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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
235
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Sess

Sest

Süll

Serv

lehrte Hefrschelei und Knechtelei, die in dem freien Ge-dankenreiche nicht geduldet werden sollten."

War'n allzumahl wider die alten Schranzen,

Mit ihrer alten Knechtclei.

N. Froschmauslcr.

Logau hat Knechterci dafür, welches mir minder gutzu sein scheint:

Soll's denn sein, daß Frankreich Herr, Deutsch-land aber Diener sei?

Freies (?) Deutschland schäme dich, dieser schnö-den Knechterci!

Servireu, dienen. Für: den Tisch serviren , haben wiranrichten.

Serviteur (spr. Serwitöhr), der Diener.

Servitia, Dienste, Frohnen; determinata, gemes-sene; indeterminata, ungemessene; manuaria,Handdienste oder Handfrohnen; vasallitica, Lehns-oder Ritterdienste; venatoria , Jachtfrohnen, dieJachtfolgc.

Servitut, Lat. Servitus , in Allgemeinen, die Dienstbar-kett oder Knechtschaft. In der Rechtssprache aber wirddas Wort mit den naher bestimmenden Nebenbegriffengenommen, daß man irgend eine Verbindlichkeit, Be-schwerde oder Last darunter versteht, die mit einem ge-tviffen Grundstücke unzertrennlich verbunden ist, und dieder Besitzer desselben sich daher muß gefallen lassen, z.B.daß man einen Durchgang durch sein Haus , seinen Hofoder Garten gestatten muß. Man könnte Hasftbeschwer-de oder Hafftlast dafür sagen , d. i. eine Beschwerde oderLast, welche an dem Grundstücke hasstet. Dienstpflicht,welchcsKi nd crl i ng dafür ansetzt, sagt etwas anders.Dabei denkt jedermann an eine Pflicht, die wir vermö-ge unsers Dienstes oder Amtes zu leisten schuldig sind.Rüdiger hat die buchstäbliche Uebcrsetzung durch denallgcmeinern Ausdruck, Dienstbarkeit, vorgezogen. ^Ein-schränkungen des Eigenthumsrechts, vermöge welcher derBesitzer verbunden ist, etwas zu leisten, heißen Dienst-barkeiten, Servitutes." Servitus juris pascendi,die Hut - und Triftgercchtigkeit; stillicidii, dasTrausrecht;viae, die Durchfahrt.

Session, die Sitzung. Die Franzosen unterscheiden Ses-sion und Seanee, ungeachtet beide in Grunde einerleibedeuten. Unter dem ersten verstehen sie die ganze Zeit,in welcher eine Gesellschaft, z. B. die Rcichsstände, las-semblee nationale, an einem Orte versammelt ist,und daselbst täglich zusammenkommt, um die Absicht ih-rer Sendung zu erfüllen. Jede tägliche Zusammenkunftselbst wird Seanee genannt. Ich habe geglaubt, dieseBegriffe in Deutschen dadurch unterscheiden zu können,daß ich jene (la Session) die Sitzung, diese (la Seanee)die Tagsitzung nannte. S t e nz c l hat diese Unterschei-dung, in dem Moritzischen Wörterbuche, gleich andernvon mir gebildeten Wörtern, stillschweigend angenommen.

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Sestetto, bei den Franzosen sehr sprachwidrig Sestuor,Scchsgcsang, Sechsspiel. Esch enburg.

Severität, der Ernst, die Strenge.

Sexte, 1. in der Tonkunst, der sechste Ton derTonleiter.Esch enbn rg. 2.In der Schulsprache, die sechste Klasse.

Sforzando, in der Tonkunst, verstärkt, stärker. Eschen-burg.

Shawl (spr. Schaal), ein weibliches Modekleidungsstück,welches, so wie der Name desselben , aus Ostindien nachEngland, und von da zu uns gekommen ist. Da es ineinem langen schmalenTuche besteht, welches nicht bloßHals und Busen, sondern auch, stakt des Mantels, denLeib umschlingt: so könnte man füglich Leibtuch dafürsagen.

Siciliano, in der Tonkunst, nach Art eines Schäfertan«zcs. Eschenburg..

Siesta, der Nachmittagsschlaf, oder die Nachmittags-ruhc, während der stärksten Sonnenhitze; in Spanienund Portugall.

Sigill, Lat. Sigillutn, das Siegel, und zwar gewöhn-lich mit dem Nebcnbegriffc des großen. Sud sigilloeonfessionis, unter dem Siegel der Beichte, d. i. derstrengsten Verschwiegenheit. Die unter Landesvcrvrd-nungcn u. s. w. gesetzten Buchstaben L, S. bedeuten 1.0-co Sigilli, d. i. statt des Siegels.

Sigilliren, siegeln, besiegeln und versiegeln.

Signal, das Zeichen, die Losung, die Fernschrift.

Signaliren, bezeichnen, Zeichen oder Losung geben,durch Zeichen melden oder andeuten.

Sigualisireu, sich, sich auszeichnen, sich hervorthun.

Signatur, 1. in Allgemeinen, die Bezeichnung; 2. ins-besondere, die Unterschrift oder Unterzeichnung, unddie Besiegelung; 3. bei den Buchdruckern, die Bogen-bezeichnung, (oder das Bogezcichen) die aber auch zu-gleich eine Blattbezeichnung (oder ein Blattzeichen) ist,und durch Buchstaben und Zahlen geschieht. 4. DieGcbrauchzctkelchcn und Aufschriften an den Arzcneiglä-sern. Schachteln u.s.w. Auch hier kann man Bezeich-nung dafür sagen.

Signet, die letzte Silbe gedehnt, das Petschaft, Hand-petschaft, zum Unterschied von Sigill, das große Siegel.

Sigttifieation, die Bedeutung.

Signiiicativ, bedeutend, bedeutungsvoll. Die Neuernhaben auch das Wort bedeutsam dafür gebildet.

Signiren, zeichnen, bezeichnen und unterzeichnen oderunterschreiben.

Signum , das Zeichen. Signum exclamandi , das Aus-rufungszeichen. Signum interrogandi , das Frage-zeichen.

Silentium, das Schweigen oder Stillschweigen. Silen-tium imponiren , Stillschweigen auffegen, oder ge-bieten, Altum Silentium , ein tiefes Stillschweigen..

Silhouette (spv. ©ituette), der Schattenriß, oder dasSchattenbild. Der Name rührt von einem Französi-

Gg 2- schen