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Sera
Serm
last. Wenn eS ohne Beisatz gebraucht wird, so meintman damit den Wohnpallast des Türkischen Kaisers.Sonst werden auch die Wohnungen der Großen, so wiedie der fremden Gesandten, mit diesem Namen belegt.Im gemeinen Leben wird bei uns und in andern Lan-dern, Serail gewöhnlich mit Harem, dem Wohn-vrteder Türkischen Weiber, verwechselt. S. Harem.
Seraph, in der Mehrzahl Seraphim, eigentlich Flam-men, uneigentlich Engel.
Serhet. S. Sorbet.
Serenade oder Serenata. In der Tonkunst unterschei-det man Serenade (von Ia sera, der Abend,) daSAbenöstandchen, Notturno, das Nachtständchen, undAulide, von aube, die Morgendämmerung, dasMorgen- oder Frühstandchen. Ständchen ist das all-gemeine Deutsche Wort dafür. Allein da dieses jedesnächtliche, unter dem Fenster einer dadurch zu ehrendenPerson angestellte Tonspiel, auch wenn kein Gelang da-bei ist, bezeichnet; Serenade hingegen in der Spracheder Dichtkunst allemahl auf Gesang, und zwar auf ei-nen unter dem Fenster der geliebten Person abgesunge-nen Klagcsang, deutet, den die Grichen »ag«xÄawr/-Togov — ein vor der Thür gesungenes Klagelied — nann-ten: so schien uns für diese bestimmtere Bedeutung nochein besonderes Wort nöthig zu sein; und ich brachte da-zu Standchenlied, d. i. Lied, welches bestimmt ist, zumStändchen gebraucht zu werden, in Vorschlag. Ich ha-be aber auch nichts dawider, wenn man dem WorteStändchen, außer seiner allgemeinen Bedeutung, auchnoch diese besondere beizulegen beliebt. Dis haben Bür-ge r und Voß auch schon gethan, indem jener sein be-kanntes Nachtlied:
Mit Lied und Leier weck' ich dich,durch Ständchen schlechtweg überschrieb, und dieser inder Einleitung zu der zweiten Idylle des Virgils sagt:„Das Gedicht ist eine Art von Ständchen."
Serenissimus, in der Kanzeleisprache, die Benennungdes regierenden Fürsten. Der Durchlauchtigste. Durch-lauchtigster haben zu befehlen geruhet.
Series, die Reche. In nna serie, in ununterbrochener,stätiger Reihe.
Seriös, Franz, serieux; ernsthaft, ernstlich. En se-rieux oder serieusement, im Ernst, alles Ernstes.Für seriös oder ernsthaft reden, hatL a vat er das Zeit-wort ernsten gebildet: „Du magst scherzen oder ernsten/-
Sermocinatio , eine rednerische Figur, nach welcher eineandere Person redend eingeführt wird.
Sermon, bedeutet zwar überhaupt eine Rede oder Pre-digt; allein man verbindet doch gewöhnlich auch die Ne-benbegriffe, lang, ttocken und langweilig, damit, wel-che wir bei Gerede hinzuzudenken pflegen. Schlimm ge-nug, daß die große Mehrheit unserer Kanzelredner esdahin gebracht hat, daß man auch bei dem Ausdrucke
Serv
Kanzelrcde oft nur an einen solchen Sermon zu denkenpflegt.
Servante (spr. Serwangte), eigentlich eine Dienerinnoder Magd; man versteht aber auch darunter ein klei-nes Tischchen, oder ein Gestell mit zwei oder drei Tisch-chen über einander, welches, mit Flaschen und Gläsernbesetzt, neben den Eßtisch gestellt wird, damit man dasErsoderliche ablängen könne, ohne einen Bedienten dazunöthig zu haben. Da also die Franz. Benennung daherrührt, daß ein solcher Tisch die Stelle eines Bedientenvertritt, und bei uns der Tisch, nicht wie im Französi-schen (la table ) weibliches, sondern männliches Ge-schlechts ist: so könnten wir füglich Diener, oder auch,wenn wir deutlicher reden wollen, Dientisch dafür sagen.Dienertisch oder Tischdiencr können dafür nicht gebrauchtwerden, weil man bei jenem eher an einen für die Die-ner bestimmten Tisch, so wie bei diesem eher an einenDiener, der die Bestimmung hat, bei Tische aufzuwar-ten, denken würde.
Service (spr. Serwihß'), heißt zwar eigentlich der Dienst,es wird aber bei uns nicht in dieser, sondern nur in zweiuneigenklichen Bedeutungen genommen, nämlich: i.füralle Schüsseln, Teller, Näpfe, Fruchtkörbe u. s. w. zu-sammengenommen, welche bei einem Gastmahle für einegewisse Zahl von Tischgenossen erfodert werden. Hierkönnen wir Aufsatz dafür gebrauchen. 2. Für diejeni-ge Steuer, welche die Bürger dafür, daß sie mit demEinlager verschont bleiben, zur Verpflegung der Solda-ten erlegen müssen. Dafür könnten wir Einlagergeld,weil es statt des Einlagers oder für die Befreiung vomEinlager aufgelegt wird; oder auch Verpstegungssteuersagen, wobei man, daß diese Auflage für die Soldatenbestimmt sei, wie bei Service selbst, wol hinzudenkenkönnte.
Serviette, das Tellcrtuch. Dis in O.D. übliche Deut-sche Wort verdiente, überall angenommen zu werden.Einige Schriftsteller, z. B.Mylius in dem Faschings-kinde, haben es schon angenommen.
Servilisch, sklavisch, knechtisch. Bei der Zusammen-setzung, servilischtreu, sagt Heynatz (in den Brie-fen): SetzenSie hier, anstatt servilischtreu, einmahlsklavischtreu, so wird der Sachverständige, wie ich mireinbilde, immer ein wenig vermissen, das er vorher fand."Es würde schwer sein zu sagen, was an diesem DeutschenAusdrucke denn nun eigentlich vermißt werde. Vielleichtfühlte das Ohr des Verfassers sich bloß deswegen unbe-friediget, weil wir, da wir Kinder waren, das Wortservus, nicht durch Sklave, sondern durch Knecht zuübersetzen angewiesen wurden. Bei wem nun aber die-ses der Fall ist, der braucht ja nur knechtischtreu dafürzusagen. Für sich servilisch benehmen, sagt man krie-chen; könnte auch knechteln dafür bilden, so wie ichauch für servilische Gesinnung und ein solches Betra-gen das Sachwort Knechtelei versucht habe. „Die ge-lehrte