Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
209
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Repe

Repo

Repo

Herholen ; ein Wiederholer oder Wiederholnngslehrer,ein Nachhelfer.

Repetiren, wiederholen.

Repetir-ul)t , eine Wiedcrhvl-uhr.

Repetition, die Wiederholung. Bei der Französ. Bühnewird die Vorübung darunter verstanden.

Replic, i. im gemeinen Leben jede Antwort oder Er-wiederung überhaupt; 2. eine treffende oder witzigeAntwort insonderheit, wie wenn man von jemand sagt:er sei stark in Repliken, d. i. in Erwiederungen. Z. Inder Rechtssprachc die zweite Klageschrift des Klägers,welche der ersten Vcrantwortungsschrift des Beklagten(der Epception oder dem Epceptionssatze) entgegengesetztwird. S. Duplic.

Repliciren, antworten, erwiedern, versetzen. EinigeSchriftsteller, z. B. der Verfasser der Sagen der Vor-zeit, haben auch entgegnen dafür gebraucht. Ihm ent-gegnete u. s. w.

Repondiren, (fpv. rcpongdiren), (für einen, oder für et-was) 1. einstehen, gutsagen, bürgen oder sich verbür-gen. 2. Uebereinkommen, wofür der Sprachgebrauchdas, wo nicht sprachwidrige, doch sehr dunkle Zeitwortentsprechen eingeführt hat. Leibnitz druckte diesen Be-griff durch antworten aus:Die Ausdrücke antwortenden Sachen, les mots repondent aux choses. Weilbei den Chincsern die Schrift der Sprache nicht antwor-tet, le 8 caracteres ne repondent pas k leur Jangue."Aber Leibnitz war nicht der erste, welcher das Wortin dieser Bedeutung gebrauchte. Es scheint vielmehrschon zu Luthers Zeiten gar nicht ungewöhnlich gewe-sen zu sein; wenigstens hat Teller (in den Beitragenzur Deutschen Sprachsünde) nachgewiesen, daß GeorgWicel, Luthers Zeitgenoß, -es mehrmahls gebrauchthat. Ich begnüge mich, nur Eine der von ihm ange-führten Stellen hicherzusetzen:Ob fern sei, wie wirDeutschen reden, diesem Wörtlin Mög eben antworte,weiß ich nit." Ich meines Theils habe kein Bedenkengetragen, dieses antworten dem entsprechen vorzuzie-hen:Es versteht sich, daß deine Maßregeln jedesmahlder wirklichen Ueberzeugung antworten müssen, die duvon den Gesinnungen und Handlungsweisen solcher Per-sonen haben kannst." Theophron. Auch Klopstock(in den Gram. Gesprächen) hält entsprechen für einschlechtes Wort,weil/'eS das Gegenseitige von entsa-gen ausdruckt, und weil wir es der Kanzeleisprache ver-danken." Auch ihm scheint antworten den Vorzug zuverdienen.Leibnitz, sagt er, schrieb nur EinmahlDeutsch. Hätte er es öfter gethan, so besäßen wir jetztsein besseres Wort (nämlich antworten)." Aber washindert uns, diö bessere Wort, auch ohne Lcibnitz'cnsHülfe, an die Stelle des schlcchkcrn zusetzen? Leibnitzkonnte doch auch nichts mehr dazu thun, als jenes ge-brauchen, und dieses ungebraucht lassen. Dasselbe kön-2. Land.

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nen auch wir thun, ohne Leibnitze zu sein. Es istübrigens der Grund, warum wir entsprechen für sprach-widrig halten, von andern und mir schon mehrmahlsdargelegt worden: weil nämlich die Vorsilbe ent, wonicht in ihrer ursprünglichen, doch in ihrer allgemein-sten Bedeutung, etwas trennendes, entfernendes, wiedas Lateinische dis und di , eins Bewegung von einem«Orte weg, ausdruckt. A d. glaubte zwar zu bemerken,daß in einigen obgleich wenigen, Zeitwörtern dieses entauch eine Bewegung in oder nach einem Orte ausdru-cke ; allein wenn man die von ihm zum Beweise ange-führten Beispiele etwaö genauer betrachtet, so dürstewol nur ein einziges darunter gesunden werden, welcheszu jener ersten Klasse nicht zu paffen scheint. Es sinddie Wörter: entbieten, entrichten, entgegen, entlang,enthalten (abstenir) und enthalten (contenir). Al-lein heißt nicht entbieten, hin (also von dem Orte, woder Entbietende sich befindet, weg) bieten? Wenn ei-ner eine Schuld entrichtet, räumt er sie nicht weg?Wird bei entgegen nicht eine Richtung von andern Ge-genständen weg auf einen einzigen gedacht? heißt: denFluß entlang gehen, nicht so viel, als: längs dem Flus-se hin immer weiter weg oder fortgehen? Und wirdnicht bei den R. a. sich des Weins, des Unrechts, derAusschweifungen u. s. w. enthalten, eine innere Bewe-gung, ein Abwenden des Gemüths, von jenen Gegen-ständen weg gedacht? Nur bei dem einzigen enthalten,für in sich fassen, scheint dieser Grundbegriff der Vorsil-be ent zu fehlen. Allein es ist doch auch wirklich merk-würdig, daß dieses Wort, wie schon H i lm er bemerkthat, bei der davon gemachten Ableitung, der Inhalt,jene Vorsilbe (gleichsam als wenn es sein Recht daraufnicht behaupten konnte) wieder ablegt, und die sich bes-ser zu ihm paffende Vorsilbe in angenommen, da dochenthalten, in der ersten Bedeutung genommen, sie inallen seinen Ableitungen (enthaltsam, Enthaltsamkeit,Enthaltung, vorenthalten u. s. w.) als ein unveräußer-liches Eigenthum behalten hat. Sollte das nicht einenZweifel gegen den rechtmäßigen Ursprung jenes zweitenenthalten, und die Vermuthung erregen, daß es ur-sprünglich wol nur inhalten gelautet habe?

Moritz fügte zu der obigen Bemerkung, daß dieVorsilbe ent etwas trennendes, entfernendes oder wcg-bewcgendes bezeichne, noch die besondere hinzu, daß sieeigentlich (wenigstens in vielen Fällen) auf eine Art vongewaltsamer Verlaffung oder Trennung deute. Er zeigtedis (in dem Wörterbuche) durch Verglcichung der Wör-ter entführen, entspringen, entgehen u. s. w. mit weg-führen, wegspringen und weggehen.Darum, sagte er,wird entspringen auch in sigürlichem Verstände von demAnfange einer Sache gebraucht, die sich aus der Hülle,worein sie verschlossen war, gleichsam losreißt; so auchentstehen, gleich der Pflanze, die vorher in ihrem Kei-me verborgen lag, und nun aus ihren Fesseln gelösetDd (mit