Supp Surp
Supplic, die Bittschrift. Supplicando einkommen, miteiner Bittschrift einkommen, oder, eine Biltschrift ein-reichen; auch bittlich einkommen. Dieses bitrlich hatBürger gebildet:
Was lächelst du so bittlich her, mein Theurer?
Supplicant, derjenige, der eine Bittschrift eingibt. Manhat Bittsteller dafür versucht; allein die Jey. Allgem.Lit. Zeitung sprach, wiewol ohne Angabe irgend einesGrundes, das Vcrdammungswort: unerträglich! dar-über aus. Ein solches Machtwort beweiset nun abernichts. Mir schrint dieser Ausdruck, da wir Schrift-steller und Briefsteller haben, so gar unerträglich nichtzu sein. Das Wort Schriftsteller mochte vor hundertund fünfzig Jahren, als die Fruchtbringenden es zuerstversuchten, denen, welche bis dahin Autor zu sagengewohnt gewesen waren, wol eben so unerträglich klin-gen ; jetzt findet kein Mensch mehr etwas anstößiges darin,und die Rxihe des Uncrträglichklingcns ist nunmehr andem dadurch verdrängten Lateinischen Worte. Solltedis, nach andern hundert und fünfzigJahren, nicht viel-leicht auch der Fall mit Bittsteller und Supplicant,sein ? Jeder hat indeß das Recht, uns einen bessernAusdruck dafür anzugeben, wenn er einen weiß. Viel-leicht daß Bitlschreiber, von Bittschrciben abgeleitet,einigen besser gefällt. Man hat zu wählen.
Suppliciren, ansuchen, bitten, eine Bittschrift einrei-chen, bittend einkommen.
Suppliren, ergänzen, nachtragen.
Supponis en, annehmen, voraussetzen. In vielen Reichs-schristen kommt, wie Heynatz anmerkt, auch unter-stellen dafür vor: „Ich kann nicht anders unterstellen,als daß dis dicMeinung sei." In die bessere Schriftspra-che verdient dieses Wort nicht aufgenommen zu werden.
Supposition, die Voraussetzung; das Unterschieben.
Suppositum, das Vorausgesetzte, das Angenommene.
Suppresion, die Unterdrückung.
Supprimiren, unterdrücken.
Suppuration, die Eiterung.
Suppurireu, eitern.
Supra, oben. Ut supra, wie oben.
Supremat, die Oberaufsicht des Papstes über alle Bi-schöfe.
Surintendance (spr. Snrrängtang - dangß'), die Obcr-aufsicht.
Surinteudant (fpr. Sürr - ängtangdang), der Ober - auf-scher.
Surplus (spr. Sürplüh), der (Überschuß.
Surprenant (spr. sürprenang), erstaunlich. Es ist er-staunlich heiß; nicht erstaunend, wie man oft dafür hö-ren muß.
Surpreniren (spr. sürpreniren), überraschen, in Erstau-nen setzen, überrumpeln. 8 urprenin, betroffen, über-rascht.
Surp Syco
Surprise (spr.Sürpricse), 1. die Ucberraschung, derUe-bcrfall; 2. die Befremdung oder das Befremden, wo-für L a v a t e r auch die Betroffenheit gefagt hat.
Surrogat, der Ersatz, etwas stellvertretendes. Cichorienkönnen die Stelle des Kaffee's vertreten, oder den Kaf-fee ersetzen, sagt eben so viel als: sie sind ein Surro-gat des Kaffee's.
Surtout (spr. Sürtuh), ein Uebcrrock.
Survivance (spr. Sürwiwangß'), die Anwartschaft, dieversprochene Nachfolge.
Suscitiren, erregen, auffodern.
Suspeet, verdächtig.
Suspendireil, 1. aufschieben und aussetzen, z. B. seinUrtheil; ein Geschäft; 2. auf eine gewisse Zeit außerAmtsthätigkeit setzen.
Suspensi, >n, 1. das Aufschieben oder der Aufschub; 2.die einstweilige Cnt - amtung, da jemand b's auf wei-ter außer Amtsthätigkeit gesetzt wird; die vorläufige Ent-setzung oder Absetzung.
Suspensum, kommt in der Kanzeleisprache in der R. a.in suspenso lassen, vor, und diese bedeutet: ausge-setzt oder unentschieden sein lassen.
Suspicion, der Verdacht, Argwohn.
Suspiciös', argwöhnig und argwöhnisch. Ad. läßt nurdas erste gelten, und verweiset das letzte in die gemei-nen Mund-arten. Allein beide sind gut, nur daß sienicht einerlei bedeuten. Argwöhnig heißt, Argwohnhabend, argwöhnisch, in Argwohn gegründet, mit Arg-wohn verwandt. Beide sind also auf eben die Weiseverschieden, wie abergläubig und abergläubisch. S.Su-perstitiös. Man sage daher: ein argwöhniger Mensch,aber argwöhnische Denk-art-
Susteutatiou, der Unterhalt, die Vetpssegung. Neu-lich schickte das Reichskammcrgericht an den Reichstagzu Regensburg ein „Memorial (ein Bittschrciben) dersämmtlichen Kanzeleipersonen des kaiserlichen und Reichs-kammergerichks zu Wetzlar, den Sustentationsmangelgedachter Kanzelcipcrsvncn betreffend." Warum dennnicht den Unterhaltsmangel.
Susteutireit, unterhalten, verpflegen.
Sutur, die Rath, die Fuge.
Swelt. Jtal. svelto, in der Kunstsprache der Mahler,schlank; z. B. ein schlanker Wuchs, eine swelte Taille.
Sybarit, ein Lüstling oder Wollüstling. Die Benennungrührt von der Stadt Sybaris in Großgrichenland her,deren Bewohner ihrer Ueppigkeit wegen berüchtiget waren.
Sybaritisch, üppig, wollüstig, schwelgerisch.
Sycophant, bekänntlich von crwrsv, die Feige, und (pxm tich gebe an; also ein Feigen-angeber, der sich dadurchetwas verdiente, daß er diejenigen angab, die unver-zollte oder unversteuerte Feigen ausführten; uneigent-lich und allgemeiner, ein Angeber, Ohrenbläser, Fuchs-schwanzcr.
Syllq-.