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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
236
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Simi

Sine

Sing

Sir

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schon General-Controleur her, der diese Art von Ab-

' bildung, zwar wol nicht erfand (denn sie ist, der Haupt-sache nach, vielleicht die älteste von allen), aber dochbeliebt und gemein machte.

Simile, das Gleichniss. Omne simile claudicat, je-des Gleich rüst hinket.

Similor, oder Semicl'or, cineMischung vonGold, Ku-pfer und Zinn, die dem äußern Ansehen nach, dem Gol-de ähnlich ist. Halbgold würde zwar dem FranzösischenNamen antworten, aber nicht dem innern Werthe die-ser Mischung angemessen sein. Ich schlage daher lieberGoldkupser, Kupfcrgold oder Schcingold dafür vor.

Simonie, das gesetzwidrige Kaufen und Verkaufen geist-licher Aemter. Die Benennung rührt bekanntlich von ei-nem gewissen Simon her, der (S. die Apostelgeschich-te) die Kunst Wunder zu thun den Aposteln abkaufenwollte. Heynatz hat, etwas spaßhaft und zu allge-mein, die Händevcrsilbcnmg dafür angesetzt. Warumwollten wir nicht lieber die Simvnssünde dafür sagen?

Simple, einfach; auch schlecht, schlicht und einfältig.Eine einfache Kleidung. Schlecht und recht cinhcrgchen.Schlichte Gesinnungen. Einfältiges Herzens oder Sin-nes sein.

Simplement (spr. ßgngplmang), einfach, schlechtweg.

Simplex , einfach. Als Sachwort gebraucht man es fürSchafskopf oder Einfaltspinsel.

Simplicia, einfache Arzeneimittel.

Simplicität, die Einfalt, Einfachheit, Schlichtheit.Für die beiden letzten Wörter, welche nicht gut klingen,kann man, wenigstens oft, auch das Einfache, dasSchlichte, und das Kunstlose oder Unerkünstelte, sagen.

Simpliciter, schlechthin, -schlechtweg. Oft auch unbe-dingt, oder ohne Einschränkung. Z. B. Deutschlandtrat das linke Rhein - ufer unbedingt an Frankreich ab.

Simplilication, die Vereinfachung.

Simpliliciren, vereinfachen.Es wäre zu wünschen,man könnte mehr Dinge so simplificiren." L i ch t c n b e r g.Und warum nicht vereinfachen? Die Sprache zu ihrerReinheit zurückführen, ist auch eine Vereinfachung.

Simplnm, das Einfache. Beim Stcucrwcsen wird eineeinfache Abgabe oder Steuer darunter verstanden, wel-che zuweilen verdoppelt oder verdreifacht wird.

Simulation, die Verstellung.

Simuliren, hinter dem Berge halten, sich verstellen.

Simultaneum (nämlich exercitium religionis) , dasRecht verschiedener Glaubensgenossen in einer und eben-derselben Kirche ihre Gottesverehrungen anzustellen; derGemeingebrauch einer Kirche. Auch in andern Fällenkönnen wir das Beiwort simultan durch Zusammense-tzungen mit gemein umgehen, z. B. eineGemeinkirche,ein Gemeinkirchhof.

Sincerität, die Lauterkeit, Aufrichtigkeit.

Sine die et Consule, ohne Tag - und Jahrzahl, weil

die Römer die Jahre durch die Namen der jedesmahli-gen Eonsuls bezeichneten.

Singular, £stf. Singularis sc. numerus, in der Sprach-lehre , die Einzahl, entgegengesetzt der Mehrzahl, (plu-ralis). Das Wort ist nur in der Einzahl üblich.

Singular, sonderbar, seltsam, eigen. Ein singulärerMensch, ein Sonderling.

Singularität, die Eigenheit, Sonderbarkeit, Seltsamkeit.

Sinister, bedeutet zwar eigentlich link; allein es wird inDeutschen nur in seiner uneigentlichen Bedeutung, fürunglückschwanger, unglückweissagend gebraucht. Ostläßt es sich durch widerwärtig übersetzen, z. B. eine sol-che Gesichtsbildung; wofür man auch eine unglücklichesogt.

Sinus, in derDreieckslehre, ist vonBurja durch Stützeverdeutscht worden. Da die Begriffe Sinus, Tan-gente, Secante, Cosinus, Cotangente unbCose-cante zusammengehören, indem einer ohne den andernnicht wohl gefaßt werden kann: so setze ich, was jenerSchiftsteller (in den Berl. Beiträgen zur DeutschenSprachkunde) zur Verdeutschung derselben vorgeschlagenhat, hier in Verbindung her, und werde bei jedem ins-besondere an seinem Orte hieher verweisen:Wenn vomScheitel eines Winkels ein Kreisbogen zwischen den bei-den Schenkeln gezeichnet wird, und wenn von einemEnde des Kreisbogens auf den entgegengesetzten Schen-kel eine senkrechte Linie gefallet wird; so heißt diese dieStütze (Sinus) des Winkels oder des Bogens. VomPunkte, wo die Stütze auf den Schenkel fällt, bis anden Bogen selbst, liegt dieQueersiütze (Sinus versus).Eine gerade Linie, die das eine Ende des Bogens be-rührt, und bis zur Verlängerung des entgegengesetztenSchenkels gehet, heißt die Taste (Tangens). Der biszur Taste verlängerte Schenkel ist die Schnittlinie (Se-cans). Die Stütze, die Oueerstütze, die Taste und dieSchnittlinie der Ergänzung werden Nebenstütze, Ne-benqueerstütze, Nebentastr, Nebenschnittlinie (Cosinus,Cosinus versus, Cotangens, Cosecans) genannt.Der Strahl oder Halbmesser, womit der Bogen gezeich-net worden, wird dieHauptsiütze (Sinns totus) genannt.Sturm nennt den Sinus die Halbfeime, den Sinusversus die verkehrteHalbfenne, die Tangens Tastfen«ne, die Secans Durchfchnittsfenne. Allein diese Ver-deutschungen scheinen mir der Sache nicht angemessen zusein. Der Sinus ist nicht die halbe Sehne oder Sennedes einfachen, sondern des doppelten Bogens. Der Si-nus versus, die Tangens, und die Secans sind garkeine Sehnen. Schulze, der sonst so gern die Kunst-wörter verdeutscht, hat in derDreieckslehre die Lateini-schen Benennungen: Sinus, Sinus versus, Tangen-te, Secante ». f. w. beibehalten."

Sir, Herr. Sire, allergnädigster Herr. Mit jenem re-det man in England jeden rechtlichen Mann, mit diesemdie Könige an.

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