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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
247
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Ster

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Stip

(Columne), welcheeinen,dem Didotschen Drucke glei-chen Abdruck gab, und fast nichts mehr zu wünschenübrig ließ. Möchte diesem geschickten und erfinderischenKünstler nur bald diejenige Ermunterung und Unterstü-tzung werden, ohne welche es ihm, bei der Beschränkt-heit seiner Lage, nicht möglich sein würde, diese seineErfindung zum allgemeinen Nutzen anzuwenden und aus-zuführen !

Stereotypisch, mit fester oder feststehender Schrift. S.den vorstehenden Artikel. Virgil, Pariser Ausgabe, mitfester oder feststehender Schrift.

Steril, unfruchtbar.

Sterilität, die Unfruchtbarkeit.

Sthetiiseh , aus Kraft. S. Effect.

Stil, die Schroib-art. Wenn die Künstler sagen: daß et-was in hohem, einfachen oder edlem Stile gearbeitet

»sei, so meinen sie damit die einem Kunstwerke eigen-thümliche Art des Entwurfs, der Zusammensetzung undder Ausführung. Ich glaube, wir würden andern, wassie damit ausdrucken wollen, nichts verlieren, wenn siehiebei, statt des Läk. Wortes Stil, sich des einst vonHerder'n eingeführten Ausdrucks: Art und Kunst,bedienten. Das Stück ist von erhabener Art und Kunst.Das Gebäude verräth alterthümliche Art und Kunst.Wenn von Tagen und Zähren, überhaupt von Zeitrech-nung die Rede ist; so wird unter den Ausdrücken: al-ten und neuen Stils, die alte und neue Zeitrechnung,oder der alle und neue Zeitweiser (Calender) gemeint.Den roten Jänner nach alter Zeitrechnung.

Stilett, ein Dolch.

Stilisiren, einkleiden, abfassen. Der Brief ist gut sti*lisirt, er ist gut abgefaßt, er'hat eine gute Einklei-dung, er ist gut geschrieben oder von guter Schreib-art.

Stilist, einer, der in der guten Schreib-art geübt ist.Ein einzelnes Wort finde ich in unserer Sprache nichtdafür. Aber wir können sagen, statt: er ist ein guterStilist, er hat den guten Ausdruck in seiner Gewalt;er versteht sich aufs Einkleiden oder auf die Einklei-dung; sein Ausdruck oder-ffeine Schreib-artist vor-trefflich. Man sagt auch : er hat oder führt eine ge-schickte Feder.

Stiles eurise , die Kanzeleisprache.

Stimulans, ein Reizmittel.

Stimulation, die Reizung.

Stimuliren, reizen, spornen.

Stimulus, der Reiz, Sporn, Stachel.

Stipendiat; einer, der Stiftungsgelder genießt, einStiftungsgenoß oder Stiftungspflegling.

Stipendium, sollte, der Absicht nach, ein für ärmereJünglinge, welche sich den Wiffcnschaftcn widmen, ge-stiftetes Jahrgeld sein; allein die meisten und größtenUnterstützungen dieser Art, pflegen den Sühnender Be-mittelten von Einfluß zuzufallen. Zweckmäßiger und wür-

Stip Sti#

diger würden diese Gelder verwandt werden, wennman, nach Mirab eau's Vorschlage, sie jährlich, nachangestellter Prüfung, den Fleißigsten und Gesittetesten,als Belohnung, zuerkennte, dann könnte man sie Be-lohnungsgclder oder Fleißbelohnungen nennen. So abersind es nur Stiftungsgelder (wie Heynatz sie genannthat), welche oft gerade den Unwürdigsten zufallen..

Stipulata mauu, mit Handschlag.

Stipulatio», die Festsetzung oder das Festsetzen, die be-stimmte Abrede.

Stipulireu, angeloben, festsetzen, bedingen, die Verab-redung, oder Abrede treffen. Haltaus und Frischhaben aufstupfen dafür, dem letzter die weitere Erklä-rung beifügt: verlris cpiibusdam ex formulis juriscivilis promittere aut pecuniam spondere. DiesesWort ist aber ganz veraltet.-

Stol. gebühren. S. jura stolae.

Stolziren. Dieses Zwittcrwort lautete ehemahls stolzen,oder, wie Ad. aus dem Dasypodius anführt, stol-zen. Daraus machte man in dem barbarischen Zeital-ter, das Lateinisch seinsollende stolzare, und aus die-sem wieder das angebliche Deutsche stolziren. Waskönnte uns hindern, das echtdeutsche stolzen zurückzu-führen? Er stolzte mit Band und Stern einher. Ichhabe es gewagt, dieses echtdeutsche stolzen, statt desunechten Zwitterworts stolziren bei der neuesten Aus-gabe meines Robinsons aufzunehmen:Am folgendenAbend kam Nikolas mit einer von ihm selbst vcrfcrrig-ten Jachttasche einhergestolzt." Ob man stolzen oderstolzen sagen müsse, hängt von dem Umstände ab, obdie Ableitung von dem Eigenschaftsworre stolz, odervon dem Sachworte der Stolz gemacht ist. Ich glaubenämlich bemerkt zu haben, daß unsere Sprache derglei-chen abgeleiteten Zeitwörtern gewöhnlich nur in dem er.sten, seltener aber im zweiten Falle, den Umlaut gibt.So sind aus stark, hohl, kurz, roth, blau rc. die Zeit-wörter starken, höhlen, kürzen, rothen uud blauen,hingegen aus den Sachwörtern der Laut, der Stoß,der Lauf, die Flagge, der Fuß u. s. w., die Zeitwör-ter lauten, stoßen, laufen, flaggen und fußen, ohneUmlaut, gebildet. Ich habe aber bei stolzen diese letz-te Ableikungsart vorgezogen, weil stolzen undeutlicherklingen würde. Uebrigens kann man für stolziren auchprunken, also auch einherprunken für einherstolzirensagen.

Stomaelrale, ein Magennnttel. Storriaclialtropftn sindMagentropfen.

Stranguliren, erdrosseln, würgen oder erwürgen.

Strangurie, der Harnzwang, die Harnstrenge oder Harn-winde; eine Krankheit, bei welcher das Harnen schwerund schmerzhaft von Statten geht. In der niedrigenVolkssprache.hat man den Ausdruck: die kalte Pisse,dafür.

Stfapa-