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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
279
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Vege

Vene

Veni

Verb

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Was verstunden die Alten durch die Animam vegc-tativam ? Die nährende oder wachsthümliche Seele."Hoffmann von nat. Dingen. Ich würde aber dochlieber die Pflanzenseele dafür sagen.

Vegetation, derPflanzenwachsthum, die Wachsthums-oder Wachsekraft; das Pstanzenlcben.

Vegetiren, ein Pstanzenlcben führen.

Vehement, heftig. .

Vehemenz, ^ranj. Vehemence, die Heftigkeit.

Vehikel, Lat. Vehiculum. Heynah hat Zuführungs«Mittel dafür angesetzt, welches nur den Fehler hat, daßes etwas schwerfällig ist. Leichter und gefälliger klingtFahrmittel, welches andere dafür versucht haben. Mankönnte auch wol Gelegenheitsmittel dafür sagen, weilein Vehikel nichts anders ist, als ein Mittel, etwasnebenbei, also gelegentlich, zu seiner Bestimmung zubefördern. Wir pflegen ja schon im gemeinen Leben einFuhrwerk, welches nicht unser eigenes ist, und welcheswir nicht eigentlich für uns gemiethet haben, eine Gele-genheit zu nennen. Wir verreisen mit Gelegenheit, wirversenden mit Gelegenheit, was nicht mit einer eigendsdazu gemietheten Fuhre oder mit derPost verschickt wird.Es scheint also, daß Gelcgenheitsmittel den Begriff ei-nes Mittels, etwas mit guter Gelegenheit zu seiner Be-stimmung zu befördern, gar wol bezeichnen kann.Der verkappte Re ali s de D i e n n a hat es buchstäblichdurch Fuhrwerk übersetzt:Die Sprache ist der Landes-ehre Fuhrwerk." Mertian hat Uebertragungsmitteldafür gebraucht.

Venal, käuflich, feil.

Venalität, die Käuflichkeit, Feilheik.

Vene, Lat. Vena. Mit dieser Benennung bezeichnet mandiejenigen Adern, welche das Blut wieder zum Herzenzurückführen, nachdem es durch die Schlag-adern (Ar-terien) von demHerzen weg nach allen Theilen des Kör-pers fortgeleilet worden ist. Man kann daher jene , wiees auch von einigen geschieht, die zurückführenden Adernnennen. Blut-adern, welches man im gemeinen Lebendafür hört, ist ein schlechtbezeichnender Ausdruck, weildie Schlag-adern eben sowol, als die Venen, Blutenthalten.

Venerabile, das Hochwürdige, in der Röm. Kirche diezur Verehrung vorgezeigte geweihte Hostie.

Venerable (spr. wcncrabl) ehrwürdig, verehrungswur-dig; auch verehrlich. Dis letzte, eigentlich O.D. Work,hat Wie land oft gebraucht. Es paßt besonders da,wo uns verehrungswürdig zu viel zu sagen scheint.

Veneration, die Verehrung.

Veneriren, verehren. Luther sagte ehrwürdigen da-für. S. Salzmanns sonderbare Worte aus denenSchriften des Hrn. Martini Lutheri. Naumburgk1664.

Venerisch. Schotte! hat lusisüchtig, wie schwind-süchtig, von Lustseuche dafür gebildet. Allein 1. sagt

man nicht Lustsucht, sondern Lustseuche; dieAbleitungmüßte also auch von diesem, nicht von jenem gemachtwerden; 2. würde lustsüchtig, nach der Aehnlichkeit mitehrsüchtig, schmahsüchtig u. s. w. eher einen, der eineunmäßige Begierde nach Lust empfindet, als einen, deran den Folgen dieser Begierde leidet, bezeichnen können.Lustseuchig würde den Begriff besser bezeichnen; nurSchade, daß es aus so unangenehmen und schweraus-zusprechenden Tonen zusammengesetzt ist.

Venia aetatis, die Mündigsprechung einer Person, diedas gesetzliche Alter dazu noch nicht erreicht hat. Er hatveniam aetatis erhalten, er ist, ohne Rücksicht aufsein Alter, für mündig erklärt worden, er ist für früh-mündig (wie frühreif) erklärt worden.

Ventil, eine Klappe oder auch ein Stöpsel in einer Röh-re, welche einen flüssigen Körper zwar hinein, aber nichtwieder zurücklassen soll. Luftklappe, welches A d. da-für anführt, paßt nur insofern es in einer Klappe be-steht; ist es aber ein Stöpsel, so müßte manLuskstöpseldafür sagen. Andere haben Windklappe dafür versucht.Aber alle diese Ausdrücke passen nur, wenn die dadurcheingelassene und zurückgehalteneFlüssigkeit Luft i'r. Fürdie allgemeinere Bedeutung weiß ich uur Einlaßklappeund Einlaßsiöpsel vorzuschlagen.

Ventilator, das Windrad. Ad.

Ventiliren, verhandeln, abhandeln.

Veraceisen, versteuern. ©.Accise.

.Verbal, wörtlich; der Gegensatz ist real, sachlich oderdinglich. Man kann beide auch durch Zusammensetzun-gen mitWort undSache verdeutschen, z.B. einWort-und Sach-unterschicd.

Verbaldefmition, eine Wort - erklarung. ©. Realde-finition.

Verbotenus, wörtlich, z. B. etwas auswendig lernenoder hersagen.

Verbum, in der Sprachlehre. Schon unsere ältern Deut-schen Sprachlehrer, z. D. Schotte! und andere, habenZeitwort dafür gesagt, weil diese Wörter, unter andernEigenthümlichkeiten, vornehmlich auch die haben, daßsie zugleich mit andeuten, ob die dadurch ausgedruckteHandlung in der gegenwärtigen, vergangenen oder künf-tigen Zeit gedacht werden soll. Dieser Ausdruck ist nunzwar freilich wol etwas bestimmter, als der ganz unbe-stimmte Lateinische, Verbum, welcher weiter nichtsals Wort bedeutet; allein es läßt sich doch die gegrün-dete Einwendung dagegen machen, daß es mancherleiandere Wörter gibt, welcheZeiten bezeichnen, und dochkeine Verba sind, z. B. Tag/ Woche, Jahr, Jahr-hundert, heute, gestern u. s. w. Mertians neueKunstwörter der Sprachlehre überhaupt, und darunterdie Benennung Bind-umstand, für Verbum, habenkeinen Beifall gefunden, ungeachtet man diesem denken-den Sprachforscher die Gerechtigkeit muß widerfahren

lassen,