Taei
Tact
Tali
Tamb
nichts zu erinnern; auch muß schweigsam (wenigstensin einigen Gegenden) schon gebräuchlich sein ; weil A d.es hat; allein es scheint mir doch da, wo der Ncben-begriff, daß jemand aus Neigung schweigt oder imSchweigen Vergnügen findet, das von mir vorgeschla-.gene schweigfelig noch den Vorzug zu verdienen. In derAussprache scheinen diese Wörter sich einander nicht vielzu nehmen. Noch ehe dieses abgedruckt wurde fand ichschweigsam in Tiecks Romantischen Dichtungen ge-braucht:
Ihr seid so schweigsam heute nach dem Lesen.
„Wir haben auch mundfaul, um denjenigen zu be-zeichnen, der unwillig zu reden ist." Ebert. Auchwortkarg. Dis letzte hat der Verfasser der Sagen derVorzeit einige mahl gebraucht: „Kalt blieb er, ver-
schlossen und wortkarg." „Der Wortkarge verhalt sichzum Geschwätzigen, wieder Arzt zum Marktschreier."THummel hat maulfaul dafür gebraucht, welchesaber wegen des unangenehmen Gleichlauts der beidenSilben, aus welchen es zusammengesetzt ist, nicht em-pfohlen zu werden verdient: „Die von eben so maul-faulen Menschen bedient wurden." K l o p st o ck hat karg-laut, aber in einer andern Bedeutung, gesagt: „Erstso karglaut und nun Verschwenderinn /' d. i. erst brauch-test du, um dich verständlich zumachen, so wenig Wör-ter, und jetzt so viel. Man könnte indeß dieses karg-laut auch wol für saciturn gebrauchen; denn karg anLauten sagt eben soviel, als karg an Worten.
Taciturniüät, die Schweigseligkeit, Schweigsamkeit,Schweighastigkeit, Sachtsinnigkcit. S. Taciturne.
Tact, i. das Tastungsvermögen oder die Betastung, ineigentlichem und uneigentlichem Sinne. Im letzten sagtman z. B. einen gewissen Tact für etwas haben, undmeint damit ein schnelles Gefühl. Man könnte für die-se Bedeutung des Worts von dem Zeitworte tasten dasSachwert die Taste bilden, und er hat eine feine oderscharfe Taste, wenigstens scherzweise sagen. Im N. D.hat man dis Wort schon, doch ohne das End-e(Tast),und das Brem. Wörterbuch erklärt es durch Griff, An-griff. In diesem Sinne genommen, habe ich es in dersechsten Ausgabe des väterlichen Raths durch Feinge-fühl verdeutscht. „Nur sehr wenige Menschen besitzendas dazu erfoderliche Feingefühl." 2. Das Zeitmaß.Ad/ hat Tonmaß dafür gebraucht, welches sonst dieAngabe der Länge und Kürze der Silben bezeichnete.Vielleicht könnte man auch Tonschritt dafür sagen. Hey-n a tz hat Schlag dafür angesetzt. Ich kann mir aberkeinen Fall denken, in welchem dieses Wort durch sichselbst verständlich und völlig passend sein würde. Zur.Verdeutschung der R. a. den Tact schlagen ist es völligunbrauchbar, weil man nicht den Schlag schlagen sa-gen kann.
Tackle. Kriegeskunst und Kriegeskunde umfassen das
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Ganze, und begreifen alles in sich, was zu der schreck-lichen Kunst Krieg zu führen nur immer gerechnet wer-den kann. Die Tactic ist ein Theil davon. Sie ist,nach der Erklärung eines einsichtsvollen FränkischenHeerführers (S. Des resultats de la derniere Cam-pagne p. Math. Dumas): „Die berechnete Anord-nung (la Combination) des Gebrauchs der verschie-denen Waffen-artcn in einem gegebenen Verhältnisse undRaume." Sie lehrt die Mittel (Stellung, Handgriffe,Bewegungen aller Art), wodurch der Gebrauch der Waf-fen sicherer und zerstörender wird. Man kann sie daherdie Waffeukunst nennen. Schaarkunst, welches derGraf v. Schliefffen dafür beliebt hat, scheint denBegriff nicht zu erschöpfen, weil es nur die Kunst derStellung und Bewegung der Heere und der dazu gehö-rigen einzelnen Schaaren bezeichnet.
Taille (spr.Tallje), 1. inweiter Bedeutung, der Wuchs,ehemahls das Liedmaß (Lied für Glied), wofür manjetzt Gliedermaß sagen könnte. Bei den Pferden heißtes der Leisten. 2. In engerer Bedeutung, der Abschnittzwischen dem obern und untern Theile dcS menschlichenKörpers, wofür man der Leil'schnitt sagen könnte. Mantragt jetzt Kleider mit langem oder kurzen Lcibschniue.Das veraltete N. D. Talk scheint mit Taille einerleizu sein. Jetzt sagt man in dieser Mund-art Kneep, derKniff. Ein Kleid mit kurzem oder langen Kniffe.
Talar, ein langes Feierkleid.
Talent. Bei den Grichen bedeutete dieses Wort, eine ge-wisse Summe Geldes. Ein Attisches Talent machte,nach einigen, 900 Thl., nach andern weniger. Wirverstehen darunter, 1. eine angebohrnc besondere Fä-higkeit zu dieser oder jener Kunst, also eine Kunstfa-higkeit, eine Kunst- oder Naturgabe, wofür wir auchGabe schlechtweg sagen. ,,Kunstgaben sind ein zweideu-tiges Geschenk der Natur.^ Theophron. 2. NachFranzösischem Sprachgebrauchs werden auch Kunstge-schicklichkeitcn darunter verstanden. Ein talentvoller Kopfist ein wohlbegabter, ein Kopf von vielen und großenAnlagen. Wie Vollbeding bildnerisch und Bil-dungskopf dafür ansetzen konnte, leuchtet mir nicht ein.
Talio , die Wiedervergeltung. Daher jus talionis, dasWiedervergeltungsrecht.
Talisman, überhaupt ein Zaubermittel, und jenachdcmdie Sache ist, ein Zauberring, Zauberpfennig u. s. w.
Taliter qualiter, so so, mittelmäßig gut.
Talon (spr. Talong), eigentlich die Ferse oder der Hacken;uncigenklich beim Kartenspiele, die Mischung der Kar-ten. Er versteht den Talon, er versteht sich gut aufsKartenmischen oder Mengen; dann diejenigen Karten,welche übrig bleiben, nachdem gegeben worden ist; dieKaufkarten, weil man davon kauft; auch der Stammoder Block.
Tambour (spr. Tambuhr)der Trommelschläger.
Kk 2 Tambou-