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2 (1808) F - Z
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Revo

Revo

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ohne ei'n Wort darüber beizufügen, bloß als ein merk-würdiges Beispiel her, wie sehr auch große Sprachleh-rer, aus vorgefaßter Meinung, zuweilen beiweg ver-nünfteln können:Das unglücklichste, worauf man saklen konnte, war wol, Umwälzung und Staatsumwäl-zung für Revolution zu sagen, weil dieses nichts denBegriff der Sache ausdruckt, sondern ein? buchstäbli-che Uebersetzung des fremden Worts ist, und einenharten, unserer Sprache fremden Tropen, enthält.Wem Veränderung, Umänderung, Umschaffung,Hauptveranderung, Staatsveränderung ». s. w. nichtgenug sagt, der behalte lieber in diesem, sowie in hundert andern Fällen, das frem-de Wort!!!" Ueberdachter, und größerer Aufmerksam-keit würdig war das Urtheil, welches ein Anzeiger inder Jen. allgem. Literaturzeitung darüber fällte. Die-ser fand dasselbe nicht bloß schwerfällig, sondern glaub-te auch, es habe zu viel von dem Nebenbcgriffe körper-licher und regelmäßiger Bewegung, wipz. B. der Erdeum ihre Ape. Aber dieser Ncbenbegriff scheint ihm dochnicht nothwendig, sondern nur deswegen anzukleben,weil es bisher von einer solchen Bewegung häufiger, alsvon jeder andern, gebraucht worden ist. Dann ist es jaauch nicht in sich unmöglich, daß eine Staatsverände-rung auf eine ruhige und regelmäßige Weise geschehe.Sie braucht ja nicht immer durchs Volk, odergardurchden Pöbel bewirkt zu werden. Man denke an die inSchweden unter Gustav III., und an dienn Polen un-ter Stanislas August. Bei beiden stand ein König ander Spitze. Was den schwerfälligen Silbengang desWorts betrifft, so könnte dieser ihm sogar zum Verdien-ste angerechnet werden, weil wir bei Umwälzung an ei-ne grosse und schwere Masse denken, die nicht andersals^mit Mühe und Anstrengung, und nur langsam be-wegt werden kann. Ein kurzes, der Zunge leicht ent-schlüpfendes Wort würde einer Handlung, die, ihrerNatur nach, unmöglich leicht und schnell von Stattengehen kann, gar nicht angemessen sein. Uebrigcns schei-nen die Silben in diesem, gar nicht ubelklingcnden Wor-te sich zwar langsam und schwerfällig fortzuwälzen, abersich nicht fortzuschleppen, oder einander in der Bewe-gung hinderlich z« sein.

Staatsveränderung, welches andere dafür gebrauchthaben, kann wol von geringen Veränderungen, welchenur einzelne Theile des Staats betreffen, aber nicht voneiner gänzlichen Umbildung der ganzen Verfassung ge-braucht werden.

Einige haben auch Umschwung dafür versucht:Bo-naparte begünstigte jeden neuen Umscbwung in Italien."Hamb. neue Zeitung.Er, als Urheber des allgemeinenUmschwunges in Italien." Ebend. Ich habe gegen die-sen Ausdruck nur zu erinnern, daß er eher an den re-gelmäßigen Gang einer schon in Bewegung gesetztenStaalsmaschine, als an eine Umbildung der bisherigen

Verfassung denken läßt. Auch scheint dieses Wort denNebenbegriff zu erregen, daß das Umschwingen aus ei-gener Kraft der Verfassung, und nicht durch Kräfte be-wirkt werde, welche außer ihr sind, und sie selbst zer-stören, um eine andere Verfassung an ihre Stelle zu se-tzen. Eher scheint mir daher Staatsumkehrung für Re-volution zu passen. G er st n er hat Staatsumände-rung und Staatsverwandlung vorgezogen. Staatswie-dergeburt, welches andere beliebt haben, antwortet derRegeneration des Staats und deutet mehr auf bloßeAbschaffung cingerissencr Mißbräuche.

Revolutionairfspr. rewolutionär), kann oft durch Zusam-mensetzungen mit Umwälzung gegeben werden, z.B. sei-ne Umwälzungsplane; seine Umwälzungs-absichtcn; sei-ne Umwälzungsschriften, Reden u.f. w. In andern Fäl-len kann man umwälzend und staatsumwälzend dafürsagen. Dieses letzten Ausdrucks bediente sich der E rz-herzog Karl in seinem Machtbricfe (Manifeste), beiEröffnung des Feldzugcs 1799:Mit Einführung derstaatsumwälzenden Französischen Grundsätze in Deutsch-land." So auch Kaiser Franz II. in dem Schreibenan den Reichstag vom i2ten Jul. 1799. Sieh. Bei-lage zu N. 1 >7. der Neuen Zeitung. Für Revolutio-nair, als Sachwort gebraucht, können wir llmwälzerund Staatsumwälzer sagen. Er ist einer der eifrigstenUmwälzer. Für Lontrerevolution habe ich Rückwal-zung, und Rückwälzer für Lontrerevolutionair, vor-geschlagen.

Revolmioniren, eine Umwälzung erregen oder bewir-ken; oft auch umwälzen:Männer, die den ganzenStaat untwälzen." A bb t. Er liebt das Umwälzen; erhat es gar zu gern mit Umwälzen zu lhlln, oder, er lie-get gar zu gern dem Umwälzungsgeschäste ob.

Revolviren, zurückwälzen.Der Angeklagte wälzte dieihm gemachten Beschuldigungen mit siegreicher Beredsam-keit auf feinen Ankläger zurück."

Revue (spr. Rewüh), die Musterung, Heerschau. DieRevue passiven lassen,, mustern oder durchmustern,die Musterung durchgehen lassen; also die Revue pas-siren, die Musterung durchgehen, gemustert werden,sich mustern lassen, sich zur Musterung darstellen oderdarbieten. Im O. D. hat man die Heerschau dafür,welches auch in die Schriftsprache, besonders für diehöhere und cdlere Schreib-art aufgenommen zu werdenverdient, und von einigen anch schon oft gebraucht wor-den ist.

Rez de chaussde (spr. Reh de schossce)^ das Erdgeschoß,das unterste Stock oder Stockwerk. Bei den Franzo-sen ist das, was wir das zweite Stockwerk nennen, daserste, und unser erstes ihr Rez de cliaussee oder Erd-geschoß. In den Hören wird Erdgeschoß unrichtig für8outerrain gebraucht. Dis ist Kellergeschoß.

Rhapsodie, ist bei den Heldengedichten des Homers eben^das, was man, nach jetzigem Sprachgcbrauche einen

Gesang