Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
239
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Solv

Sond

Sonn

net damit eine Person, welche noch zahlen oder bezah-len kann; und so genommen, muß es nicht, wie in denWörterbüchern zu geschehen pflegt, durch zahlbar, son-dern durch zahlungsfähig oder zahlfähig übersetzt wer-den.Wenn Sie Ihr Leben mit in Anschlag bringen,welches wir Ihnen erhalten haben, so wage ich zn sa-gen: Sie werden nicht zahlungsfähig sein." Romancn-kalender von K. Reinhard. Man druckt eben diesesauch durch die undeutsche und zugleich unlateinischc R.Solvendo oder solvent sein, aus.

Solvendo. S. Solvable.

Solvent. S. Solvable.

Solviren, auflösen, bezahlen.

Somatologie, die Körperlehre.

Somnambule (spr. Somnambül'), eigentlich eine Person,welche im Schlafe herumgeht, wofür wir Nachtwande-rer oder Nachtwandler, auch Mondsüchtiger, und dieR. a. mondsüchtig sein, haben. Allein diese Wörterund jener Begriff passen nicht für eine neue Art vonSomnambulen, womit eine neue Art von Schwärme-rei uns in neuern Zeiten bekannt gemacht hat. Unterdiesen werden Leute verstanden, die durch die Wunder-kraft des sogenannten thierischen Magnetismus, inSchlafe klüger sind , als sie in Zustande des Wachens zusein pflegen, und nicht bloß auf die ihnen vorgelegtenFragen treffende Antworten zu geben wissen, sondern auchWahrsagcrkünste an den Tag legen sollen. Für diese neue-re-Bedcutung des Worts können wir Schlafredner undSchlafwahrsager gebrauchen. Aber hoffentlich werdendiese Ausdrücke und ihr Gegenstand in diesem neuen Zahr-hundcrtc wieder in Vergessenheit gerathen.

Sonate, in der Tonkunst, ein aus zwei bis vier kleinernStücken bestehendes Tonstück, welches von eincmHaupt-tonwcrkzeugc entweder allein, oder in Begleitung weni-ger andern vorgetragen wird. Klangstück würde nurnach Ucbereinkunft, wenn diese möglich wäre, dafür ge-braucht werden können.

Sonatine , eine kleine Sonate oder ein kleines Klangstück/wenn man will.

Sonde (spr. Songde), 1. in der Schiffahrt,, das Senk-blei , das Loth oder Bleilots», womit man die Tiefendes Meeres mißt; 2. in derWund-arzcneikunst ein Werk-zeug zur Untersuchung der Wunden. Da dasselbe in ei-nem mit einem Knopfe versehenen Stifte, einer großenStecknadel ähnlich, besteht, so kann man die Senkna-del oder auch die Senke dafür sagen. Vollbedinghat, in dem Moritzischen Wörterbuche, Sucheisen da-für angesetzt. Allein da dieses Werkzeug gewöhnlichvon Silber ist, so paßt diese Benennung nicht, wenig-stens nicht immer.

Sondiren, 1. die Tiefe mit dem Senkbleie erforschen;das Senkblei auswerfen. Wir haben zwar das Zeit-wortlothen, womit dieser Begriff füglich bezeichnet wer-den könnte; allein der Sprachgebrauch hat die Bedeu-

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tung desselben dahin beschränkt, daß es nur von Werk-leuten gesagt wird, wenn sie den senkrechten Stand ei-nes Dinges durch Anlegung des Blciloths erforschen. 2.In der Wund-arzeneikunst, mit der Senknadcl unter-suchen. 3. Im gemeinen Leben auch uncigentlich fürausforschen, wofür man auch ausholen und, wiewolnur in niedriger Sprech- und Schreib-art, einem aufdie Zahne fühlen sagt. Wollte man das Wort sondi-rcn zu einem Deutschen umformen, so rnüßte man esin sonden verwandeln.

Sonnensystem. S. System.

Sonnett, eine Gedichksart, deren Eigenthümliches in derZeilen-und Reimenzahl und in einer den Reimklang ver-mehrenden Vertheilung derstlbcn besteht. Zur Zeit dcefruchtbringenden Gesellschaft , vielleicht schon früher, hatman die, auch im Holländischen'übliche Benennung,Klinggedicht, dafür eingeführt, welche auch G ottfch edin seiner Dichtkunst aufgenommen hat. Wenn man er-wägt, daß das Reimgekiingel das Unterscheideüdc die-ser spielenden Gedichts-art ausmacht, so scheint jenerDeutsche Name nicht übel dafür zu passen. Da indeßin diesem Deutschen Ausdrucke durch die Zusammenkunftder beiden g eine unangcnchmeHärre entsteht, so möch-te ich doch rathen, ihn gegen den besser klingenden, undwenn mein Gefühl mich nicht tricgt, edleren Klangliedzu verrauschen. Unter Kinderlings Verdeutschungen(auch in Vollbcdings Fortsetzung des MoritzischenWörterbuchs) findtt'Man aus Versehen, vermuthlich desSetzers, Singgedicht dafür angesetzt. Daß dieses fürSonnet nicht paffe, leuchtet von selbst ein.

Sonor, wofür man auch sonotiseb hört, tönend, klrn^gend, hellklingend. 'Für: er hat eine schöne sonoreStimme; könnte man auch sagen: er hat eiize schöne^Klangstimme.

Sopha. S. Sofa.

Sophisma, ein Trugschluß, wobei man die Absicht.zu täuschen; also ganz etwas anders, als Fehlschluß/welcher nur Irrthum, nicht bösen Willen,. voraussetzt.;

Sophist. Hcpnatz hat Trugwciftr und zugleich Trug-schließer (von Trugschluß abgeleitet). vorgeschla-gen. Beide Ausdrücke gefallen mjr nicht; der erste,weil Weiser und Trug eben so unverchchar sind, alsTag und Nacht; der andere, weil.wir bei dem WprteSchließer an etwas ganz anders, als an einen derSchlüsse macht, zu denken gewohnt sind. Rüdigerhat Weiseling dafür gebildet; allein auch bei diesemWorte würde man eher an einen verfehlten Weisen, aneinen Schwachkopf, der sich dünket weise zu seift, alsan einen Sophisten, d. i. att einen verschlagenen Ver-nünftler denken, welcher durch Trugschlüsse zu blendensucht. Der Afterweise (wie I. L ö w e das Work zu ver-deutschen riech) ist der unechte Philosoph, Philosopha-^ster genannt, aber nicht der Sophist. Ich selbst hattein der Preisschrist Dernunftgaukler dafür angesetzt,

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