Rene
Rent
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Vermuthlich ist rendiren bloß eine fehlerhafte Ausfpra-che von rentiren. S. dieses.
Renegat, einer, der den christlichen Glauben gegen denmuhamedischen vertauscht hat; ein Glaubensverlaug-ner. Sonst auch ein Abtrünniger, ein Abgefallener.
Renforciren (spr. rangforßiren), verstärken.
Renfort (spr. Rangfohr), die Verstärkung.
Renitent, ein Widerstrebender, ein Widcrspanstiger.
Renitenz, das Widerstreben, der Widerstand, die Wi-dersetzlichkeit, die Widerspanstigkeit.
Renitiren, widerstreben, entgegenstrcben, sich widerse-tzen, sich gegen etwas stemmen odex sträuben, wider-spanstig sein. Wicland hat auch (versteht sich in lau-nichter Schrcib-art) die R. a. Schachbietcn dafür ge-braucht: „Er besaß keine Tugend, der nicht durch einangranzendes Laster immer Schach wäre geboten wor-den." t
Renommee (spr. Renommeh), der Ruf, das Gerücht.Rar renommee, dem Rufe, oder dem Namen nach.Eine große Renommee haben, sehr berühmt sein.
Renommiren , in der Sprache der Hochschulen, denRau-fer oder Raufbold (Renommisten) spielen.
Renommirt, berühmt, berufen, verrufen, verschrien,bcrüchtiget. Das erste wird nur in guter, die drei letz-ten aber werden nur in schlimmer Bedeutung gebraucht;berufen hingegen kommt zuweilen, wicwol seltener, auchin guter Bedeutung vor, z. B.
Er schien fast glücklicher zu preisen.
Als die bepufncn sieben Weifen.
Hagedorn.
Berüchtiget hat unter allen den schlimmsten Sinn. Esist das Franz, diffamee. Bei verrufen und verschrienwird noch unentschieden gelassen, ob der böse Ruf ver-dient oder unverdient sei.
Renommist, ein Raufer, auch Raufbold und Schlage*bold, nach der Aehnlichkeit von Trunkenbold. Dasveraltete bold hieß kühn, verwegen. Auch Haudegenpaßt dafür.
Renovation, die Erneuerung.
Renoviren, erneuern, ausbessern, abputzen. Einen Wech-sel renoviren oder erneuern, heißt, die Zeit der Ein-lösung weiter hinaussetzen.
Rentei, die Zahlkammer.
Renten. Dieses Wort, welches unsere Sprach-ähnlichkeitnicht beleidiget, und ziemlich allgemein verstanden wird,kann für eingebürgert gelten. Sonst haben wir auch dieAusdrücke, Zinsen, Gefalle und Einkünfte, wovon baldder eine, bald der andere (nach Beschaffenheit des Zu-sammenhanges) dafür gebraucht werden kann.
Rentiren, einbringen (an Gefallen), abwerfen. Skie-le r sowol, als auch Ad., haben reuten dafür, wel-ches doch, wenigstens dem Klänge nach. Deutscher als
Repe
rentiren ist. „Das Gut renket jährlich kaufend Thaler,oder bringt jährlich taufend Thaler ein."
Rentirer oder Rentenirer, einer der Renten zieht, odervon Renten lebt. Angenommen, daß Rente, obgleichfremden Ursprungs, für Deutsch gelten könne, frage ich :warum wir denn nicht lieber nach Deutscher Bildungs-form, der Rentner, als die halbdeutschen Zwitterwör-ter , Rentirer und Rentenirer, davon ableiten wol-len? Jenes findet sich auch schon wirklich in Ad. Wör-tcrbuche (auch in Stielers Sprachschatze); oberessollte dabei nicht auf Rentenirer verwiesen, sondernumgekehrt bei Rentenirer selbst erwähnt worden sein,daß die Sprachmengcr ohne allen Grund lieber diesesals jenes gebrauchen mögen.
Rentriren, ein Französ. Schneiderwort (rentraire). DieFranz. Wörterbücher geben zusammenstoßen, auch an-stoßen dafür an, z. B. Tuch, und zwar so daß mandie Math nicht sehen kann; auch steppen. Nach Ad. sagtman in Nicdersachfen äußern (ütcrn) dafür.
Renuis en, abschlagen, verweigern.
Renunciation, die Entsagung, die Vcrzichtleistung,der Verzicht. Auch die Absage, womit man ehemahlsbesonders die Aufkündigung der Freundschaft oder dieAnkündigung der Befchdung bezeichnete. So auch L es-si ng in der Parabel: ,,Und sonach meine ritterlicheAbsage nur kurz." In der Rechtssprache ist die Absa-gung für Renunciation gebräuchlich. Dieses ist auchin Wa^lchs philosophischem Wvrterbuche dafür gesetztworden.
Rennneiten, entsagen, Verzicht leisten; auch absagen.S. Renunciation. Ich habe auch das mir neuscheincn-de Zeitwort verzichten gefunden: „Verzichtend auf dieFlasche Wein." Ungenannter.
Reparabel, ersetzbar oder ersetzlich.
Reparation, die Wiederherstellung. Reparation d’hon-neur, eine Ehren-erklarung.
Reparatur, die Ausbesserung.
Repariren, 1. ausbessern, z. B. ein Gebäude; 2. ver-bessern oder gut machen, z. B. einen Fehler.
Repartiren, vertheilen.
Repartition, die Vertheilung, das Vertheilen.
Repas (spr. Repah), eine Mahlzeit.
Repassiren, zurückreisen.
Repertorium, ein Fundbuch, eine Fundgrube. Auf-sindebuch, welches Kinderling dafür angeführt hat,wird durch das Zusammenstoßen der beiden f etwas hart.Repertorium, in verächtlichem Sinne genommen, nen-nen wir, wenn wir spotten, eine Eselsbrücke. „Wennes einem schreibelustigen Büchermacher einfällt, den Ge-nossen der theologischen Zunft ein Repertorium, zuDeutsch: Eselsbrücke, wie das vorliegende, in die Hän-de zu spielen." Jen. Lit. Zeitung.
Repetent , auf den Hochschulen, ein Unterlehrer zum Wie-
derho-