Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
226
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Sard

Sauv

Sbir

Lear

L2Ü

Sardonisch, eigentlich Sardinisch, oder aus Sardinien.Dieses Beiwort wird mit Lachen verbunden; ein sar-donisches"£acj)en, wodurch man ein bitteres Lachen be-zeichnet. Der Ausdruck ist aus dem Namen eines Ge-wächses, Sardonia herba, Laichkraut, gebildet,wel-ches (wie es in Hederichs Latein. Wörterb. heißt),wenn es einer ißt, ihm das Maul ziehet, als lachte er,da er doch. immittclst daran crepiren muß."

Satietät (spr. Sacietat), der Zustand des Sattseins, wo-für man mit Einem Worte die Sattheit sagen kann.Sättigung ist eigentlich die Handlung des Sattmachensoder Sattwerdens (wovon Sattheit die Folge ist), Sat-tigkeit, theils die Eigenschaft einer Speise, da sie sättigist oder leicht sättiget, theils die Eigenschaft einer Per-son, da sie leicht gesättiget werden kann. Lavatersagt: leere Sattheit, für schlcchtgegründete Selbstge-nügsamkeit.

Satire, die Spottschrift, Spottrede, Stachelrede, Sta-chelschrift, und der Skachclscherz. Man sagt auch He-chelschrift von durchhecheln. Hagedorn hat Hechel-scherz. Aber alle diese Deutschen Benennungen lassennoch immer den Wunsch nach einer bessern zurück.

Satiricus, ein Spötter; vielleicht auch der Hechler.

Satirisch, beißend, spottend, hechelnd.

Satirisiren, spotten, durchhecheln oder durchziehen. Wennes als ein Mittelzeitwort (Neutrum) gebraucht wird,so dürste es wol nicht unpäßlich sein, hecheln schlecht-weg dafür zu sagen. Er hat sich das Hecheln angewöhnt.

Satisfaciren, genugthun, befriedigen.

Satisfaction, die Genugthuung, Befriedigung.

Satisfaisant (fpr. satisfäfang), genugthuend, befriedigend.

Satisfait (fpr. satissäh), befriediget.

Satyr, ein Waldgott.

Satyre. S. Satire.

Sauce (fpr. Soße), die Tunke. In der Hamb. Mund-arthat man Beiguß (Bigöte) dafür. Brühe, welches an-dere dafür angesetzt haben, ist zu allgemein.

Sauciere (fpr. Soßiär'), das Tunknapfchen.

Saucisse (fpr. Soßiss'), oder Soeißchen, in der Koch-sprache, ein Bratwürstchen, d. i. eine kleine Bratwurstin Hammeldarm. Uneigentlich wird in der Kriegesspra-che ein mit Pulver angefüllter Schlauch, womit dieMinen angezündet werden, so genannt. Dafür könnteman Pulverwurst oder Zündwurst sagen.

Savoir iaire (das) (spr. Sawoahr fähr'), das Zu-ma-chen-wissen. Er hat das mißliche Geschäft durch seinunerschöpfliches Zu-machen-wissen glücklich beendiget.Dis in Scherz. Für die ernstere Schreib-art haben wirGeschaftsklugheit und Gewandtheit. Catel hat daserste ausgenommen.

Sauvegarde (spr. Sowegard'), in der RechtsspracheSalva guardia, im gemeinen Leben Salvegarde, die

Schuhwache oder Schirmwache, und Schuh- oderSchirmbrief.

Sbirren, in Italien, Hascher.

Sborsiren, in der Kaufmannssprache, auslegen, z. B.das Briefporto sborsiren, die Brieffracht oder dasPostgeld auslegen.

Scadenza, die Verfallzeit eines Wechsels.

Scala, in der Tonkunst, die ununterbrochene Stufenfolgeder Töne, die Tonleiter.

Scalpiren, den Hirnschadel schinden; so wie die Nord-amerikanifchen Wilden es mit ihren getödteten oder ge-fangenen Feinden zu thun pflegen. Wenn Scalpirenals ein Sachwort gebraucht wird, so könnte man dasSchadelschinden dafür sagen. Bei den wilden Ginge-bohrncn in Nord-amerika ist das Schädelschinden nochimmer in Gebrauch.

Scandal, 2slt. Scandalum, i. das Aergerniß, der An-stoß , oder der Stein des Anstoßes; eine ärgerlicheSache. Es ist ein rechtes Scandal, sagt man. Indiesem Zusammenhange gebrauchen wir auch unser Deut-sches Schande dafür, welches auch mit Scandal einer-lei Ursprungs ist. Es ist eine Schande oder eine rechteSchande, sagt man. Scandalum acceptum , einge-nommenes Aergerniß, datum , ein gegebenes.Scandalisiren, ärgern, zum Aergerniß gereichen. Sichan etwas scandalisiren, heißt, ein Aergerniß darannehmen, wofür Luther auch sich an etwas ärgern ge-sagt hat.

Scandalös, ärgerlich, anstößig. Histoirescandaleuse.S. Uistoire.

Scandiren, die Versfüße oder das Versmaß angeben,einen Vers messen, abmessen oder zertheilen.Scansion, das Angeben der Versfüße, das Abmesseneines Verses. Er läßt beim Lesen die Scansion hö-ren, d. i. er mißt die Verse beim Lesen ab. Ein Feh-ler gegen die Scansion, ist ein Fehler gegen das Vers-maß. S t e n z e l hat auch Verszertheilung für Scanston.Scapulier, ein Ordenskleidungsstück bei den katholischenGeistlichen. Kinderling hat Schulternkleid dafürangesetzt. Auch der sogenannte Rosenkranz wird Sca-pulier (Scapulaire) genannt.

Scaramutz, eine Art von Hanswurst.

Scarifieation, das Schröpfen.

Scariliciren, schröpfen.

Scarpe, die innere Böschung des Grabens einer Festung.Scarteque, man spricht, Scharteke, ein Wisch, höfli-cher, ein Schriftchen. Wenn es mit folgender Abstam-mung des Worts, welche Lichten berg (in den nach-gelassenen Schriften) angibt, seine Richtigkeit hat: sokönnte man Schriftwickel (wie Haarwickel) wasnur dazu gut ist, bessere Schriften darein zu wickelndafür sagen:Das Werkchen ist bei aller seiner Dickeso leer, daß man es fast für kein Buch, sondern für

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