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Supe
Supe
Supp
ein; aber ein minder bekannter, als verdienter Sprach-forscher in Schwaben, Gerstner, überzeugte mich,daß es ein Irrthum sei. Ich ergreife diese Gelegen-heit, ihm dafür zu danken; und theile nun hier seine,mir handschriftlich gewordene Zurechtweisung meinen Le-sern mit.
„Ich meine, man könnte einen sehr wesentlichen Un-terschied zwischen abergläübig und abergläubisch (derVers. schreibt nach O.D. Art aberglaubig und abergläu-bisch) festsetzen, oder vielmehr, man sollte den wesent-lichen Unterschied, der zwischen ihnen ist, nicht vernich-ten wollen. Die Nachsilbe ig bezeichnet Besitz, Anwe-senheit der Sache bei dem, welchem daSBeiwort zuge-legt wird; aberglaubig ist also der Mensch, der Aber-glauben hat, bei welchem sich Aberglaube befindet. DieNachsilbe isch bezeichnet auch die Herkunft, den Ursprungvon einer Sache, oder Aehnlichkeit, Verwandtschaft miteiner Sache; abergläubisch also wäre, was von Aber-glauben herkommt, im Aberglauben seinen Grund hat,zum Aberglauben gehört, mit ihm verwandt ist. Zwarbedeuten beide Silben auch das nämliche, und sie kön-nen daher manchmahl auch verwechselt werden, z. B.man sagt nicht »nr neidisch, sondern auch (in Schwabennämlich) neidig; und das letzte druckt noch mehr undstärker aus, was das Wort sagen soll. Allein die oben-erwähnte Bedeukuiig von isch hat doch ig nicht auch,und beide treffen bloß in der Bedeutung von Besitz oderAnwesenheit des Wurzelbegrisss, welchen sie mit einan-der gemein haben, zusammen. Wir können. nicht sagen:ein abergläubiger Gebrauch, Gottesdienst, einaberglau-biges Buch u.s.w.; weil wir nicht sagen können: derGebrauch, der Gottesdienst rc. glaubt zu viel oder glaubtmehr, als er glauben sollte. Aber wir können recht gutsagen: ein abergläubischer Gebrauch , Gottesdienst, Auf-zug, Buch u. s. w., d. i. ein Gebrauch, Gottesdienst,Auszug, Buch, die aus Aberglauben entstanden sind, imAberglauben ihren Grund haben, zum Aberglauben ge-hören, mit dem Aberglauben verwandt sind. Die Bil-dung von abergläubisch hinderte nicht, es auch als Ei-genschaftswort von Menschen zu gebrauchen, wo es, wieabergläübig, die Bedeutung hat: Aberglauben habend.Nur ist Hiebei der Unterschied zu merken, daß abergläu-big das Glauben (die Handlung des Glaubens, wennman so sagen durfte) den subjectiven (beiwohnenden)Glauben ausdruckt. Der Aberglaubige glaubt. Abergläu-bisch hingegen begreift das Geglaubte, die geglaubtenzu vielen Dinge, den objectiven (gegenständlichen) Glau-ben. Der abergläubische Mensch hat zu viel geglaubtesin sich, es sind in ihm zu viele geglaubte Dinge, d. i.Meinungen, Vorstellungen, Sätzen, s. w.; er ist voll,sein Kopf ist voll von Dingen, Meinungen, die zumAberglauben gehören. Bei abergläübig wird der Menschmehr als thätiges Wesen (als glaubend), bei abergläu-bisch mehr als leidendes Wesen (in dem Aberglauben ist.
steckt) gedacht. Darum ist auch ein Abergläubischer einviel dümmerer Mensch als ein Abergläubiger. Dieserkann auch nur in gewissen Stucken abergläübig sein (vonderNeigung zum Aberglauben, von der Leichtigkeit, beimAberglauben in Einer Sache, znr Abergläubigkeit in al-len Dingen überzugehen, ist hier die Rede nicht;) oder,er kann auch nur in einer gewissen Art von Vorstellungensich abergläübig zeigen, sonst aber ganz rechtgläubig, d.i. klug und vernünftig, denken. Hingegen ein Abergläu-bischer ist abergläübig durchaus, ist voll abergläubischerThorheiten. — Der Unterschied wäre also überhaupt der:abergläübig kann nur von Menschen, abergläubisch aberkann von Menschen, und muß von Dingen gebrauchtwerden." — In folgender Stelle der neuesten Ausgabemeiner Entdeckung von Amerika ist dieser Unterschied be-obachtet worden: „Kolumbens abergläubige Gefährtensahen die Erscheinung dieser See-ungeheuer als etwasan, welches ihnen Unglück bedeute. Aber trotz dieserabergläubischen Furcht aßen sie doch mit großer Gierig-keit davon."
Luperwltzist/ überwitzig, woraus aberwitzig entstandenist, so wie aberglaubig aus übergläubig.
Lupinum, ein sehr dunkles Kunstwort der Latein. Sprach-lehre, welches sonst zwei Hauptbedeutungen hat, näm-lich rücklings und empor oder emporstrebend, so daßVerbum supinum ein Rücklings - oder Esiiporwortbeißen würde. Um welcher Beziehung oder um welchesUmstandes willen man einer gewissen Form des Lateini-schen Zeitwortes eine so seltsame Benennung gegeben ha-be, weiß ich nicht, und, wie es scheint, wissen anderees eben so wenig. Mir wenigstens hat es nicht gelin-gen wollen, irgendwo eine Erklärung darüber zu finden.Da wenigstens Eine der Bestimmungen dieser Form odervielmehr dieser Formen (denn es sind deren zwei) da-hingeht, den Zweck, wozu etwas geschieht, auszudru-cken (z. B. Spectatum veniunt , sie kommen zu schauen):so könnte man sie allenfalls die Zwecksform nennen.Aber freilich würde diese Benennung nur für dieSupinain um, nicht aber auch für die in u paffen. ZumGlück findet sich diese Form in unserer Sprache nicht (esmüßte denn sein, daß man, wie von einigen freilich ge-schehen ist, auch die sogenannten?3rticipin dahin rech-nen wollte); ,und wir können daher einer Deutschen Be-nennung derselben auch allenfalls entbehren.
Luppeckitireu, an die Hand geben, aushelfen. Auchunterschieben, unterlegen und leihen. „Wie leicht erandern Leuten Plane und Absichten leihet und unterlegt."Lessiug. „Die Meinung, welche Hr. R. ** mir lei-het." Trapp.
Supplement, der Nachtrag und die Ergänzung. EinSupplerneutband, Erganznngsband. Juramentumsuppletorium, ein Ergänzungseid, welcher abgelegtwird, um die Beweisgründe vollständigzu machen. InSupplementum, zur Ergänzung.
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