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Tetr
Theo
Theo
wie wenn man j. B. sagt, ein Tete ä tete mit jemandhaben, so kann man jene R. a. gar nicht gebrauchen,ohne noch ein anderes Wort, etwa Gespräch oder Zu-sammenkunft, hinzuzufügen, und sie dadurch schleppendzu machen. Hiczu kommt, daß Tete a tete in derSprache der Verliebten etwas mehr als ein bloßes Ge-spräch oder eine bloße Zusammenkunft zu bedeuten pflegt.Ich habe daher sclb-andcr dafür vorgeschlagen, welchesebenso gut als Tete ä tete, auch sachwörtlich gebrauchtwerden kann. Er hatte ein Selb-andcr mit ihr. Daßdieser Ausdruck anfangs fremd und seltsam klingt, füh-le ich so gut, als diejenigen, welche über Vorschlägedieser Art zu spötteln Beruf zu haben glauben; alleinich fühle auch mit jedem wahren Deutschen, der seineSprache ehrt, daß das Französische Tete ätete, mit-ten unkcrDeukschenWörtern, noch viel fremder und vielseltsamer klingt. An jenen Deutschen Ausdruck kann un-ser Odr sich nach und nach gewöhnen, an diesen Franzö-sischen nie, bis es aufhört ein Deutsches Ohr zu sein.
Tetracliord, ein vicrsaitigcs Tonwerkzeug.
Tetraedron, in der Meßkunst, einKörper, welcher vonvier regelmäßigen oder gleichseitigen Drei-ecken einge-schlossen ist. Burja hat das Vierflach dafür angesetzt.
Tetrarch, ein Vierfürst.
Text, 1. der Hauptsatz, oder auch die Hauptstelle, wor-über gcprcdigct wird, wofür man im £>. D. aüch derVorsprach sagt. Grundspruch würde bezeichnender sein.2. Die Hallptschrift, in Gegensatz der Anmerkungeil.Eine Anmerkung unter dem Texte, könnte man wol miteinem Worte eine Fuß-anmerkung nennen. Einem denText lesen, heißt, ihm einen Verweis oder eine Wei-sung geben. Unter Grundtext versteht man die Urspra-che der Bibel.
Theater, die Bühne oder Schaubühne; der Schauplatz.Allein dis letzte wird nur fürTheaterin uneigcntlichcinSinne gesagt, z. B. der Schauplatz seiner Tugenden.Theatrum anatomicum , die Zergliederungsbühne.
Theatralisch, bühnenmäßig.
Theist, ein Gottbekenncr. S. Deismus.
Thema, 1. der Hauptsatz, der Gegenstand einer Rede;2. in der Tonkunst, der Hauptgedanke.
Themis , dic Göttinn der Gerechtigkeit.
Theodicee, die Vertheidigung oder Rechtfertigung dergöttlichen Vorsehung in Betreff der Uebel in der Welt;also, die Gottesvcrtheidigung. DieserAusdruck ist auchschon dafür gebraucht worden. S. Demarees Got-tesvertheidigung über die Zulassung des Bösen. Leipz.1785.
Theogonie, die Götter - erzeugung oder Götter-erzeu-gungslehre.
Theokratie, das Gottesreich, oder die Gottesherrschaft,d. i. Priesterherrschaft, oder Psassenreich.
Theolog, ein GottesgcleHrter. G c r st n e r hat auch Glau-benslehrer vorgeschlagen. Freilich würde es, wenn esnicht schon gebräuchlich wäre, seltsam klingen, den lie-ben Gott zu einem Stück von Gelehrsamkeit zu machen,wie bei dem Ausdrucke Gottesgelehrtcr geschieht.
Theologie, die Gottesgelehrtheit. Wozu noch immerdas längstveraltete Gelahrthcit in dieser.Zusammense-tzung? Gottcslehrc würde auch dafür paffen; aber da,wo Religion und Theologie unterschieden werden müs-sen, ist uns dieses für jene nöthig. Gerflner meint,daß man Theologie auch durch Glaubcnswisscnschaft,so auch theologische Gelehrsamkeit durch Glaubensge-lehrsamkeit geben könne.
Theologisch, gotteslehrig. S. Äesthetisch. AuchGerstner, ein Sprachforscher in Schwaben, fragt:„Warum sollte man, um die fremden Adjective (Bcilc-gungswörter)theologisch, philosophisch, philolo-gisch, psychologisch u. s.w. nachzubilden, nicht vonLehre ein Adjectiv durch die Nachsilbe ig, lich oder sani,ableiten dürfen? — lehrig, lehrlich, lehrsam. Dadurchwürden wir ein.großes Hinderniß, das wir bei der Ver-deutschung solcher wissenschaftlichen Benennungen finden,haben können." S. meine Gründe für die Rechtmäßig-keit solcher Ableitungen an dem nachgewiesenen Orte.
Theologisiren, den Gottesgelehrten machen oder spielen.
Theopueustie, die sogenannte Eingebung der bibelschenSchriften durch den helf. Geist.
Theorem, ein Lehrsatz.
1 heoretisch. S. das folgende Theorie.
Theorie und Praxis, so wie die Bei- und Nebenwörter,theoretisch und practisch, können und müssen auch nichtin allen Fällen auf einerlei Weife verdeutscht werden.Wir haben mehre Ausdrücke dafür, von welchen der einefür diesen, der andere für jenen Zusammenhang am be-.sie» paßt. Die wörtliche Uebersetzung von Theorie, dieauch oft recht gut dafür gebraucht werden kann, ist Be-trachtung, und von Praxis, Ausübung; also theo-retisch, betrachtend oder der Betrachtung nach, prac-tisch , ausübend oder der Ausübung nach. „Das Ver-nunftrecht unterscheidet sich auch nach der Behandlungs-art in das betrachtende (theoretische) und ausüben-de (practische)." Rü d i ge r. Ost können wir fürTheorie auch Regel oder Vorschrift, für Praxis An-wendung sagen; z. B. Er versteht die Sache her Regeloder der Vorschrift nach (wofür wir aüch wol in allge-meinen sagen), aber nicht der Anwendung nach, oder,er kann sie nur nicht anwenden oder ausüben. In an-dern Fällen können wir für Theorie und theoretischUntersuchung und untersuchend oder auch abhandelndgebrauchen, z. B. der untersuchende oder abhandelndeund der ausübende Theil, kann man von einem Werkesagen, dessen einer Theil Regeln entwickelt, die in demandern Theile angewandt werden. In Einer Stelle der
vorste-