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Soll
Solv
Sold Soli
Soldat. Die Wurzel.dieses Worts ist Deutsch, dieBe-tonung desselben undeutsch; allein es hat nun einmahlso tiefe Wurzeln in unsere Volkssprache geschlagen, daßcs wahrscheinlich nie wieder ausgetilget werden kann.Der edlere Ausdruck für die höhere Schreib-ark ist Krie-ger. Soldat ist, seiner Abstammung und seiner ursprüng-lichen Bedeutung nach, einerlei mit Söldner oder Söld-ling.
Soldutesque (spr. Soldatesk'), das Kriegesvolk, dieKriegesmannschaft.
Solenn, feierlich, festlich.
SolLiwisiren oder solernnisiron, feierlich begehen, feier-lich machen, durch gesetzliche Feierlichkeiten bestätigen,z. B. den letzten Willen. ,
Solennitüt, die Feierlichkeit. Solennitates testamenti,find die zu eincp letzten Willenserklärung erfoderlichenGebrauche. >
Solenniter, feierlich.
Solfeggiren (fpr. fvlfedgiren) oder solmisiren, das Sin-gen der Noten mit ihren Benennungen, ohncTept, zurUebung der Stimme. Eschenburg. S. Abecediren.
Solide (spr. solihd'). Dieses Wort leidet, je nachdem dieVerbindung ist, in der es vorkommt, verschiedene Ue-bcrsetzungen. Es bedeutet: ».dicht, fest, haltbar oderdauerhaft, z.B. ein solches Gemäuer, ein solcher Bau;2. gründlich, z. B. solche Kenntnisse; ß. derb, z. B.solche Speisen; 4. rechtlich, welches die Begriffe ehr-lich oder rechtschaffen und ansehnlich verbindet, z. B.eine solche Buchhandlung; L. gesetzt z. B. ein solcherjunger Mann, eine solche Gemüthsart; 6 . sicher oderwohlberechnct, z. B. ein solches Unternehmen.
Solidität, die Dichtheit, Festigkeit, Derbheit, Gesetzt-heit, Gründlichkeit, Dauerhaftigkeit, Rechtlichkeit.S. Solide.
Solidum , das Ganze. In solidnm caviren, wird ge-sagt , wenn mehre Personen sich dergestalt für etwas ver-bürgen , daß sie sich dabei verpflichten, alle für einenund einer für alle zu stehen. Jeder von diesen verbürgtsich also für das Ganze. In der Meßkunst bedeutetSolidum einen geometrischen Körper, d. i. etwas derLange, Breite und Tiefe oder Dicke nach ausgedehntes.
Soliloquium, das Selbstgespräch; besser das Allcin-gesvrach.
Solipsismus. S. Egoismus.
Soli psist (Solipsista). S. Egoist.
Solitaire (fpr. solitär), 1. als Beiwort, einsam; 2. alsSachwort (substantiv), der Bandwurm; Z. von Edel-steinen gebraucht, bedeutetes einen einzigen Stein vonvorzüglicher Größe und Schönheit, der mit keinen klei-nern eingefaßt ist.
Solitude (spr. Solitüde), die Einsainkeit, die Einöde,wofür die Dichter auch das einfache, die Ocde, ge-brauchen :
Dennoch muß ich hier nun ewig weilen,
Ewig zwischen Gott und dir mein HerzPeinlich in'der bangen Ocde theilen.
Bürger.
Sollicitant, der Ansucher, oder bestimmter der Rechts-such er; einer, der bei der Regierung oder bei seinerObrigkeit in einer Rechtssache um etwas bittet. ZuWetzlar werden alle diejenigen insonderheit mit diesemfremden Namen belegt, welche in eigener Person dahinkommen, um ihre Rechtsangelegenhcit zu betreiben.
Sollieitation, das Anhalten , das Rechtsgesuch. Kantversteht darunter: „DieWirkung einer bewegenden Kraftaus einen Körper in einem Augenblicke."
Sollicitis en, anhalten, ansuchen; um Rcchtshülfe bitten.
Solmisisen. S. A b c diren.
Solo, 1. im Kartenspiele, das Alleinspicl, wenn näm-lich der Spieler es unternimmt, ohne Gehülfen und ohne.Zukauf, bloß mit den in seinen Händen befindlichen Kar-ten das Spiel zu gewinnen. 2. In der Tonkunst, dasSpiel oder der Gesang eines Einzigen, indeß die anderninne halten. Alleingesang, welches Heynatz dafürangesetzt hat, klingt schwerfälliger als Alleinsang, nurdaß Sang freilich veraltet ist. Ost ist es aber auch Al-leinspiel, wenn nämlich nicht gesungen, sondern nur ge-spielt wird. Göthe hat die einzelne Stimme dafürgesagt: „Philine, welche die einzelne Stimme singensollte." Eatel hat Einsang dafür aufgenommen. DieJäger nennen Solofanger einen Windhund, der ohneMithülfe anderer Hunde seinen Hasen allein einzuholenund zu greifen versteht; hier also Alleiiifanger.
Solöcismus, in der Sprachlehre, ein Sprachfehler. Manvermuthet, daß die Lat. Benennung von der Stadt Solioder Solo in Cilicien entlehnt sei, wo vielleicht eineschlechte Mund-art herrschte.
Solstitium, der höchste und der niedrigste Standpunkt derSonne (oder vielmehr der Erde) am längsten und kürze-sten Tage. Wir haben Sonnenwende dafür. Freilichsollte man eigentlich Erdenwende sagen; allein die Spra-che nimmt die Dinge, wie sie erscheinen, nicht wie siesind. In folgender Stelle ist Solstitium sehr gut durchWendepunkt verdeutscht: „Man kann den 2 7ten Jul. alsden Wendepunkt der Französischen Revolution ansehen."Neue Deutsche Monatschrist. Oft paßt auch Wendeschlechtweg dafür:
Unser Erdenjammer hat gleich der Erde seine
Wende;
Tritt sie gleich nicht früher ein, so erfolgt sie
doch am Ende.
Solutioti, ». die Auflösung; 2. das Aufgelöste. Bei-de Begriffe werden in Deutschen, aber nicht gut, durchAuflösung bezeichnet.
Solvable (spr. solvabl), sollte zwar eigentlich zahlbar,d. i. was sich zahlen läßt, heißen; allein man bezeich-. nek