Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
249
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Subc!

Subj

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Stup

Stuprata, eine Geschändete, Geschwächte, Entehrte.

Stuprator, der Schwangerer.

Stupriren, schwachen, entehren, schänden.

Stuprum, die Schwächung, Ent-ehrung, Schändung.Stuprum violentum, die Nothzucht.

Styl. S. Stil.

Stylus curiae. S. Stilus.

Suade (spr. Swade), der Wort- oder Redefluß, oderWortstrom. In der niedrigen Sprech-art sagt manMundwerk dafür. Er hat ein vortreffliches Mundwerk.Die Suada der Alten war die lleberredungsgöttinn.

Suasorieu, £at Suasoria, dieUeberredungsgründe oderUeberredungsmittel.

Sub, unter; also Sub numero i. 2. 3., unter 1. 2. 5.Sub Conditione, unter der Bedingung. Sub poena,'bei Strafe. Sub poena praeclusi , bei Strafe, sonstnicht weiter gehört zu werden, oder, bei Straft, nach-her (mit allen und jeden Entschuldigungen, Ausreden,Rechtfertigungen, Ansprüchen u. s. f.) abgewiesen zu wer-den. Sub rosa, unter dem Siegel der Verschwiegen-heit, in Vertrauen.. Sub praetextu, unter dem Vor-wande.

Subaltern, untergeordnet. In Zusammensetzungen kannes oft durch unter ausgedruckt werden. Unterbeamte,Unterbediente, Unterbefehlshabcr. Dis letzte könnteman für Subaltern - officier sagen, wenn die Verdeut-schung der Titel von uns abhinge.

Subdeligiren, zum Unterbevollmachtigten ernennen. S.Subdelegirter.

Subdelegirter, M ; S., ^egatus, der Unterbevolftmachtigtc. So nennt iM, im Deutschen Staatsrechtedie Bevollmächtigten derj^Yen Rcichsstande, welchenvon Kaiser und Reich ein Auftrag geschehen ist. DieReichsstande selbst stnd in diesem Falle die Bevollmäch-tigten (Delegati) ; folglich die ihre Stelle vertretendenRathe die Unterbcvollmachtigten.

Subdiaeonus. Wenn wir das O. D. und SchweizerischeWort Helfer für Diaconus annähmen, so könnte manUnterhelfer für Subdiaeonus sagen. Gerstner, einSchwäbischer Sprachforscher, - schert, daß dieses (sowie Oberhelfer für Arcbidi. , in Schwaben ganzgebräuchlich sei. Aber freilich , Aengstlichkeit, wo-mit manMänncr, welche ein und ebendasselbe, aufSit-tcnverbefferung abzwcckende Geschäft besorgen, durchRang und Titel unterscheidet, eben so lächerlich, als un-würdig und schädlich. Alle Lehrer sollten Lehrer (Kirchen-lehrer und Schullehrcr), und nicht Pastor primarius,Diaconus unb Subdiaeonus, und nicht Pector, C011-rector, Subrector,Baccalaureus unb Infimus heißen.

Subdividiren, das Getheilte theilen. Unter - eintheilun-gcn oder Unter - abtheilungen machen.

Subdivision, die Unter-eintheilung oder Unter-abthei-lung.

2. Band.

Sub

S ub -et obreptio , in der Rechtssprache, die Erschlei-chung durch Verschweigung wahrer und Angabe falscherUmstände. Sub-et obreptitie, durch Erfchleichungauf eine oder die andere Weise.

Subbastatiou, die Versteigerung.

Subhastiren, oder sub liasta verkaufen, versteigern,im O. D. verganten. Sub basta heißt eigentlich, un-ter dem Spieße. Die R. a. rührt von dem altrömischenGebrauche her, daß der Richter (Praetor) an der Ge-richtsstäte einen Svieß aufzurichten pflegte. Die Deut-sche R. a. meistbietend verkaufen, die man noch immerin allen Anzeigen und Nachrichtsblättern liest, gehört zuden widersinnigen, die längst ausgemärzt sein sollten.Dem oder den Meistbietenden verkaufen, sollte mansagen.

Subject. Dis Wort wird in der Denklehre und in derSprachlehre dem Praedicate (dem Behauptungsbegriffeoder Behauptungsworte) entgegengesetzt, und bedeutetdas Ding, die Sache oder Person, wovon etwas be-hauptet ( bejahet oder verneint) wird. An einer Deut-schen Benennung dafür fehlte es uns bisher gänzlich.Ad. sagt zwar: man gebrauche Gegenstand dafür; al-lein darin irret er. Gegenstand druckt Objett aus.Vermuthlich schwebte ihm bei dieser unrichtigen Bemer-kung das Französische Sujet vor, welches freilich oftdurch Gegenstand Übersetzt werden kann, weil es oft fürObject gebraucht wird. Der Gegenstand (le Sujet)des Gedichtes, sagt man; aber nicht das Subject des-selben; ungeachtet Subject und Sujet in Grunde ebendasselbe Wort sind. Die fruchtbringende Gesellschaft bil-dete für Object und Subject die Wörter Gegenstandund Unterstand. Das eine war so gut oder so fehler-haft als das andere, und beide hätten daher zugleich,entweder angenommen, oder verworfen werden sollen.Alleinso hängt das Glück der neuen Wörter oft vomZufalle ab! Gegenstand fand Eingang, Unterstandwurde verschmäht und verworfen.

Der scharfsinnige Sprachforscher, I. Löwe, setztediesem meinen Urtheile folgenden Einwurf entgegen:Sie sagen Unterstand sei nicht um ein Haar breit schlech-ter als Gegenstand. Ich muß aber gestehen, daß es mei-ner Meinung nach, um einen ganzen Kopf schlechter ist,weil Gegenstand zwar auch fehlerhaft. Unterstand aberganz mit Unverstand gebildet ist. Sie haben freilichRecht, daß im H. D. Stand den Zustand des Stehens,nicht etwas stehendes ausdruckt. Setzen sie aber in derThat das Gegenstehendc dafür, so ist der Ausdruck übri-gens vollkommen wahr. Denn das Object in engeremSinne, als Ziel der Handlung, oder dasjenige, wor-auf die Handlung wirkt, stehet in der Vorstellung demHandelnden wirklich gegenüber; so wie auch in derwei-tern Bedeutung genommen, jedes zu erkennende Dinggleichfalls in der Vorstellung dem Erkenner oder Beach-tet gegenüber erscheint. Was hülfe es aber, wenn manJi auch