Tei ii
Tend
Temp
aber Defterdar lautet. In Roths gemeinnützigem Le-xicon findet es sich mit T geschrieben. Welche von bei-den Schreib-arten die richtige sei, vermag ich nicht zuentscheiden.
Teint (spr. Tang), die Hautfarbe; oft aber auch dieHaut selbst, wie wenn man sagt: einen zarten Teinthaben.
Teinture (spr. Tängtühr'), der Anstrich, die Farbe. Wirkönnen das erste auch in der uneigentlichen Bedeutungdes fremden Mortes gebrauchen, z. B. Er hat einenAnstrich von Gelehrsamkeit.
Telegraph, der Fernschreiber; nicht Zielschreiber, wieeinige dafür gesagt haben, weil das Wort nicht von ts-A og, das Ziel, sondern von tjjAs, fern, abstammt.
Telegraphie, die Fernschreibekunst.
Teleologie. S. Telologie.
Telescop. Fernrohr und Sehrohr passen mehr für Tu.bus, als für Telescop, weil dieses letzte, besonderswenn es von der größten Art, z. B. ein Herschelschesist, seiner Weite wegen, nicht füglich mehr ein Rohrgenannt werden kann. Was das Telescop von demTubus wesentlich unterscheidet, ist der in jenem, abernicht in diesem angebrachte zurückstrahlende (reflecti-rende) Spiegel. Man sollte daher, nach der Aehnlich-keit mit Fernglas, Fernspiegel dafür sagen. — Untertelescopijcfhn Sternen, versteht man solche, welchenicht mit bloßen Augen, sondern nur durchs Fernrohroder den Fernspiegel gesehen werden können. Wir sa-gen Nebelsterne für solche, die sich dem unbewaffnetenAuge als ein Nebel darbieten.
Telologie, nicht Teleologie, wie Kant und andereschreiben (weil das Wort aus rsXog und A oyog zusam-mengesetzt ist), die Lehre von den Zwecken der Dinge,also die Zweckslehre.
Telologisch, zwecklehrig. S. Aesthetisch.
Temeraire (spr. temerär), tollkühn, verwegen. ImDeutschen Merkur kommt auch das neue Wort wage-halsig dafür vor: „Man kennt die unerschütterliche Fe-stigkeit des Ministers, von der Opposition (Dbstands-feite) wagehalsige Halsstarrigkeit genannt."
Temere litigans , ein muthwilliger Streiter.
Temeritas litigandi, die Streitsucht.
Tempe, ein Lusthain.
Temperament. Im Allgemeinen versteht man darunterdie eigenthümliche Mischung der verschiedenen Safte desmenschlichen Körpers, und die darin gegründeten An-lagen zu gewissen Neigungen und Abneignngen. In denmeisten Fallen wird man körperliche Anlage oder Kör-per-anlage dafür sagen können. Zuweilen paßt auchStimmung oder Körperstimmung dafür: „Suche dei-ner körperlichen Stimmung Herr zu werden." Theo-phron. In der R. a. ein Temperament treffen,heißt es, Mäßigung oder mäßigendes Mittel. Sie
hat viel Temperament, d. i. viel Anlage zur Sinn-lichkeit oder Wollust. Kant hak das cholerischeTemperament das warmblütige, das melancholischedas schwerblütige, das phlegmatische das kaltblü-tige, das sangniniscbe endlich das leichtblütige ge-nannt. Davon ließen sich auch eben so viele Sachwör-ter: die Warmblütigkeit, die Schwerblüligkeit, dieKaltblütigkeit, die Leichtblütigkeit, ableiten, bei de-ren Gebrauch das Wort Temperament völlig entbehrtwerden könnte. Nur Schade, daß das Wort Kaltblü-tigkeit in seiner uneigentlichen Bedeutung gar zu ge-bräuchlich ist, als daß mau dabei nicht immer eher andiese, als anPldegma, denken würde. Wollen wiretwa Schleimblütigkeit dafür sagen? Dder lieber Lau-blütigkeit? Ebenso ließen sich nun auch die Sachwör«ter, der Warmblütige, Schwerblütige, Leichtblütigeund Schleim- oder Laublütige für Lholericris, Me-lancholicus , Sanguinicus und Phlegmaticus bilden.
Temperans, in der Arzeneikunst, ein dampfendes, küh-lendes oder linderndes Mittel; ein Dampfmittel.
Temperatur, die Mäßigung, Milderung.
Temperiren, mäßigen, mildern, lindern.
Tempestiv, rechtzeitig. Gibbons Abnahme und Falldes Röm. Reichs.
Tempo , das Zeitmaß, die rechte Zeit. In der KriegeS-fprache bedeutet Tempo den abgemessenen Handgriffoder eine solche Bewegung. A tempo , geradr zu rech-ter Zeit.
Tempora, in der Sprachlehre, die Zeiten. Gottsched.Die Wandelzeiten. Popo witsch.
Temporaiien, die weltlichen Vortheile, Einkünfte.
Temporär. Dafür ließe sich wol, nach dem Muster vonlangwierig, was lange währt, zeitwierig, was nur ei-ne Zeit währt, bilden. Er hat nur zeitwierige, keinebleibende Vortheile davon eingeärntet. Herder hatzeitig dafür gesagt, welches aber schon zu sehr für reifgebräuchlich ist: „Da jetzt im unseligsten Kriege, indem ein zeitiger Friede so schwer wird, von Entwürfenzum ewigen Frieden so viel gesprochen wird."
Temporell. Dieses wird entweder dem Ewigen entge-gengesetzt, und dann sagen wir zeitlich dafür, oder demFortwährenden oder Bleibenden, und dann könnten wirzeitwierig dafür sagen. S. Temporär.
Temporisiren, sich der Zeir oder den Zeitläuften fü-gen; den Mantel nach dem Winde hängen.
Tempus, die Zeit. Extempore, aus dem Stegreife.De tempore, der Zeit gemäß. Pro tempore, zurZeit, jetzt. Ad tempus, eine Zeitlang.
Tenable (spr. tenabl), haltbar.
Tenakel, in der Buchdruckersprache, ein Werkzeug derSetzer, die Handschrift festzuhalten. Kind er ling hatdas gute Wort Schrifthalter dafür vorgeschlagen.
Tendenz, ist von Absicht und Zweck, oder Beabstchti-gung, Bezweckung oder Abzweckung darin unterschie.
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