Sans
Sans
Sard
Sang
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Dinge, über welche das nothwendige Natur- und Sit-tengesetz nicht entschieden hat. Man versteht aber auchinsbesondere darunter die Ertheilung der Gesetzeskraft,oder die von einer höhern Macht herrührende Bestätigungdessen, was eine untergeordnete Macht verordnet oderzum Gesetz vorgeschlagen hat. So ertheilt z. B. der Kö-nig von Großbrittanien demjenigen, was die Mehrheitder beiden gesetzgebenden Häuser (Parlamente) beschlos-sen hat, durch seine Zustimmung die Gesetzeskraft, Sanc-tion. Sanctio pragmatica. S. kragmatiscli.
Sanguinisch- Für die eigentliche Bedeutung dieses Wortskönnen wir blutreich, saftreich und leichtblütig gebrau-chen. S. lemperament. Uneigentlich wird es bald fürschwärmerisch oder dichterisch, bald für leichtsinnig undwollüstig gebraucht. „Cs gehört in der That ein etwasdichterischer Glaube an die Menschheit dazu." Theo-phr on.
Sanität, die Gesundheit. Sanitäts - Kollegium , derGesundheitsrath.
Sans comparaison(fpr. ßang Kongparäfong), ohne Ver-gleichung.
Sansculotte (spr. ßangkülott). Da die Entstehung diesesAusdrucks und die damit verbundenen Umstände einenZeit-abschnitt in der Neufränkischen Geschichte bezeich-nen : so verdient er für den künftigen Geschichtschreiberverdeutscht zu werden. Dis ist auch schon geschehen;man hat in Zeitungen und Zeitschriften häufig L)hne-hose dafür gesag'. Der Verf. der BraunschweigifchenLandzeikung (Braß) bildete Barlender dafür, nach derAehnlichkeil von Barfüßer. Allein da die Wörter Hoseund Lende zu denen gehören, die man in feinen beson-ders Frauenzimmergesellschaften, gern vermeidet, undLender (weil es wie Lander in Schottlander, Jrlan-der u. s. w. klingt) den Ausdruck zweideutig macht: sohabe ich lieber Barschenkler, von bar und Schenkel ge-bildet , dafür sagen wollen. Spottmeife und in niedri-ger Schreib-art könnte man es auch durch Hans Ho-senlos verdeutschen, wie es von mir in folgender Nach-ahmung eines Doppelverses aus denXenien geschehen ist:
Bor dem Herrscherling' in Versen bewahrt uns,
ihr Götter!
Und vor Hans Hosenlos auch, der uns mitLernen wirft.
Sans doute (fpr. ßaugduht'), ohne Zweifel, allerdings!—. Verschiedene Schriftsteller, einige von größerem, an-dere von geringerem Gewichte, (unter jenenKlopsto ck)haben sich gegen dieses allerdings, so wie gegen dieähnlichen: meinerseits, allerseits, schlechterdings u.s. w.erklärt, und verlangt, daß wir (mit den Oberdeutschen)allerdinge, schlechterdinge u. s. w. dafür sagen sollen.Andere hingegen haben diese Wörter dadurch, wie ichglaube,, gerechtfertiget, daß sie zu bedenken gaben: dasan dieselben angehängte s sei nicht das Viegungs- son-2. Land.
dem das Ableitungs-s, wie in Nirgends, anders,erstens, Nachts u. s. w. S. Beitrage zur weit. Aus-bild. der Deutschen Sprache II. 193.
Sans fa9on (spr. ßang Faßong), ohne Umstünde.
Sanssouci (fpr. ßangßußi), ein königl. Lustschloß bei Pots-dam, Sorgenfrei. „Mein kleines Sorgenfrei." Gleim.Und in der NäheMein Sorgenfrei. Bürger.
Sande (fpr. Sangteh), eigentlich die Gesundheit, in derSprache der Mode ein breiter Gürtel, den man unterder Weste trägt, die Verkältung des Unterleibes zu ver-hüten, ein Gesundheitsgürtel.
Sapienti sät! Genug für den Verständigen!
Sappeur oder Sapem - (spr. Sappöhr), in der KriegeS-fprache, einer, der bei Belagerungen gebraucht wird,die Laufgraben auszuwerfen. Sapper, von dem veral-teten sappen (S. Sappiren) würde wol nur wenigenverständlich sein. Schanzgraber bezeichnet den Pionnier,Minengraber den Mineur. Ich weiß daher nur Laus-graber nach der Aehnlichkeil von Todtengraber dafüranzugeben.
Sappiren oder sapiren, untergraben. Wir haben dasgute, nur veraltete Wort sappen dafür, welches Frisch,aber nicht Ad. aufgenommen hat.
Sarcasmus, ein Stachelwort oder Stichelwort, ein bei-ßender Witz; eigentlich die Zerfleischung. Einer meinerBeurtheiler meinte, Stachel - oder Stichelwort sage zuwenig, und man würde eher Bitterkeiten für Sarcas-men sagen können. Ich kann nicht finden, woi auf die-ses Urtheil sich gründet. Mir scheint ein Wort, .welchessticht, empfindlicher weh zu thun, als ein anderes, wel-ches nur bitter ist.
Sarcastisch, beißend, bitter, stechend; eigentlich zer-sieischend, wie das Französische ckcchirant.
Sarcophag, „ein schwimmichter leichter Stein, der inItalien und an andern Orten mehr in den Brüchen ge-funden wird. Er läßt sich leicht, wie der Bimsstein,zerreiben, ist über und über mit gelben Adern wie be-säet, und außenher mit Staub und Mehl überzogen,welches gelb oder weiß, salzig und etwas scharf ist. DieAlten haben diese Steine zu Aufführung der Grabstättegebraucht, damit die todten Körper verzehrt werdenmöchten, ehe sie von der Fäulniß angegriffen würden."Jacobsons tcchnol. Wörterb. Man behauptet, daß einLeichnam, in diesen zehrenden Stein gelegt, inuc halb40 Tagen vergangen sei. Das Wort Sarcophag be-deutet eigentlich Fleischfresser. Jetzt versteht man dar-unter in der Sprache der schönen Künste, ein in alter»khümlichcm Geschmacke gebautes sargförmigcs Grabmahl.Sardelle, eine Art kleiner Heringe im mittelländischenMeere. Clupea Alosa Linn. Man hat die DeutscbenNamen Spiering, Spierling und Breisling dafür, undwenn sie geräuchert sind, Sprotten.
Ff Sar-