Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
219
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Rica

Risa

Rhec Rhyt

Gesang nennt. Ein Heldengedicht in 24 Gesängen. Ueberdie Hcrleitung des Worts sind die Kunstrichker nicht ei-nig. Einige lassen es von^«j 3 ^o§, der Stock, unddas Gedicht, abstammen, weil die Homerischen Rhapso-dien mit einem Slöckchen in der Hand nach Gemähldenabgesungen wurden; andere von qarreiv, zusammennä-hen oder zusammenflicken; daher man denn auch unterRhapsodie etwas zusammengestöppeltes von verschie-denem Inhalte, oder Stoppclwerk, versteht.

Rhetor, ein Lehrer der Redekunst. Man könnte Rede-künstler dafür sagen. Als ich diesen Vorschlag schonlängst niedergeschrieben hatte, fand ich hinterher, daßschon andere ihn gethan haben:Das von einigen ge-wagte Rcdckünstler, der dicRedckunst versteht, hat kei-nen Beifall finden wollen." Adelung. Es hat indeßAchnlichkeit mit Tonkünstler und Schcidekünstler.

Rhewric, die Redekunst; in verächtlicher Bedeutung,die Rednerei:

£> Franzen, eure Rednerei,

Ist mir ein Grauel nur! Bürger.

Rhetorisch; rednerisch paßteigentlich nur für orakorisch.Für rethorisch bleibt nichts übrig, als redekünsiig (S.Aesthetisch) zu sagen, so fremd uns dis für jetzt auchnoch immer klingen mag. Ich finde, daß auch Heynatzdieser Meinung ist. S.Antibarbarus unter Redekünstler.

Rheuma oder Rheumatismus, ein Fluss und der Schnu-pfen. In einigen Gegenden sagt man auch, und zwarnicht übel, Anschuß dafür; weil das Uebel plötzlich undunvermulhct gleichsam anzuschießen pflegt.

Rheumatisch, fluss-artig. Da, wo Anschuß für Rheu-matismus üblich ist, kann man auch anschüffig fürrheumatisch sagen.

Rhinoceros, das Nasehorn.

Rhomhoides, eine langlichte Raute, d. i. ein geschobe-nes Viereck mit zwei langen und zwei kurzen Seiten,wovon je zwei und zwei einander gleich find. BurjaHat den Ausdruck gestreckte Raute dafür angefetzt.

Rhombus, in der GrößenleHre, ein geschobenes Viereckmit vier gleichen Seiten und eben so vielen schiefen Win-keln, wovon zwei stumpf und zwei spitzig sind. Wir ha-ben Raute und Rautenviereck dafür.

Rhythmus. Die Glichen verbanden mit diesem Worte vierBegriffe. Sie verstanden nämlich darunter: r. das,was die Römer hiumerus nannten, den abgemessenenRedeklang oder das Klangmaß. S.hlumerus. 2. BeiGedichten das, was wir das Silbenmaß nennen. 3.In der Tonkunst den lact, oder das Zeitmaß; und 4.in der Tanzkunst den Ras oder Tanzschritt. Ucberallwurde also etwas abgemessenes, entweder in den Tö-nen (das Klangmaß), oder in den Silben (das Silben-maß), oder in der Zeit (das Zeitmaß); oder endlich inden Schritten (das Schrittmaß), darunter verstanden.Die Alten dehnten sogar den Begriff des Rhythmus

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auch auf das Abgemessene, Wohlgeordnete und Ueber-einstimmcndc in solchen Dingen aus, die auf einmahlins Auge fallen, z. B. bei Gebäuden und Bildsäulen.Allein dafür sagen wir Schönmaß, Eurythmie. (S.dieses.) Ebenmaß ist Symmetrie. Klopstock hat inden Grammat. Gesprächen einmahl Tonverhalt fürRhythmus gesagt:Von den Füßen, deren TonverhaltSanftes ausdruckt."

Ricamhio oder Recambio, der Rückwechsel.

Ricochetschuß (svr.Rikoscheltschuß), ein Prellschuß oderPrallschuß.

Ridicule (spr. ridikühl), lächerlich. Sich ein Ridica!geben, heißt, sich lächerlich machen.

Rigide (spr. rigihd'), starr, und strenge oder scharf.

Rigolen. S. Riolen.

Rigorist, im Allgemeinen, einer der es mit den Vorschrif-ten seiner Lehre sehr genau nimmt ; ein Sttengling.Wie etliche Strenglinge meinen." SchottesDerStrengling und der Frömmling." Göthe. In derSit-tenlehre insonderheit wird mit diesem Worte derjenigebezeichnet, welcher läugnet, daß es in den Handlungenund Gemüthsarten der Menschen Mitteldinge (die wedergut noch böse sind) geben. Hier, wo die Rigoristen denLatitudinariern entgegengesetzt werden, kann man jenedie Strenger», diese die Schlaffen brennen.

Rigoureux (spr. rigurös), strenge.

Rigueur (spr. Rigöhr), Lat. Rigor, die Strenge. Ri-gore juris, nach strengem Rechte.

Rimessen. S. Remessen.

Rinsorzando ober Rinforzato , wieder verstärkt, siär-- ker. E s ch e n b u r g.

Riole. S. Repositorium.

Riolen, oder rigolen, von einigen auch regolen aus-gesprochen, ist das Französische rigoler, und bedeutetin der Gartensprache tief umarbeiten, welches dadurchbewerkstelliget wird, daß man daS Land Grabenweife,ein paar Fuß tief auswirft, um dasjenige Erdreich, wasvorher obenauf lag, in die Tiefe, das tiefer gelegenehingegen obenauf zu bringen. In Schwaben scheint mandas Wort schoren dafür zu haben. Ich lese nämlich ineinem Berichte aus Tübingen, in der Zeitschrift der un-echte Akazienbaum von Medicus:Dieses Gartenlandließ ich zwei Fuß tief umgraben (schoren)." Das ein-geklammerte Wort muß also dort für das tiefe Umgra-ben oder rioleu üblich sein.

Ripieno, ausfällend.

Richonstimme, ausfüllende Stimme, wenn alle Stimmen(tutti) spielen, der concertirenden Stimme entgegenge-setzt. Eschenburg.

Risalit, in der Baukunst, ein Vvrsprung, d. i. ein vonunten bis oben hinauf etwas hervortretender Theil einesGebäudes, der sich oben entweder mit einem Stirnstü-cke (Eronton) oder mit einem Jtal. Dache endiget. EinEe 2 solcher