Stelle aus Herders Metacritie dieser Verdeutschungbeizufügen: „Transcendental. Aus der scholastischenPhilosophie hatte die Mathematik dieses Wort genom-men, um damit Gleichungen zu bezeichnen, die auf kei-ne gewöhnliche algebraische Gleichung zurückgeführt wer-den können, z. B. worin die unbekannte Größe keinengewissen Grad hat, der Exponent also eine veränderli-che Zahl ist. Und sehr nutzbar hatte dieser Begriff inder Philosophie angewandt werden mögen, indem ergerade auf den Duell transcendentaler Irrungen, dasUnstale und Veränderliche dcrTransccndcntalwortc hak-te führen können. Die kritische Philosophie, statt ihnalso zu nützen, hat dagegen den alten scholastischen Be-griff sogar transccndirt. In eine gegcnstandlose Weltgestiegen, aus welcher sie ohne Schemata nicht hinab-steigen kann, befindet sie sich in dieser so verworren,daß ihre Transcendentalphilosophie der Logic bald ent-gegengesetzt, bald als ein eigenes Vermögen und natür-liches Geschäft der Vernunft, bald als ihr ärgster Feh-ler behandelt wird. Durchs ganze Buch (die Critic derreinen Vernunft) hin herrscht dieser Doppelsinn des Wortstranscendental, so daß man nicht weiß-, ob man trans-scendiren soll oder nicht soll, indem man bald will undnicht kann, bald kann und nicht darf; am Ende aberdoch auf ein neues Transscendiren alles hinausgeht. Da-her denn auch jeder Lehrling der critischen Schule seinenMeister extransscendirk. Einer solchen Transscendenz warweder Hume, noch irgend jemand hold, der das da-her entspringende Verderben aller Wissenschaften, unddie bedauernswerthe Verschwendung der besten Seelen-kräfte aus vorigen Zeiten kannte. Wie man von einemMenschen nichts schlimmeres sagen kann, als: er hatsich selbst und alle Erfahrung überfliegen; er brütet dar-über, wie er ohne Verstand zuVerstande, und wie vorallem Denken das Denken, ohne allen Gegenstand einGegenstand möglich werde: so ist das Unternehmen, aufsolchem Luftball einer Transscendental-äsihekic, Analp-tic und Dialcctic Jünglinge ins Land des gegcnstandlo-sen Nichts zu führen, statt sie nützliche Gegenstände ken-nen zu lehren, eine Reise in den Mond bcim Schimmereines Meteors, des reinen Vernunft-unvermögens."
Transferiren, übertragen.
Transfiguration, die Umgestaltung.
Trausfiguriren, umgestalten, eine andere Gestalt geben.
Transformation, die Umbildung.
Transgression, die Ueberschreitung, Uebcrtrctung, Ue-berschritt. „Sie können diesen Ueberschritt nicht andersals im Geiste der Chicane thun." "Kant.
Transigiren, verhandeln, vergleichen.
Transitiren, durchgehen. „Er^erhob die Abgabe derdurch Schlesien transitirenclen Güter." Beguelin'sIdeen über den auswärtigen Handel. Warum nicht:der durchgehenden Güter in Schlesien, oder, der durchSchlesien weiter gehenden Güter?
Transitiv, übergehend. Verbum transitivum. S.Verbum.
Transito, in der Sprache der Kaufleute, der Durchgangoder die Durchfahrt; also Transitogütcr, durchgehen-de; Transitzoll, der Durchgangs - oder Durchfuhr-zoll. Transitohandel, der durchgehende.
Transitus oder Transitio, in der Redekunst, der Ue-Hergang von einem Gegenstände zum andern. „In derTonkunst bedeutet es den Uebergang von einem Tone ausden andern durch einen mittlern Ton, den Durchgang."Eschenburg. .
Translation, die Uebertragung, Uebersrsiung.
Translator, Franz. Translateur, der Uebersitzer, Dolb»metscher.
Translocation, die Versetzung.
Translociren, versitzen.
Transmutation, die Umänderung, Verwandelung, dieUmwandlung.
Transmutiren, verwandeln, umwandeln; dichterisch,wandeln. „Wie die Morgenröthe jeden Augenblick dieWolken um sich her wandelt." Geßner.
Transparent, durchscheinend, durchschimmernd. Mangebraucht dis Wort auch als Sachwort, ein Transpa-rent , d. i. ein durchschimmerndes Gemählde, ein Durch-sichtsbild oder Durchsichtsgemählde.
Transpiration, die Ausdünstung.
Transpiriren, i. ausdünsten; 2. bekannt oder rucht-bar werden, verlauten.
Transplantation, die Verpflanzung.
Transplantaten, verpflanzen.
Transpouiren, versitzen, z. B. in der Tonkunst, auseinem Tone in den andern.
Transport, r.dieFortschaffung, Versendung, oder dasFortschaffen, Versenden, Verfahren. Die Trans-portkosten, die Versindungskostcn, die Fracht. 2.Das, was versandt wird, wofür wir Fuhr, Fuhren,auch wol Zahl sagen können, z. B. Es sind Mehlfuhreu(ein Mchltransport) und eine Anzahl Neugeworbcncr(ein Uecrutentransport) angekommen. 3. Im Rech-nungswesen , der Ucberlrag der Schlußsumme von demEnde der einen Seite auf den Anfang einer andern.
Transporteur, in der Meßkunst, ein Werkzeug, denGrad eines Winkels zu messen, und zugleich Winkelüberzukragen. Die Benennung Winkelmesser, welche21 b. dafür anführt (S. Winkelmesser) hat die doppelteUnbequemlichkeit 1. daß das Astrolabium schon diesenNamen führt, und 2. daß nur der Eine Gebrauch desTransporteurs, daß Messen der Winkel, aber nichtauch der andere (der durch das fremde Wort allein an-gegeben wird), das Uebertragen derselben, dadurch an-gedeutet wird. Die Schlosser haben ein Werkzeug,Winkel zu messen, welches aus zwei an dem einen Endebeweglich zusammengefügten Linealen besteht, und wel«Ll 3 chrs