

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v

lassen, zu bekennen, daß er die Fehler und Mangel deralten Kunstwörter, so wie die Begriffe, welche durch dieseKunstwörter bezeichnet werden sollen, sehr scharfsinnigund richtig entwickelt hat. 'Dic Holländer haben Ver-bum durch Werkwoord, (Werkwort oder Handlungs-wort) übersetzt. Nicht übel; noch besser aber würdenwir im Deutschen vielleicht Wirkwort, d. i. ein Wort,welches ein Wirken anzeigt, dafür sagen. Dis hat auch,wenn ich mich recht erinnere, Cludius vorgeschla-gen. Ramlcr hat Handlungswort vorgezogen:Manmacht dergleichen Pcrsonenwörker von Handlungswör-tern, wie wir die Zeitwörter gleichfalls nennen können."

Verbum aetivum. Dis hat Gottsched durch Zeit-wort der thätigen Gattung umschrieben; sehr schleppend!P o p o w i t sch hat wirkendes Zeitwort dafür gesagt; al-lein dagegen laßt sich einwenden, daß das Zeitwort selbstnicht wirkt, sondern nur ein Wirken anzeiget. Klop-sto ck nennt (in den Gram. Gesprächen) das Activumdie kurze, das Passivum die lange Form; vermuth-lich, weil die letzte in den meisten Zeiten mehr Silben,als die erste gebraucht. Allein dis ist erstens nicht all-gemein wahr, denn amari hat eben zo viele Silben undBuchstaben, als amare; legi sogar weniger als le-gere; und dann scheint es zweitens nicht wohl gethanzu sein, die Benennung von einem zufälligen äußernMerkmahle herzunehmen.Ich selbst habeThatzeitwortdafür zu sagen versucht.

Verbum anomalon oder anomalum, ein unregelmä-ßiges oder abweichendes Zeitwort.

Verbum auxiliare, ein Hülfszeitwort. Die Latein.Sprachlehrer haben das Hülfszeitwort esse auch Ver-bum substantivum , das selbständige Zeitwort genannt,weil es zu seinen Abwandlungen nur seiner selbst undkeines andern Zeitworts bedarf.

Verbum deponens. Ich habe Zwitterzeitwort dafürvorzuschlagen gewagt, weites der Bedeutung nach einactivum, der Form nach, ein passivum ist, also bei-de in sich vereinigen

Verbum frequentativum, cinWicderholungszeitwort,d. i. ein Zeitwort, wobei die Wirkung, die es bezeich-net, als oft wiederholt gedacht wird.

Verbum impersonale. Einige haben unpersönliches,andere drittpersönliches Zeitwort dafür gesagt; jene,weil es nicht den Personen nach abgewandelt werdenkann, also auch nicht, wie andere Zeitwörter, die erste,zweite und dritte Person bezeichnet; diese, weil es, derForm nach, nur in der sogenannten dritten Person üb-lich ist.

Verbum neutrum. In der Fruchtbringenden Gesell-schaft, sagte man mittelstandiges Wort dafür. Sehrdunkel! Zeitwort der Mittelgattung. Gottsched.Schleppend! Das mittlere Zeitwort. P o p o w i t sch.Mittelwort. Ad. Allein das ist das Neutrum über-haupt. Hier müßte man also Mittelzeitwort sagen.

Verg

Verbum passivum, ein Zeitwort in der Form des Lei-dens. Diese Umschreibung ist, zwar nicht kürzer, aberdoch richtiger als die Gottschedsche: Zeitwort der leiden-den Gattung. Denn diese Wörter-art oder die Gat-tung selbst leidet ja nicht; sie druckt nur ein Leiden aus.Aus eben diesem Grunde kann ich auch die von Pop o-witsch und andern beliebte Benennung: leidendesZeitwort, nicht für eine gute erkennen. Eher würdemir noch Leidenswort rrrraglich dünken. Aber wir ha-ben ja leidentlich, und können also auch leidentlichesZeitwort sagen. Ad. schreibt leidendlich, und leitet essonach von leidend, und nicht von leiden, ab. Allein

. da würde dieses Wort das einzige in seiner Art sein,weil ich kein anderes in unserer Sprache finde, welchesaus einem Wechselworte (Participio) der thätigen Formund der Endsilbe lich gebildet wäre. Ich ziehe daher dieSchreib-art leidentlich (wie wesentlich) vor.

Verbum reeiproeum. Man hat dafür ein zurückkeh-rendes, zurückwirkendes und rückgängiges Zeitwort ge-sagt. Allein alle diese Benennungen scheinen nicht so-wol das Verbum reciprocum selbst, als vielmehr nurdie dadurch auszudruckende Begriffs-art zu bezeichnen,weil nicht jenes, sondern nur diese, als etwas zurück-kehrendes u. s. m. gedacht werden kann. Jenes deutetnur auf etwas zurückwirkendes. Ich glaube daher, daßman eher zurückdeutendes, abgekürzt rückdeutendes Zeit-wort oder auch Zurückwirkungswort dafür sagen müsse.

Verbum transitivum, heißt zwar wörtlich, ein über-gehendes; aber da nicht das Zeitwort selbst, sonderndie dadurch bezeichnete Handlung, von dem Handelndenauf den äußern Gegenstand übergeht, so würde man eSrichtiger ein übertragendes nennen. Aber das könnteauch ein rnetapboriscbes heißen. Wollen wir also et-wa ein überleitendes sagen?

Verchamerireu (fpr. verfchameriren), in der Volksspra-che, verlieben. Diejenigen, welche jenes verdreheteWort gebrauchen, wollen eigentlich verfchameriren sa-gen, d. i. sich durch Scharmiren oder Aeugeln in denZustand der Verliebtheit stürzen; also etwa, sich ver-augeln.

Verclausuliren, umschranken, bedingen, durch nähereBestimmungen und Einschränkungen verwahren.

Verdestilliren, verdünsten lassen; uneigentlich vergeu-den, verschwenden, durchbringen, Verspillen.

Vergalopiren, sich übereilen, verstoßen oder einen Ver-stoß begehen, sich verlaufen.£> daß ist prächtig, daßer sich doch zuletzt noch verlaufen mußte!" Kinderbiblio-thek. HeynaH sagt: daß man in Niedersachsen aucheinplumpen dafür spreche:Dieser Magdeburger plumptnicht selten ein." Diese R. a. gehört indeß, wenn sieirgendwo üblich ist, nicht zu den edleren.

Vergette (spr. Wergette). Ki nderli ng hat Haarschurdafür angesetzt; allein r. bedeutet Schur die Handlungdes Scheerens, nicht das Geschorne; und 2. wird

nicht