Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
281
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Verli

Vers

Vert

Verp

nicht jedes geschonte Haar, sondern nur geschornes Vor-derhaar Verkette genannt. Da Vergelte eigentlicheine Bürste bedeutet, so könnte man wol Bürsteichaardafür sagen.

Verhypotheciren, verpfänden oder verschreiben, z. B.einHaus oderGrundstück, für eine aufgenommene Sum-me Geldes.

Verilication, die Bewahrung, Beglaubigung, Beur-kundung oder Beurkundigung.

Verilieiren. Man hat bewahrheiten dafür einzuführengesucht; allein ich suche umsonst die Sprach -ähnlichkeit,wodurch die Bildung dieses neuen Worts gerechtferti-get werden könnte; ein Beispiel nämlich von einem Zeit-worte, das von einem Sachworte (wovon es bisher keineinfaches Zeitwort gab) und der Vorsilbe be gebildetwäre. Nur in der niedrigen Volkssprache finde ich die-se Bildungsform, aber auch mit einer Bedeutung ver-knüpft, die hier nicht passen würde; z.B. in demBür-g c r s ch e n:

Ich will euch beschenien.

Daß euch die St**ße glühen.

Hicnach würde: ich will dich bewahrheiten, so viel hei-ßen, als: ich will dir lehren, mir von Wahrheit vor-zuschwatzen, oder etwas ähnliches. Ich kann es dahernicht billigen, wenn man bewahrheiten für verdickensagt. Wozu auch dieses neue Wort, da wir mehr alsEinen anerkannt guten Ausdruck in unserer Sprache ha-ben, wovon bald der eine, bald der andere dafür ge-braucht werden kann; z.B. darthun, belegen, beglau-bigen, beurkunden. Luther hat mehrmahls bewah-ren dafür gesagt:Paulus bewährele es, daß Jesus vonNazareth der Christ sei." Apost. 9, 22.

Verinteressiren, 1. verzinsen, 2. die Zinsen abwerfenoder einbringen. Es vcrinteresskt sich gut, es wirftgute Zinsen ab, es rentet gut.

Verkable (spr. weritabl) wahrhaftig, aufrichtig.

Verite (spr. Weriteh), die Wahrheit, Pn verite, inWahrheit.

Verlicenten, oder verlieentiren , versteuern.

Verlicitiren, versteigern, an den Meistbietenden verkau-fen ; aber nicht (wie in öffentlichen Anzeigen zur Schän-dung unserer Sprache noch immer gesagt wird) meist-bictend verkaufen.

Verpallisadiren, verpfahlen. v. Ayerhoffhat ver*bollwerken, welches zwar eigentlich, nicht, tmi Palli-saden oder Schanzpfählen, sondern, mit einem Boll-werke verwahren oder befestigen bedeutet, aber uneigcnt-lich genommen eben das sagt.

Verpönen, eine Strafe worauf setzen, durch Strafge-setze verbieten.

Verproviantiren* Oft können wir versorgen dafür sa-gen. Ich habe mich auf ein ganzes Jahr mit Thee,Kaffee, Wein u. s. w. versorgt. Eine Festung verpro-2. Band.

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viantircn, heißt, sie mit Lebensmitteln versorgen. Be-mundvorrathen, welches neulich ein Schriftsteller (Reisenach Portugal vom Düc Chatelct, aus dem Franzö-sischen) dafür sagte, ist in sedem Betrachte unausstehlich.

Versalbuchstaben, große Anfangsbuchstaben.

Versatilität, die Fähigkeit oder Fertigkeit schnell undleicht aus einer Lage, Form, Handlungs- Meinungs-und Gesinnungsart in die andere überzugehen. Es wirdgewöhnlich in schlimmer Bedeutung genommen ; und fürdiese haben wir Wandelbarkeit und Schlüpfrigkeit, nurdaß dieses letzte gewöhnlicher für Wollust-athmend oderUnzüchtigkeit genommen wird. Allein zuweilen scheintdas fremde Wort doch auch in gutem Sinne genommenzu werden, wie z.B. in folgender Stelle:Die Ver-satilität des Geistes verliert sich, glaube ich, von sei-nen (des Menschen) Eigenschaften am ersten." Hierscheint unser Gewandtheit oder Geschmeidigkeit dafürzu passen.

Versifex, ein Versmacher; auch Versler.Weil diemeisten Liebesversler schlechte Dichter sind." Ein Un-genannt. in der Hamb. neuen Zeit.Das verklei-nernde Zeitwort verseln, schlechte Verse machen, ist zwarnoch nicht eingeführt; aber ein verkleinerndes Personen«wort hat man schon davon gemacht, und eine» Verse»schinierer einen Versler genannt." Ramler.

Versiiieateur ober Versificator, ein Verskünstler. WieVersifex und Versificator verschieden sind, so auchVersmacher (oder Versler) und Verskünstlcr. Das er-ste schließt den Nebenbegriff des Verächtlichen ein.

Versilication, der Versbau.

Versificiren, Verse machen, welches mit dichten nichtverwechselt werden muß. Er ist zwar ein guter Dichter,kann man sagen, aber er versteht sich nicht aufs Verse-machen oder auf den Versbau. Die Achnlichkeitsregelwürde auch Versen für versificiren zu sagen gestatten.Er hat zwar Uebung im Versen, aber keine Fähigkeitzum Dichten, könnte man sagen.

Versikel, oder gar Versiert!, ein Spruch, oder Versaus der Bibel.

Version, die Uebersetzung.

Verstreu, antwortet r. unserer R. a. imSpiele sein oderauf dem Spiele stehen; z. B. darunter versirt meineEhre, d. i. sie steht dabei auf dem Spiele. 2. In ei-ner Sache wohl oder wenig versirt sein, heißt, wohloder weirig darin bewandert sein, viel oder wenig Ue-bung darin haben.

Verre! wende um, oder schlage um, nämlich das Blatt.Man pflegt dis am Ende der Seite durch ein bloßes V.anzudeuten. Diejenigen, welche zu erkennen geben wol-len , daß sie auch einige Französische Wörter gelernt ha-ben, pflegen die Buchstaben T. S. V. P., d. i. tour-nez, sil vous plait, schlagt um, Wenns euch be-liebt, dafür zu setzen.

Nn

Verbi-