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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Rise

Ritu

Riva

Roma

solcher Vorsprung wird gewöhnlich in der Mitte der Ant-lihscite (Rabatte), und wenn diese von beträchtlicherBreite ist, auch wol an jeder Ecke angebracht.

Riscant, waglich. Eine wagliche Sache. Dis gute Wortist schon von Ad. aufgenommen worden; es scheint aber dochnoch vielen unbekannt zu sein; denn gewöhnlich hört undliesct man gewagt dafür. Dis antwortet aber eigentlichdemWcchsclwortc risquirt, nicht dem Bciworte riscant.Für wagliche Sache haben wir auch die Sachwörter Waegcstück und Wagnis. Das erste fehlt in Ad. Wörterbuche.

Risico, die Gefahr, das Wagnis. Letztes hat, unterandern, Gcdikc gebraucht.

Risquireu, i. Gefahr laufen oder in Gefahr sein, z. B.er lauft Gefahr (risquirt) sein ganzes Vermögen zu ver-lieren; 2. wagen, z. B. ich mag es nicht wagen (ris-quiren).

Riti »rnell, Steil. Ritornello, in der Tonkunst. Ich hatteWiederholungssah dafür angesetzt. Allein Eschen bürgerinnerte dagegen: daß dieser Name eher für Reprisepassen würde. Das Ritorneil mache bei manchen Ariennur das Vorspiel und Zwischenspiel auS, und werdenicht wicdciholt.Aber freilich,, fügt er hinzu, liegtin dem Jtal.Worte dieser Hauptbegriff." Da ich michselbst auf die Tonkunst nicht verstehe, so setze ich S ul-zers Erklärung des Ritornells her, nach welcher derDeutsche Name, Wiederhvlungssat), denn doch wirklichnicht bloß dem Jtal. Ausdrucke, sondern auch der Sa-che angemessen zu sein scheint, weil der Hauptbegriff dieWiederholung ist:Ritorneil, von dem Jtal. Ritor-nello, welches ursprünglich eine oder ein paar Perio-den bedeutet, die von allen begleitenden Instrumentengespielt und während dem Pausiren der singenden Haupt«stimme, wiederholt werden. Gegenwärtig versteht manunter Ritorneil denjenigen Theil eines Singstückcs, ei-nes Solo und Concerts, womit insgemein das Stückmit allen Instrumenten anfängt, und die Hauptgedan-ken des ganzen Stücks' kurz vorträgt, worauf hernachdie Singe - oder Haupr-instrumentalstimme eintritt; amEnde, da die Hauptstimme ihren Gelang vollendet hat,wird das Ritorneil wiederholt." Wiederholung findetdoch also immer dabei Statt; folglich scheint der Na-me Wicderholungssatz dafür zu passen; auch Ringelsay(wie Ringelreim f.Refrain, undRingelgcdicht f.Ron-deau.)

Ritratta , in der Kaufmannssprache, das Zurückziehenoder die Zurückziehung, wenn nämlich derjenige, aufwelchen gezogen (trassrrt) ist, auf den Ziehenden (Tras-senten) für den Betrag der gezogenen Gelder (Hat-ten) zurückzieht (zurücktrassirt).

Ritual, Lat. Rituale, die Vorschrift der feierlichen Ge-bräuche, besonders bei den öffentlichen Gottcsverchrun-gen, die Gebrauchsvorschrift.

Ritus, der Kirchengebrauch; in weiterer Bedeutung, derFciergebrauch.

Riva!, der Nebenbuhler oder Mitbuhler; in einzelnenFällen auch der Mitstreiter, der Mitkämpfer, derWett-eifercr.

Rivalisiren, wett-eifern, mitbuhlen.

Rivalität, der Wett-eifer, die Nebenbuhlerei (dieses Hutunter andren Wieland), die Mitbewerbung.DerIstationalhaß erregte Mitbewerbung." Herder. AuchMitwerbung.

Rivalschaft. S. Rivalität.

Rixa, der Zank oder Streit. Auctor rixae, in derKanzclcifprachc, der Urheber des Streits.

Roborantia, in derArzcncikunst, stärkende Mittel, mitEinem Worte, Starkmittel.

Roboriren, starken.

Robust, stark, handfest. i

Roeailles (fpr. Rockallje), Grottenwcrk.

Rocailleur (fpr. Rockalljöhr), ein Grottenkünstlcr.

Rodomontade (fpr. Rodomongtade), die Aufschneiderei,Prahlerei, Großsprecherei.

Roman. Gewöhnlich pflegt man Liebesgeschichte dafürzu gebrauchen. Dieses (so wie Liebeshandel) paßt nunzwar wol oft, nämlich da, wovon einer wirklichen Lie-bessache die Rede ist, wie wenn man z. B. sagt: derRoman, den diese beiden Leute mit einander spielten,gehl zu Ende; allein in sofern ein Buch darunter ver-standen wird, dessen Inhalt eine erdichtete Geschichte ist,kann jener Deutsche Name nicht immer dafür gebrauchtwerden, weil nicht jede Licbesgeschichte erdichtet ist, undnicht jeder Roman nothwendig eincLiebcsgeschichte ent-halt oder enthalten muß. Dahingegen liegt der Begriffeiner Geschichte, und zwar einer erdichteten Geschichte,dabei wesentlich zum Grunde; und ich schlug daher Ge-schichtsdichtung dafür vor. Dagegen wandte Eschen-burg ein:Dis Wort sei zu weitschichkig. In allenFabeln, Erzählungen, Heldengedichten u. s. f. kommeGcschichtsdichlung vor, ohne daß deswegen der NameRoman dafür passe; und in Grunde wäre der histori-sche Roman, wo wahre Geschichte den Grundstoff aus-mache, gerade am wenigsten Geschichtsdichtung." Aufdiesen letzten Einwurf antworte ich: daß der historischeRoman auch gerade am wenigsten Roman ist. Etwasvon erdichteter Geschichte enthält denn doch aber auchein solcher noch immer; und der Name Geschichtsdich-tung scheint also auch für diese Gattung nicht ganz un-päßlich zu sein. Man würde aber vielleicht nicht unrechtthun, den historischen Romandieses Mittelding vonRoman und Geschichte eine Geschichtsverbildung zunennen, um die Mißbilligung, welche diese Gattung zuverdienen scheint, gleich mit ihrer Benennung auszudru-cken. Will man aber ohne Mißbilligung davon reden,'so kann man sie die vermischte Geschichtsdichtung nen-nen. Mark Aurel, eine vermischte Geschichtsdichtung.Auf den ersten Einwurf scheint geantwortet werden zu

kön-