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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Vani

Vatid

Vede

Vanille (spr. Wanillje), ein feines Gewürz, welches be-sonders zur Schokolade gebraucht wird.

Vanität, die Eitelkeit, Vergänglichkeit.

Vapeurs, in allgemeiner Bedeutung, Dünste; dann auchBlähungen, wofür man auch Spannungen sagt, un-geachtet diese, genau genommen, nur erst die Folge oderWirkung der Vapeurs sind; uncigentlich das, was dieEngländer Spleen, wir üble Laune, und die N. Deut-schen Schrullen nennen. S. Spleen.

Varia, allerlei, Vermischtes.

Variable (spr. wariabl), veränderlich, abwechselnd.

Varianten , verschiedene Lese-arten.

Variation, die Veränderung, Ab-änderung, die Ab-art. In der Tonkunst bedeutet Variation eine verän-derte Gesangsweisc (Melodie), welche mau auch mitdem Deutschen Worte, Veränderung, bezeichnet.Maukann zu einer Folge von Harmonien oderAccordcn meh-rere (mehre) Melodien setzen, die alle nach den Regelndes harmonischen Satzes richtig sind. Wenn also eineMelodie von Saugern oder Spielern wiederholt wird,so können sie das zweite mahl vieles ganz anders, alsdas erste mahl singen oder spielen, ohne die Regeln desSatzes zu verletzen; geübte Tonsetzer aber verfertigenbisweilen über einerlei Harmonien mehrere Melodien,die mehr oder weniger den Charakter (das Eigenthüm-liche) der ersten beibehalten. Für beide Falle gebrauchtman das Wort Variation, das wir durch Verände-rungen ausdrucken." Sulzer.

Varietäten, Mannigfaltigkeiten; in der Naturgeschich-te, Ab-arten.Diejenigen erblichen Eigenthümlichkei-ten, die nicht claffifisch sind (nicht zu Klassenzeichen ge-macht werden können), weil sie sich nicht unausbleiblichfortpflanzen." Kant.

Variiren, abwechseln, verschieden sein.

Vasall, ein Lehnsmann, Lehnstragcr, Dienstmann.

Vasallagium, die Dienst - oder Lehnspsticht.

Vase (spr. Wase). Das Wort an sich antwortet bloß un-serm Deutschen Gefast. Wir sind aber gewohnt, dabei

' au ein Gefäß in schöner runder Form zu denken, wel-ches als Zierrath gebraucht wird. Diesen Nebenbegriffweiß ich nicht anders als durch das Wort Kunst anzu-deuten; also Kunstgefaß, wenn.man will. Andere ha-ben auch Prachtgefaß dafür gesagt, welches mir aberweniger gefallt, weil Pracht hierzu viel sagt.

Vaticiniren, weissagen.

Vaudeville (spr. Wodewiel), eine Art Franz. Lieder, inDeutschland unter dem unpassenden,, und seiner letztenHalste nach, völlig dunkeln Namen, Gassenhauer, be-kannt. Diese Benennung ist unpassend, i.weil sie et-was verächtliches bedeutet, welches bei dem Franz. Vau-deville kcinesweges der Fall ist; 2. weil sie aus einerunrichtigen Herlcitung und Erklärung des Worts Vau-deville entstanden ist. Dieses scheint zwar aus ein Lied

Vege

ju deuten, welches durch die Stadt lauft oder auf al-len Gasse» gesungen wird; allein diese Bedeutung hatman erst von der Zeit an damit verbunden, da der Ur-sprung des Vaudeville, so wie sein wahrer Name,von welchem jener nur eine Verdrehung ist, in Verges-senheit gerathen war. Ursprünglich hieß es Van (d. t.val) - de- Vire,. ein Wierthalcr. Der erste Urheberdieser Lieder-art war Basselin, Walkmüller zu Vire,iti der Normandie. Diesem gutlaunigen Manne gab derihm eigene Frohsinn Lieder ein, welche sich durch Lustig-keit, Leichtigkeit, Unbefangenheit (Naivetät), mitunterauch durch feinen Spott auszeichneten, und die dannvon den fröhlichen Bewohnern des angenehmen Wier-thals (Val-, oder nach dortiger Sprech-art, Vau-de-Vire) aufgefaßt und gesungen wurden. Als diese Lie-der sich in der Folge durch ganz Frankreich verbreiteten,und überall, besonders in der Hauptstadt, nachgeahmtwurden, bezeichnete man sie mit dem Namen der Ge-gend , wo sie entstanden waren, und nannte sie Wier-thalcr, Van-de-Vire, so wie man etwa Lieder vonoder nach Claudius gesungen, Wandsbecker nen-nen könnte. Späterhin wurde diese Benennung in

Vaudeville verdreht. S. den Vorbericht zu dem Re-pertoire du Vaudeville. Jena igoo. R eich a rdthat die Comedie en Vaudeville durch Liederspiel ver-deutscht. Diese Benennung schien mir zwar zu allge-mein zu sein, und zugleich für Dper und Dperctte zupassen; allein R. widerlegte den Einwurf durch folgen-de richtige Antwort:Beim Liederspiele ist das Liedder Zweck des Stücks , die einzige Form, die darin vor-kommt; dahingegen diese in Opern nie, in Operettenjetzt auch sehr selten und nur sehr zufällig vorkommt.Deswegen scheint mir Liederspiel noch immer gut, undfür uns Deutsche um so bezeichnender für das kleinegenre (für die kleine Gattung), da wir darin alle Ar-ten von Liedern, zärtliche, lustige u. s. w, alle auf-nehmen müssen." Wicrthalerstück oder Wierchalerspielwürde zwar noch bezeichnender, aber nicht so verständ-lich sein.

Vedette, eine Rciterwachc. Kinderling. Zu allge-mein. Vedetten sind einzelne Reiter, welche am wei-testen gegen den Feind hin (um dessen Bewegungen zubeobachten) ausgestellt werden. Ich würde daher lieberSchauwachc dafür vorschlagen, wenn dieses nicht etwaan Schaugericht erinnerte. Wo diese Erinnerung zubesorgen wäre, da könnte man Spahwache dafür sa-gen. Vedette stammt nämlich von dem Jkal. veder.e,sehen oder schauen, ab.

Vegetabilien , Pflanzen, Pflanzengewachse; zuweilenauch Pflanzenspeisen, wie wenn man sagt: er lebt vonVegetabilien.

Vegetabilisch, kann durch Zusammensetzungen mit Pflan-zen gegeben werden, z. B. Pflanzensaure, für vege-tabilische. Man hat auch wachsthümlich dafür gesagt:

Was