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2 (1808) F - Z
Entstehung
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192
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Quer

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Quartier. Dieses Zwitterwort wird in vielerlei Bedeu-tung genommen; wir können es aber in jeder derselbenentbehren. Es wird nämlich 1. für Viertel gebraucht,z. B. in Stadtviertel; 2. als ein Maß für halbe Kan-ne, wofür wir auch eine Flasche, auch wol ein Maßju sagen pflegen; z. für Einlager, Herberge und Woh-nung. So habe ich z. B. in der neuesten Ausgabe derEntdeckung von Amerikasie wagten einen muthigenSturm nach dem andern auf das Spanische Einlagertgesetzt, wo vorher auf das Spanische Quartier stand;4. in der Schustersprache, für Fersenlcder; und 5. inder R. «. Quartier geben, Verschonung, Schonungoder Gnade widerfahren lassen. Man gab kein Quar-tier, kann man auch durch: man schenkte keinem dasLeben, übersehen, man ließ alle über die Klinge sprin-gen; und endlich 6. in der Wappenlehre eine Schild-abtheilung, wofür oft Abtheilung schlechtweg hinrei-chend ist.

Quarto, 1. viertens; 2. als Sachwort, in Quarto. S.Quartant.

Quasi, gleichsam. Man macht mit dem fremden Wortemancherlei seltsame Zusammensetzungen, z. B. ein Quasi-gclehrter, ein Quasiarzt u. s. w., welches so viel sa-gen soll, als: ein Stück von einem Gelehrten, einStück von einem Arzte, ein Halbgelehrter, ein After-arzt, ein angeblicher.

Quasia, Bitterholz.Vom Surinamfchen Bitterholze."I. P. Ebeling.

Qua talis, als solcher; z. B. der Arzt braucht, als sol-cher, kein Hebräisch gelernt zu haben.

Quatetnber. Dieses Wort ist aus quatuor tempora,die vier Zeiten, entstanden, und bedeutet den Jahrs-viertel-tag, oder Vierteljahrstag.

Quaterue, in der Zahlenlotterie, ein Viergcwinn oderViertreffer, worunter der höchstfeltene Fall gemeint wird,da von den fünf Zahlen, auf welche jemand gesetzt hat,viere herauskommen.

Quattaiu (spr. Katräng), ein kleines Gedicht von vierVersen. Opitz hat Viervers dafür, welches in derBerlin. Monatsschrift als eine glückliche Verdeutschungempfohlen, und in der Bibl. der schönen Wissenschaftender Aufnahme würdig befunden wird.

Quatto. S. Quadro.

Quatuor. S. Quadro.

Quenr oder Quentchen, ein Vicrtelloth. Ändeß mankann auch jenes Wort, da es unsere Sprach-ähnlichkeitnicht beleidiget, und schon in der Volkssprache lebt, füreingebürgert halten.

Quere!, Lat. Querela, die Klage, Beschwerde, undzwar mit dem Nebcnbegriffe der wenig begründeten undlästigen. Man könnte Klagelei dafür sagen.

Quereile (Cpr. Kcrcllc), der Zank, Zwist, Streit.

Querelleur (fpr. Kerellöhr), der Zänker.

Querelliren-(fpr. kerellircn), zanken.

Queruliren, viel und ohne erhebliche Ursache klagenoder Beschwerde führen. Man könnte klügeln dafür bil-den. Querulant, einer, der auf diese Weise zu klagenoder sich zu beschweren pflegt, ein Klagelustiger, einKlagebold (wie Schmückebold, Trunkenbold u.s. w.),ein ewiger Kläger> ein Klageler.

Queue (spr. Köh'), der Schwanz oder Schweif. Bei demKngelspiele (Lillard) wird der Stoßstock oder Stößerso genannt.

Quid oder Qui pro quo. Dieser Lat. Ausdruck, womitman eine Verwechselung aus Mißverstand bezeichnet,kann, seiner Natur nach, nur in der Umgangsspracheund in der diese nachahmenden leichten und scherzendenSchreib-art, vorkommen. Die Uebersetzung desselbenbraucht also auch nur für diesen Gebrauch zu passen;und in dieser Voraussetzung scheint mir die Verdeut-schung, die ich ehemahls dafür angab, ein Was-für-Das, auch jetzt noch keineswcgcs verwerflich zu sein.Sie klingt freilich seltsam; allein das mußte sie auch,um der Seltsamkeit des Lateinischen Ausdrucks zu ant-worten. Daß ich Was für Das, und nicht Was fürWas sage, geschieht deswegen, damit (wie in dem La-teinischen) der Unterschied der verwechselten Dinge auchfür's Ohr bemerkbar werde. Mackenfe n hat, in denBeitragen zur weit. Ausbild. der Deutschen Sprache,Eins-für's-Andcre dafür gesagt:-Das ist aber einsonderbares und gefährliches Eins-für's-Andere."

In der ernsten und höher» Schreib-ark können wirden dadurch auszudruckenden Begriff durch Mißgriff,Mißverstand, Begriffs - Personen - oder Namenver-wcchselung bezeichnen.

Quidam. Dieses Lat. Wort wird im Deutschen als einSachwort gebraucht, einen unbestimmten Menschen aufeine verächtliche Weise zu bezeichnen. Ein Quidam,sagt man, könnte uns hierin zuvorkommen. Man kannin den meisten Fällen ein Jemand dafür sagen. Oftmag auch der erste der beste dafür passen. In dem obi-gen Beispiele würde auch irgend ein Allzeitfertiger da-für können gebraucht werden.

Quidditas, ein barbarisches Kunstwort der alten Schul-philosophie. Man müßte, wenn jemand neugierig wäreein Deutsches Wort dafür zu hören, die Washeit da-für sagen. Man verstand nämlich darunter den abgezo-genen Begriff der Behauptung, daß etwas etwas oderwas (irgend etwas) sei.

Quiesciren, ruhen, ausruhen; in der Rechtssprache,sich beruhigen.

Quiettsten, die Ruhefreunde, eine Gesellschaft vonGlaubensschwärmern, deren Stifter M 0 l i n 0, ein Spa-nischer Priester, war. Dieser lehrte: man müsse, ummit Gott vereiniget zu werden, sich selbst, d. i. allesGefühl in sich, gänzlich vernichten, und es dahin brin-gen.