Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
256
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2Z6 Syll Synip Symp Syne

Syllogismus, ein förmlicher Vernunftschluß. Leibnitzhat Schlußform dafür gesagt.

Sylphen, in der Fabellehre, Luftgeisier.

Symbol, ein Sinnbild.

Symbolisch, sinnbildlich. Symbolische Bücher, sindBekenntnißbücher, welchen man mißbräuchlich den Be-griff der Glaubcnsvorschrift untergeschoben Hat.Symbolum, der Wahlspruch, das Glaubcnsbekenntniß;Svmholum apostolicum, das angebliche Glaubens-bekenntniß der Apostel. Symbolum £dei, das Glau-bensbekenntniß, das Bekenntnißbuch oder die Bekennt-nißbücher. Haltaus hat den sonderbaren AusdruckGewerf dafür, welcher in der Jachtsprachc (S. Jacob-sohns tcchnol. Wörterb.) die Hauer oder langen Zahnedes wilden Ebers, sonst auch das Gewehr genannt,bedeutet. Nach welcher Begriffsverbindung mag maneinst zwei so verschiedenen Gegenständen einerlei Benen-nung gegeben haben? Doch nicht etwa weil die Glau-benszünftler durch den auf ihre Bekenntnißbücher ge-gründeten Gewissenszwang, wie der Eber durch seinGewehr, sich den Andersdenkenden schrecklich machten?

Symmetrie, das Ebenmaß.

Symmetrisch, ebenmäßig.

Sympathie, I . das Mitgefühl oder Gleichgefühl. War-um mögen unsere Wiclande, Herder u.s.w. nochimmer so gern sympathetische Gefühle sagen, da un-ser, allen bekanntes, obgleich in Adelungs Wörterbuchcfehlendes Mitgefühl ebendasselbe, nicht nur kürzer, son-dern auch besser bezeichnet, was man mit jenem über-ladenen (pleonaslischen) Ausdrucke angeben will. R ü-diger hat für diese erste Bedeutung des Works denAusdruck Mitleidenschaft, Heynatz aber Mitleidungangesetzt. Allein Leidenschaft sagt hier zu viel; und Lei-bung für Leid ist weder gut, noch gebräuchlich. Auchumfaßt das Wort Sympathie sowol die angenehmen,als unangenehmen Mitgefühle. Indeß wird Mitleiden-schaft, auch Mitleidcnheit von den Aerzten für Sym-pathie in eigentlichem Verstände gebraucht, da näm-lich ein gesunder Theil des Körpers mit dem krankenzugleich leidet.Die Mitleidenschaft des Magens."Schlütcr über den Magenkrampf. 2. Gehcimkrüste;z. B. in der R. a. durch Sympathie Heilen. Sympa-thetisch, in dieser Bedeutung genommen, ist gehcim-kraftig oder auch geheimwirkcnd; und sympatheti-sche Tinte, geheime oder Wundertinte. Oft laßt sichdas Beiwort sympathetisch durch unser mit ausdru-cken , z. B. Mitgefühl f. sympathetisches, mitzitternf. sympathetisch zittern.Die mitzitternde Nervebeim Anblick eines Leidenden." Wieland. GötHehat das Wort anfühlen in einem Zusammenhange ge-braucht, wo es fast soviel heißt als, sympathetisch füh-len:Wenn wir allein waren, wenn ich ihm die Rech-nungen durchsehen half, dann konnte ich ihn recht an-fühlen, wie glücklich er war."

Symphonie , ein vielstimmiges Tonstück. Eine Deutsche.Benennung, so wie die nähere Bestimmung davon an-zugeben, fühle ich mich unfähig.

Symptom,, in der Arzcneilehre, ein Krankhcitszeichen,ein krankhafter Zufall.

Synagoge , die Judenschule, der Judentempel.Synchronismus; etwa die Gleichzeitigkeit? oder dieMitzeitigkeit? Zeitfolge, welches Voll beding dafürangesetzt Hat, sagt bekanntlich etwas ganz anderes.Synchronistisch, etwa gleichzeitig? oder mitzeitig?Syncope, 1. in der Sprachlehre, die Verkürzung, undzwar eine solche, die in der Mitte des Worts Stattfindet, wie wenn man periclum statt periculum,ew'ger statt ewiger sagt. 2. Die .Ohnmacht.Syncretismus , i.die Glaubensmengerei; 2. die Be-hauptung , daß gewisse Handlungen und Gemüthsartender Menschen gut und böse zugleich sind.

Syncretist, einer der entgegengesetzte Glaubensparteienmit einander zu vereinigen sucht. Heynatz hat Verei-nigungsmeister dafür angesetzt; aber wozu Meister, dader Versuch in der Regel fehlzuschlagen pflegt? War-um nicht lieber, der Verciniger oder Glaubensbereini-gcr? In der Sittenlehre werden unter Sincretisten die-jenigen verstanden,welche behaupten, daß gewisseHandlungen und Charaktere (Gemüthsarten) der Men-schen gut und böse zugleich sind. Kant.

Syndikat, das Amt oder die Stelle eines Syndici. S-Syndicus.

Syndicus. Heynatz hat Stabtbevollmachtigter dafürangesetzt. Allein dieses Wort ist theils gar zu schwer-fällig, theils paßt es auch, gleich denen, welche Kin-dcrling dafür angesetzt hat, Rathsschreiber,Stadtschreiber und Stadtrichter nicht für alle Fal-le. Denn wie nun, wenn von Syndicis bei öffentli-chen Lehr-anstalten, Stiften u. f. w. die Rede ist? Fürdiese Falle habe ich Rechtsverwalter, Rechtsbetrauterund Rechtsberather vorgeschlagen. Allein auch diese Be-nennungen passen für andere Fälle nicht. In Hamburgz. B. hat die Bedeutung des Namens Syndicus einengrößern Umfang. Hier stellt der Syndicus das vor,was in größern Staaten die Staats-Secretaire sind;und hier müßte man also Stadt- oder Staatsgeheim-schreiber dafür sagen. Im Oestreichischen wird Land-und Stadtanwalt, in Goslar Worthalter (Wortfüh-rer) dafür gejagt.

Synecdoche, in der Sprachlehre, die Vertauschung,vermöge welcher bald ein Theil für das Ganze oder um-gekehrt das Ganze stakt eines'Theils, bald die Einheitfür die Mehrheit, bald der Stoff, woraus etwas be-steht, für das daraus bestehende Wesen oder Ding ge-nannt wird; wie wenn man z. B. tausend Seelen oderKöpfe, statt taufend Menschen, das Alter st. die altenLeute, der Britte st. die Britten, sagt.

Syne-