Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
260
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Tanibourin (frr. Tangburäng), i. eine Handtrommel,die aus einem, zwischen einen Reif gespannten Felle be-steht, welches mit der Hand geschlagen wird; 2. einNahe- oder Stickc-rahm.

Tangente, Sät. Tangens , 1. in der Dreieckslehrc, dieTaste. S. 8 imis. 2. I» der Tonkunst, wird das ander Taste oder dem Griffbrcttchcn (Clavis) befestigteund senkrecht aufstehende Stistchen, womit die Saiteberührt wird, der Tangent, auf Deutsch der Berüh-rungsstist genannt.

Tante, des Vaters oder der Mutter Schwester; die Baseoder Wasc.

Tapage (spr. Tapage), das Getümmel; auch als Kunst-wort in der Mahlerei, wo man gehäufte Figuren in wil-der Bewegung darunter versteht.

Tapete, der Teppich. Beide Wörter, das fremde unddas Deutsche, stammen vermuthlich aus Einer Quelle.Da Teppich eine jede gewirkte Decke bedeutet, so wirdim O. D., wo mehr als im N. D. üblich ist, injedem besondern Falle ein besonderes Bestimmungswortbeigefügt, z. B. Fußteppich, Tifchteppich, Wandtep-pich. Für Tapeten, welche nicht gewirkt find, wie z.B. für die papiernen, würde Teppich nicht passen. Indiesem Falle also müßte man etwa Wandbekleidungoder Wanddecke (wie Fußdecke für Fußteppich) sagen.Wandvorhang, welches Vollbeding dafür ansetzt,ist nicht passend, weil eine Tapete kein Vorhang ist. EinTapetennagel ist ein Teppichnagel; ein Tapetenwirker,ein Teppichwirker. Statt der R. a. aufs Tapet brin-gen, sagt man im O. D. schon, wie A d. versichert,auf den Teppich bringen. Sie ist von dem Umständehergenommen, daß die Tische in Gerichtsstuben, Raths-versammlungen u. s. w. mit einer Decke belegt zu seinpflegen. Wir sagen auch: auf die Bahn bringen.Beieinem Glase Wein kommt manches auf die Bahn."L e ssi n g.

Tapeziren, vcrteppichen oder beteppichen. Tapezirar-beik, Teppich-arbeit, Tapezirer, ein Teppich-arbeiter.

Tapisserie, Teppichwerk, Teppich-arbeit.

Tara, der Abgang oder Abzug ain Gewichte. Wenn z.33 . ein Faß mit Waare 200 Pf., das leere Faß aber20 Pf. wiegt: so müssen von jener Summe, wenn dasnette oder reine (netto) Gewicht der Waare angegebenwerden soll, 20 Pf. Abgang (Tarn) für das Gefäßabgezogen werden. Tararechnung, die Abgangsrech-nung. Burja.

Tarantismus, die Tanzkrankheit, oder der Veitstanz.Die fremde Benennung ist von Tarantel ^ einer Spin-ne in Italien, abgeleitet, deren Stich, wie man sagt,verrückt macht, und zwar so, daß die Verrückten dieserArt nur durch den Tanz genesen können.

Tardiren, zögern, verzögern.

Tarif, ein Verzeichnis!, Anschlag, Rolle. Zolltarif, dasZollverzcichniß, der Zoll-ansatz, die Zollrolle.

Tartarus , Weinstein. Tartarus emeticus, Brechwein-stein. Cremor Tartari, aufgelöster und gereinigterWeinstein.

Tartiifie, der Name eines Scheinheiligen oder Heuch-lers in Molicre's bekanntem Schauspiele gleiches Na-mens. Der Begriff, den wir mit diesem Eigennamenverbinden, ist noch stärker, als der, den wir mitScheinheiliger und Glaubens- oder Frömmigkeits-hcuchlcr verbinden. Ich weiß ihn nicht anders, alsdurch zwei Wörter zu bezeichnen: scheinheiliger Böse-wicht, oder heuchlerischer Bube; man müßte denn dieZusammensetzung Heuchelbube dafür annehmen wollen.

Taste selo, bcim Generalbaß, zur Andeutung, daß dieeinfachen Baßtönc, ohne die Harmonie, welche sonstdurch Bezifferung angewiesen wird, sollen angeschlagenwerden. Eschenburg..

Tattowiren, oder tättowiren, den Leib bepunkten,wie verschiedene wilde Völker zu thun pflegen.

Tautologie oder Tavtologie, in der Redekunst, der-jenige Fehler, da man einen und ebendenselben Begriffoder Gedanken zweckloser Weise in verschiedenen Aus-drücken wiederholt; die Wortdehnung, der Wortschwall.Kinderling hat Wortleere dafür gebildet, welchesaber eher auf eine Leere an Wörtern, als auf eine Lee-re an Gedanken bei überflüssigen Worten, deutet.

Taverne, eine Schenke.

Taxation, die Schätzung, Würdigung, Werthbestim-mung. Im Q. D. sagt man auch die Satzung dafür.

Taxator, der Werthsetzer oder Werthbestimmer, derSchätzer.

Taxatum , das Geschätzte. Pro taxato, etwas überneh-men, d. i. für's Geschätzte oder zum geschätzten Preise.

Taxe, in Allgemeinen, der Preissatz oder die Werth-bestimmung; in bestimmten Fällen können wir Zusamtmensetzungen mit Satz dafür bilden; z. B. der Brot-satz, der Fleischsatz u. f. w.

Taxiren, schätzen, würdigen, anschlagen.

Taxus. Wir haben Eibe dafür.

Technic, die Kunstwörterlehre.

Technisch, kunstmäßig. In den meisten Fällen aberkann es besser durch Zusammensetzungen mit Kunst ge-gcgcben werden, z. B. Kunstwörter.

Technologie, die Kunstgeschichte, Kunstbeschreibungoder Kunstlehre; das Wort Kunst in weiterer Bedeu-tung genommen.

Technologisch, kunstgeschichtlich, oder kunstlehrig. S.Aesthetisch.

Tecte, verdeckt, heimlich, unter der Hand.

Te Deum (das), das Herr Gott dich loben wir, oderder Ambrosische Lobgesang, weil dieser im Lateinischenmit den Worten: Te Deum laudamus, anfängt.

Tefterdar, der Schatzmeister eines Sultans. Das frem-de Wort kommt in Lessing's Nathan vor, wo es

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