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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Pvoma

Rond

Rota

können : daß, so wie wir die Namen: Fabeln, Sinn-gedichte, Heldengedichte u. s. w. gewissen Gattungenausschließlich beilegen, ungeachtet auch in andern Ge-dichten, welche nicht so genannt werden, Fabeln, sinn-reiche Gedanken, Helden und Heldenthaten Play finden,auch die Benennung, Geschichtsdichtung, dem Roma-ne vorzugsweise und ausschließlich beigelegt werden kön-ne, weil er nämlich mehr, als andere Gattungen, er-dichtete Geschichte enthält.

Romanhaft und romamisclr, sollten zwar ihrer gemein-schaftlichen Abstammung nach, einerlei bedeuten; alleinder Sprachgebrauch hat sie unterschieden. Das erste kön-nen wir bald durch abenteuerlich, bald durch unnatürlichund übertrieben, bald durch unglaubhaft, das letzte durchschauerlich verdeutschen. Eine schauerliche (romnnti-sche) Gegend. S t i e ler hat abentcurig statt aben-teuerlich; allein beideWörter können, vermöge des lln-terschiedcs zwischen den Endsilben ig (welche ein Habenbezeichnet) und lich (welche auf Gleichheit oder Aehn-lichkeit deutet), nicht für gleichbedeutend gelten. Aben-tcurig heißt, was reich an Abenteuern ist; abenteuer-lich hingegen, was einem Abenteuer ähnlich sieht. Mei-ne Reise, könnte man sagen, war inGanzcnsehr abcn-teucrig, obgleich vieles, was mir begegnete, gar nichtabenteuerlich, sondern ganz natürlich war.

Romanze, mag zwar ursprünglich mit Roman einerleibedeutet haben; jetzt sind die Begriffe, welche beide be-zeichnen, sehr verschieden. Roman nämlich, deutet aufeine erdichtete Geschichte in ungebundener Schreib - art,die oft so reichhaltig an Begebenheiten ist, daß sie durchviele Bände fortgeführt werden muß; unter Romanzehingegen verstehen wir eine kleine, ganz einfache, ge-wöhnlich mehr oder weniger abenteuerliche Begebenheitin Versen, bestimmt gesungen zu werden. Ich hattees, nach der Achnlichkeit von Singestück und Singe-spiel, durch Singemärchen verdeutscht. Dagegen wand-te aber I. Löwe ein:Ein Märchen hat immer etwasabenteuerliches zum Inhalte; eine Romanze hingegenkann eben so gut eine schlichte und glaubwürdige, je-doch kurzgefaßte Erzählung sein, die in leichte Verse ge-bracht und gesungen zu werden bestimmt ist. Ich wür-de daher lieber Sanggeschichten vorschlagen. Singe-geschichtchen würde wegen des gege nicht gut klingen."Meine Antwort hierauf ist: daß, dem Sprachgebrauch«:zufolge, jede Romanze, auch wenn sie eine, an sichganz natürliche kleine Geschichte enthält, doch einen ge-wissen Anstrich vom Abenteuerlichen und vom Märchenhaben muß, weil sie sonst zu einer andern Gattung,nämlich zu der der Erzählungen, gehören würde.Beide Namen, Roman und Romanze, rühren übri-gens bekanntlich von dem Umstände her, daß die Pro-venzalifchen Dichter, welche in der Romanschen, d. i.verderbten Römischen Sprache, schrieben, zwar nichtdie ersten waren, welche diese Dichrungsart erfanden,

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aber doch durch ihre Versuche sie allgemeiner verbreite-ten und beliebter machten.

Einige haben zwischen Romanze und Ballade denUnterschied festsetzen wollen, daß jene es nur mit lusti-gen , diese nur mit traurigen Gegenständen zu thun ba-den soll. Allein der Sprachgebrauch hat diesen Unter-schied nicht angenommen, und aus der Geschichte dieserDicht-art ist er auch nicht herzuleiten. So urtheilt auchCschenburg darüber. S. dessen Entwurf einer Theo-rie und Literatur der schönen Wissenschaften. Berlin1789. Seite 161.

Ronde (spr. Rongde), in der Kricgcssprachc, die Runde.Man könnte auch die Rundwache wie Rundtan; undRundgesang, dafür sagen.

Roudeau (spr. Rongdoh), sowol in der Tonkunst, als inder Dichtkunst,ein Lied voki Doppclstrophcn, die sogesungen werden, daß nach der zweiten Hälfte die erstewicderhvlt wird." Sulzcr. Diese Gattung hat alsoden Namen von der in die Runde gehenden Wiederkehrdes ersten Theils der Weise. Man kann Rundweise undRundgesang dafür sagen. Man hat auch unter diesemNamen eine Art von Gedichten, welche aus elf oderdreizehn Versen mit zwei Reimen, welche immer wie-derkehren, bestehen; wofür in Roths gemeinnützigemLexicon der Name Ringelreim, von andern Ringelge-dicht angesetzt ist.

Rondel, die letzte Silbe gedehnt, übeihaupt etwas run-des, z. B. ein runder Thurm, wie man dergleichen anden alten Bcfestigungswcrken hatte, ein runder Platz vonBäumen oder Gebäuden eingeschlossen, u. s. f. Man hatdieses Wort zwar durch Rundel zu verdeutschen geglaubt;allein die Versetzung des Tons von der Stammsilbe aufdie Ableitungssilbe, macht auch dieses zu einem undeut-schen. Man könnte, je nachdem der Fall ist. Rund-thurm, Rundplatz, Rundwerk, Rundstache u. s.f. da-für sagen. Für den allgemeinen Begriff, ohne nähereBestimmung, paßt unser Ründe. Der innere Platz wareine vollkommene Ründe. In der Jacht- und Forstspra-che ist auch dasRündung dafür gebräuchlich. S. Ja«cobssons techn. Wörterbuch.

Rocsuelaure(spr.Rockclohr), ein Reiserock, Regenmantel.

Rosa, im gemeinen Leben, rosenroth. Lud» rosa, inVertrauen, insgeheim.

Rosette, ein Röschen. So wird z. B. ein Demant ge-nannt, der so geschliffen ist, daß er überall, unten undoben, kleine Flächen hat. Auch allerlei Zierrathcn, inForm einer Rose, werden unter diesem Namen begriffen.

Rost - beefifspr. Rostbicf), ein halbgebratenes Stück Rind-fleisch , ein Lieblingsgcricht der Engländer, Rostbraten.

Rotation, das llmdrehen oder die Umdrehung, der Um-schwung. Stenz el hat auchKreisung dafür angesetzt;allein das kann wol nur den kreisförmigen Umlauf (Eir-eulation) , nicht den radartigen Umschwung bezeichnen.Ee Z Rot-