Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

Terr

Test

Test

Tete

263

fast keine andere Suppenschüsseln mehr kennt, so kannnian sich auch dieses Ausdrucks dafür bedienen. DasWort Suppe ist für eingebürgert zu halten.

Territion, das Erschrecken oder Bangemachcn.

Territorialrechte, t>ie landesherrlichen Rechte; auchGrundgercchtigkeiten, d. i. Rechte, die am Grunde undBoden kleben.

Territorium, der Grund, der Boden; überflüssiger Wei-se gebraucht man beideWörter zugleich, derGrund undBoden; das Gebiet.

Terror panicus. S. Panisch.

Terrorismus , Franz. Terrorisme, die Herrschaft desSchreckens oder durch Schrecken; alfo die Schreckens-herrschaft. Terroristen sind diejenigen, welche derSchreckensherrschaft hold sind, und sie einzuführen su-chen. Man hat in Deutschland Schreckensmänner dafürgesagt. Man kaun auch, nach der Achnlichkeit mit Blut-hund, das s weglassen, und Schreckemnänner sagen.

Tertia, die dritte Ordnung oder Klasse einer Schule.

Tertianer, ein Schüler der dritten Ordnung oder Klasse. .

Tertianfleber; ein Fieber, welches einen Tag um den an-dern eintritt, also jedesmahl am dritten Tage wieder-kehrt. Ein dreitägiges Fieber, welches man dafür hört,auch in Ad.'s Wörtcrbuche dafür angesetzt findet, wür-de eher ein Fieber bezeichnen, welches drei Tage anhält.G ö t h e hat überspringendes Fieber dafür gesagt. Wech-selfieber ist der Gattungsnahme, welcher das Tertian-fiebcr mit umfaßt.

Tertium comparationis , dasjenige, worin zwei miteinander verglichene Dinge, bei sonstiger Verschiedenheit,übereinkommen; der Vergleichungspunkt. Daturtertium, es gibt noch ein Drittes.

Terzeroi, ein Puffer oder Sackpuffcr.

Terzett, ein für drei Singestimmen gesetzter Gesang. Ichhabe Dreigesang dafür vorgeschlagen, so wie W i e l a n d(in den Göttergesprächen) für Trivium Dreiweg gebil-det hat. Ein Tonstück, nicht für Singestimmen, sondernfür drei Tonwerkzeuge gesetzt, könnte man ein Drei-spiel nennen.

Terzie, 1. in der Tonkunst der dritte Ton von einem er-sten an gerechnet. 2. In der Fechtkunst, eine gewisseStoß- art.

Test. Dieses Englische Wort bedeutet eigentlich die Pro-be; es wird aber der von Heinrich VIII. vorgeschriebeneRcligions-cid damit gemeint, den alle diejenigen schwö-ren müssen, welche ein öffentliches Amt antreten wollen,und wodurch der Schwörende vornehmlich bezeugt, daßer die Lehre von der geistlichen Obergewalt des Papstesverwirft. Man müßte Probe-eid dafür sagen, weil erzum Beweise dient, daß man kein heimlicher Katholik fei.

Testament, der letzte Wille, das Vermächtniß. Disletzte bezeichnet aber eigentlich das, was durch den letz-ten Willen gemacht wird, dasTe^at; und csgibtTe-

stamente, in welchen gar nichts vermacht, sondernnur etwas angeordnet oder den Zurückbleibenden auf-getragen wird. Um Testament mit Einem Worte aus-drucken zu können, habe ich vorgeschlagen, es durch Nach-wille oder Sterbewille zu verdeutschen. Testamentumad pias caussas, ein Vermächtnis zu milden Stif-tungen; parentum inter liberos, väterliche odermütterliche (elterliche) Anordnungen; reciprocum,wechselseitiges Vermächtnis, Erbverbrüdcrung. In derBenennung der beiden Haupttheile der Bibel, altes undneues Testament, bedeutet dieses Wort nicht den letz-ten Willen, sondern die Verfassung ; die alte und neueNeligions- oder Glaubcnsverfaffung.

Testator, der Erb-laffer. Testatrix, die Evb-lasserinn.Dis Deutsche Wort ist eins von denen, bei welchen dieNothwendigkeit, wo nicht alle, doch diejenigen Zusam-'mensetzungen, welche leicht unrichtig gelesen werden kön-nen, mit dem Theilungszeichen (-) zu versehen, weilman, ohne dasselbe, in Versuchung gerathen könnte, Er-blasser zu lesen. Man hat gegen dieses Wort folgendeEinwendung gemacht:Weil auch derjenige, der keinTestament gemacht hat, ein Erbe hinterläßt; fo solltederjenige Erb-lasser heißen der ab intestato (ohne letz-ten Willen) stirbt, derjenige aber, der ein Testamentgemacht hat, ein Erbst her." Allein da lassen zwar wolfür überlassen, aber nicht für hinterlassen gebraucht zuwerden pflegt: so denkt man sich bei Erb-lasscr eher ei-nen solchen, der ein Erbe überläßt oder durch eigeneVerfügung abtritt, als denjenigen, der ein Erbe zu-rücklaßt, ohne darüber zu verfügen. Außerdem ist dasWort in jener Bedeutung so allgemein gebräuchlich, daßkein Mißverständnis mehr dabei zu besorgen steht.

Testikei, die Hode.

Testimonium, das Zeugniß; paupertatis, dasZeugniß der Dürftigkeit.

Testiren, seinen letzten Willen (Nachwillen, Skcrbewil-lcn) niederschreiben lassen.

Testis, der Zeuge; idoneus, ein zulässiger; omniexceptione major ober classicus, ein vollgültiger;

. de auditu, ein Zeuge von Hörensagen; ocula-ris, ein Augenzeuge. Testium depositio, die Zeu-genaussage. Testium examinatio , das Zeugenverhör.

Tete (spr. Täte), der Kopf. Es kommt in folgenden R. a.vor. A la t^te Armee, an der Spitze des Heers.Täte bieten oder täte machen, heißt, die Spitze bie-ten, sich entgegenstellen. Tete de pont, eine Brü-ckenschanze , ein Brückenkopf. Dieser letzte, ehemahlsungewöhnliche Ausdruck, ist seit einigen Jahren durchdie Zeitungen, diese mächtigen Beherrscher des Sprach-gebrauchs, allgemein verbreitet worden. Tete ätete;unter vier Augen, paßt zwar in einigen, aber nicht inallen Fällen dafür. Man kann nicht wol sagen: ichhabe unter vier Augen mit ihm gespciset; und wennTete ätete vollends als ein Sachwert gebraucht wird,

wie