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auch das Unterstehende, statt Unterstand, für Subjectgebrauchen wollte? Der Ausdruck bliebe doch immerfalsch, weil der Handelnde in der Vorstellung nicht un-ter derHandlung steht, sondern vielmehr diese unter je-nem, in bildlichem Sinne, sofern sie nämlich von ihmabhängt. Wenn also gleich die Zeitgenossen der frucht-bringenden Gesellschaft nicht Sprachkenntniß genug hat-ten, um das Wort Gegenstand fehlerhaft zu finden: sosagte ihnen doch vielleicht ein dunkles Gefühl, daß dasWort Unterstand nicht mit dem Begriffe übereinkomme,den sie sich unter Subject dachten." Ich erinnere mei-nen sinnreichen Gegner an dic R. a. zum Grunde lie-gen, und daß wir ^ wenn von Eigenschaften und Beschaf-fenheiten, also von Praedicaten, dic Rede ist, uns dasSubject als etwas dabei zum Grunde liegendes, alsoals etwas, das sich unter den Praedicaten befindet,dennoch wirklich zu denken pflegen; daher denn äuch dasLat. Wort Subjectum selbst, welches etwas unterlie-gendes oder untergelegtes bedeutet, sich auf diese unsereVorstellungsart gründet. Wenn also nur erwiesen wer-den könnte, daß Stand ehemahls auch etwas stehendes,folglich Unterstand etwas unterstehendes bedeutet habe:so würde sich die Verdeutschung des Worts Subject durchUnterstand doch wol rechtfertigen lassen. Dieser Beweisscheint aber aus den Wörtern Verstand (etwas verste-hendes) , Unverstand (etwas unvcrstehendes ), Rück-stand (etwas rückstehendes) Kassenbestand (etwas in derKasse noch bestehendes), Wohlstand (das Wohlsiehende)u. s.w. wirklich geführt werden zu können. Auf jedenFall aber scheint aus dem Obigen zu erhellen, daß Un-terstand in der TlM nicht schlechter als Gegenstand ist,und daß also beide zugleich entweder hatten stehen oderfallen sollen.
Auch Eschenburg findet (in meinem Nachtrage)daS Wort Unterstand so unrecht nicht. „Wenn nur,fügt er hinzu, unterstehen, er unterstand sich rc. nichtganz etwas anders bedeutete, obgleich, die Verschieden-heit des Tons in Unterstand, und er unterstand, denUnterschied ebenso andeuten würde, als in übersetzenund übersetzen. Wie bekannt, ist to widerstand imEnglischen, wie das Schwedische unclersta, verstehen;und da jenes gewiß aus dem Angelsächsischen kommt, so.hatte understan wahrscheinlich auch im Deutschen ehe-mahls bie nämliche Bedeutung. Selbst die R. a., un-ter einem Worte oder einer Rede rc. etwas verstehen,scheint davon noch eine Spur zu sein."
Einige ältereDenklehrer, z. B.Wolf und Reima-r u s gaben Subject durch Vorderglied, Praedicat durchHinterglied; Benennungen, welche höchstens nur dannverständlich sein und passen können, wenn von dem Sub-jecte und Praedicate in einem Satze (Proposition)die Rede ist; weil hier das Subject gewöhnlich voran-stcht, wenigstens eher als das Praedicat gedacht wer-den muß. Meiner (in derPhilos. Sprachlehre), und
nach ihm A d. (in denrMagazine) haben für Subject dasSelbständige, für Praedicat das Unselbständige, undfür Lopula das Verbindungsmiltel beliebt. Alleindie Lopula ist ja auch etwas unselbständiges, und dasSelbständige wird nicht immer, sondern nur dann erstals ein Subject gedacht, wenn ihm etwas« beigelegtwird; nicht zu gedenken, daß oft eine Unbequemlichkeitdaraus erwächst, wenn ein Beschaffenheitswort die Stel-le eines bcnennenden Sachworts vertreten soll. Wiewürde es z. B. klingen, wenn man in der Mehrzahl dieSelbständigen und die Unselbständigen, für die Sub-jecte und Praedicate, sagen wollte. Jeder, der eshörte, würde ein nachfolgendes Sachwort, etwa dieselbständigen oder unselbständigen Dinge, Wesen rc.,erwarten, und nicht wenig betroffen sein, wenn nichtsdergleichen folgte. — Eine der besten Verdeutschungendes Worts Subject scheint mir die von I. L ö w c'n ver-suchte, Grundding, zu sein. Wenn wir in diesem Aus-drucke das Wort Ding, dem ich weiß nicht was fürniedrige Nebcnbegriffe ankleben, mit Wesen vd'cr Be-griff (jcnachdem der Zusammenhang das eine oder dasandere rathsamer machte) verwechselten, und Grnndwescnoder Grundbegriff, oder auch, wenn von Wörtern dieRede ist, Grundwort sagten: so würde mir diese Ver-deutschung untadelhaft zu sein scheinen. Die Subjectesind ja nämlich der Grund, auf welchem die Praedi-cate nur gedacht werden können. Bei jedem Praedica-te, welches wir denken oder auSsprechen, muß ein Sub-ject zum Grunde liegen. Es ist also wirklich ein Grund-wesen oder Grundbegriff.
Im gemeinen Leben wird Subject oft für Person,Wesen, Mann oder jemand gebraucht. Schlage mirjemand (ein Subject) zu dieser Stelle vor. Ich sucheeinen geschickten Mann, eine geschickte Person (ein ge-schicktes Subject) dazu. S. übrigens auch Object.Stibjeetiv, und als Nebenwort subjective. Diese wer-den dem objectiv und objective entgegengesetzt. S.diese. Außer den dort bereits gelegentlich mit angegebe-nen Verdeutschungen des Subjectiv, können wir zuwei-len auch inner dafür sagen; z. B. Unsere Vorstellungenhaben innere Wirklichkeit, wenn gleich außer uns nichtsihnen antwortendes da ist. In vielen Fällen können wires auch durch beiwohnend oder einwohnend übersetzen;z. B. Eine Wissenichaft als einwohnend,, nicht gegen-ständlich (objective) betrachtet.
Snbjieirsn, unterwerfen.
Subleviren, unterstützen, beisiehcn, die Arbeit erleich-tern.
Sublim, erhaben.
Sublimat, etwas emporgetriebenes. S. Sublimiren.Sublimation, die Emportreibnng, das Emportreiben.Sublimiren, in der Scheidekunst, heißt einen Körper, z.B. Quecksilber, durch die Kraft des Feuers aufgelöst,
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