Stat
Ster
v
i
Statue überhaupt, oder wo dic genauere Bestimmungausdrücklich angegeben werden muß, Standbild zu Fuß,oder Fnßstandbild, so wie für statue equestre mit Ei-nem Worte Roßstandbild, sagen.
Statuiren, festsetzen, annehmen, behaupten; auch er-lauben oder dulden, wie wenn man z. B. sagt: ersta-tuirt keine, auch nicht die geringste Nachläßigkeit imDienste. Gin Exempel statuiren, heißt, ein warnen-des Beispiel oder ein Beispiel zur Warnung geben oderaufstellen.
Statur, die Leibesgröße, der Wuchs, die Leibeshöhc.„Um ihre Leibeshöhe zu vergrößern, trugen sie einen aushohen Federn zusammengesetzten Kopfputz." Die Entde-ckung von Amerika. Äst kann man auch Große schlecht-weg dafür sagen, z. B. ein Mann von mittler Größe.
Status, der Staat und der Stand oder Zustand. Statusin statu, ein Staat im Staate. Iu statu quo blei-ben, im bisherigen oder vorigen Stande bleiben. Sta-tus controversiae , der eigentliche Stand des Streits,die Bestimmung der Streitpunkte. Den Statum con-troversiae angeben, die eigentlichen Streitpunkte fest-setzen oder bestiminen. Status activus und passivusin Schuldcnsachen, ist, der Stand des Vermögens, derFoderungcn und der Schulden, oder das Verhältniß,worin Schulden und Vermögen zu einander stehen, mitEinem Worte, der Vermogensbcstand und der Schul-denbetrag.
Statutarisch, in der Rechkssprache verordnungsmaßigoder gesetzlich , z. B. die statutarisclre Portion, d. t.der gesetzliche Antheil, der einer Person von dem Nach-lasse eines Verstorbenen zufallt.
Statuten, i. im Allgemeinen, Grundgesetze und Versasssung oder Grundverfassung; 2. aber auch insonderheitdas Stadtrccht oder Weichbild. Haltaus hat auchdaS Wort Einung dafür.; die Bürger-einnng, Satzun-gen, worüber die Bürger einig geworden. Statuta opi-ficum, die Innung. Statuta provincialia, die Lan-desordnung.
Steganographie, die Geheimfchreibekunst,die Geheim-schrift.
Stellage (fpr. Stellage), das Gestell, Gerüst.
Stemma, der Stammbaum, Gcfchlechtsstamm, die Ah-nentafel.
Stenographie, die Kurzschreibekunst, die zugleich eineSchnellschreibekunst ist. Gcschwindfchreibekunst, wel-ches Andere dafür angesetzt haben, ist langer und harter.
Stentor , der Name eines Grichischen Fürsten, von demman sagt, daß er starker schreien konnte, als 50 ande-re Menschen zusammengenommen. Dieser Name wirddaher gebraucht, einen mächtigen Schreier zu bezeich-nen. Eine Ltentorisclre Stimme, ist eine mächtige oderRiesenstimme.
Stereographie. S. Iehnographie,
Stereotypen. So nennt Didot der jüngere dievon ihm erfundene stehende Schrift, welche sich vondem, was wir mit diesem Deutschen Ausdrucke bis jetztbezeichneten, auf eine doppelte Weise unterscheidet, 1.dadurch, daß jede .Blattseite (Eolumne), nicht aus ein-zeln zusammengesetzten Buchstaben, sondern, gleich ei-nem abgeklatschten Holzschnitte, aus einem einzigen ge-gossenen Stücke besteht; und 2. dadurch, daß eine sol-che Form, gleich Holzschnitten, eine ungeheure Menge,vielleicht einige hunderttausend, Abdrücke leidet, ohneabgenützt zu werden. Es ist also nicht bloß stehende,sondern feste oder feststehende Schrift. In der Allgem.Jen. Literaturzeitung (1799. Num 211.) wird gesagt:daß diese neue Art von stehender Schrift sich von derbisher bekannten bloß dadurch unterscheide, daß die ein-zelnen Buchstaben, nachdem sie wie gewöhnlich zusam-mengesetzt worden, unken an einander gelökhet würden.Allein darin kann Didvks Erfindung unmöglich beste-hen, weil 1. so entstandene Formen nicht mehr Abdrü-cke, als die gewöhnlichen Druckschriften leiden würden;2. weil der Preis, zu welchem Didot dergleichen For-men ausbietet (3 Franken ober" 1S Ggr. für die .Btakt-seile), in diesem Falle unmöglich so geringe sein könn-te, indem er zu einer solchen Zusammensetzung für jedeDlattscite wol gegen 2 Thaler seiner Schriften verbrau-chen würde; und endlich 3. weil, wenn jene Verfah-rungsart die seinige wäre, jede auf gewöhnliche, Weisegesetzte Seite, durch Aneinanderlöthung der einzelnenBuchstaben, feststehend gemacht werden könnte. Dis istaber nicht der Fall, weil Didot sonst sich hatte anhei-schig machen können, jede ihm zugeschickte, auf gewöhn-liche Art gesetzte Form, in feste Schrift zu verwandeln.Er hat aber nur die, eigends von ihm selbst , verfertig-ten Formen zum Kauf ausbietcn können. Wahrscheinli-cher ist es daher, daß er 1. jeden einzelnen Buchstabin Stahl schneiden läßt; dann 2. mit diesen stählernenBuchstaben eine Blattseite aussetzt; hierauf 3. die ge-setzte Form (vielleicht unten fcstgelöthet) in eine dazutaugliche Masse druckt, und in dieser dadurch eine so-genannte Schriftmutter (Matrice) erhalt, in welche erdann 4. so oft er will, geschmolzenen sogenannten Zeuggießen kann, und auf diese Weise jedesmahl eine, auseinem einzigen Stücke bestehende Form zu einer Blatt-seite erhält. Alles, was den Namen eines Geheimnis-ses dabei verdiente, war die Zubereitung derjenigenMasse, welche Hiebei zur Schriftmutter gebraucht wird;allein auch diese ist jetzt in Deutschland kein Geheimnißmehr. Einem geschickten Deutschen Künstler, NamensWallbaum, welcher seit einigen Jahren eine em-pfehlenswürdige Schriftgießerei zu Goslar angelegt hat,ist es durch Nachdenken und Versuche gelungen, dieseMasse, so wie, die ganze Verfahrungsart, dem Franzö-sischen Erfinder nachzucrfindcn; und schon vor einemJahre zeigte er mir eine zur Probe gegossene Blattftite
(Colum-