Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
191
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Qual Quar Quar

in der Jen. Lit. Zeit. und in der Bibl. der schonenWissenschaften, gcbilliget und angenommen zu sehen.Es bedarf nur gemeiner Einsicht, zu bemerken, daßdieses Sujet (warum doch nicht: dieser Gegenstand,oder dieser Stoff?) durchaus nur für den erzählendenDortrag geeignet sei." Allg. Jen. Lit. Zeit. Jetzt ist die-ser Ausdruck in aller Munde, und man findet ihn schonin tausend Schriften.

Qualität, i. die Beschaffenheit, die Eigenschaft oderauch alle Eigenschaften einer Sache zusammengenom-men, wofür man auch die Güte sagt. In dieser Be-deutung wird Qualität der Quantität entgegengesetzt.Die Qualität und Quantität einer Sache, d. i. ihreBeschaffenheit, (ihre Güte, ihre Eigenschaften) und ih-re Menge (ihre Größe, ihr Maß, ihr Umfang, ihreVielheit). Freilich geht bei diesen Deutschen Wörtern derähnliche Klang verloren, wodurch jene Lateinischen fichso gut zueinander passen; allein man erinnere fich,daß in der Sprache, wie überall, Befriedigung desVerstandes mehr werth ist, als Ohrenkitzel, und daßwir daher wohlklingende, aber für den größten Theilder Deutschen unverständliche Wörter, gegen minderwohlklingende, aber für alle verständliche Ausdrücke hin-zugeben kein Bedenken tragen müssen. Also: Nicht bloßauf die Beschaffenheit (Qualität), sondern vornehm-lich auch auf das Maß (Quantität) der Speisen kommtes an, wenn von Lcbensordnung die Rede ist. Er un-terhielt uns mit den guten Eigenschaften seines Pfer-des. Ich sehe mehr auf die Güte, als auf die Mengeder eingekauften Waare. 2. Der Titel, die Würde;z. B. Unter welchem Titel (in welcher Qualität) ließ erfich bei Ihnen einführen? Er stellte sich in der Würdeeines Gesandten dar. Z. Das Ansehen oder der Stand,z. B. ein Mann von Ansehen oder von Stande, ein an-gesehener Mann, eine Standesperson (un homme deqiialite).

Qualiter qualiter, oder taliter qualiter, so so, sogut es sein oder geschehen kann, so gut es sich wolltethun lassen.

Quantität, 1. die Vielheit, Menge, Große, das Maß;2. in der Sprachlehre, die Länge oder Kürze der Sil-ben, mit Einem Worte, das Silbenmaß. Klopstock(in den Gram. Gesprächen) hat den Ausdruck Silben-zeit dafür gebildet. Sonst pflegt man Tonmaß dafür,zu sagen. Da aber Torr und Silbenlange nicht einerleiBegriff bezeichnen, so scheint dieser Ausdruck unstatthaftzusein. Zeitmaß, welches Ad. dafür angesetzt hat, wirdbesser für laut gebraucht.

Quantum, bald drr Betrag oder die Summe, balddie Größe, Menge, Vielheit, Zahl, das Maß, derBetrag.

Quarautaiue (spr. Karangtäne), sonst auch die Conttt*rr>a2, diejenige Zeit (gewöhnlich 40 Tage) welche Schif-fen und Personen, die aus Gegenden kommen, wo pest-

artige Seuchen herrschen, zum Stillliegen vorgeschrie-ben ist, bevor aus jenen etwas ausgeladen werden darf,und bevor diese entweder ans Land, oder über die Grän-ze kommen dürfen. Man kann Gesundheitsprobe undLiegezeit dafür sagen. Weil das Schiff von Smirnakam, so mußte es auf der Rhede von Kopenhagen erstdie vorgeschriebene Liegezeit halten, bevor es einlaufendurfte. An der Gränze von Ungarn mußten wir erstvierzig Tage lang die verordnete Gesundheitsprobe be-stehen.

Quarre (spr. Karreh), ein Viereck. En quarre, insGevierte.

Quart, I. ein Viertel, z. B. ein Quart procent, einViertel von Hunderten; 2. ein Viertelmaß, z. B.ein Quart Wein. Ein Buch in Quart, sieh. Quartaut.Ein Quartblatt, ein Viertelblatt.

Quartal , ein Vierteljahr. Allein das fremde Wort wirdauch in Rechnungssachen gebraucht und alsdann nichtdie vierteljährige Zeit, sondern die nach Vierteljahrenberechnete Einnahme oder Ausgabe darunter verstanden.Für diesen Begriff des Worts, für welchen unser Vier-teljahr nicht passen will, habe ich Jahrsvicrtel vorge-schlagen. Dem ersten.Anblicke nach scheint eS, daß manJahrviertel, nach der Aehnlichkcit von Jahrhundert,sagen müßte. Allein Jahrhundert steht für hundert Jah-re, Jahrsvierkel hingegen für Viertel des Jahrs. Folg-lich muß man zwar Jahrhundert, aber nicht Jahrvier-tcl, sondern Jahrsvierkel sagen. In der Sprache derHandwerker bedeutet Quartal die vierteljährige Zunst-vder Jnnungsversammlung; wofür man auch Morgen-sprache und in einigen Gegenden, wie Stenzel be-merkt, Morgenrath sagt.

Quartaliter, vierteljährig, oder alle Vierteljahre.

Quartan, viertägig; z. B. ein viertägiges Fieber. Ge-nau genommen, sagt dieser Deutsche Ausdruck freilichetwas anders, nämlich ein Fieber, welches vier Tagedauert oder anhält, so wie ein viertägiges Fest einFest bedeutet, welches vier Tage hinter einander ge-feiert wird. Allein der Sprachgebrauch hat den Ausdruckauch für jenen Begriff nun einmahl gestempelt, und estst daher erlaubt, ihn so lange dafür zu gebrauchen, bisein besserer gefunden sein wird. Sollte etwa Dicrtags-fiebcr dieser bessere Ausdruck sein?

Quartaner, ein Schüler der vierten Klasse oder Ord-nung.

Quartaut, (in quarto, in Quartformat), ein Buch,dessen Blätter der vierte Theil des Bogens sind; alsoein Buch in Viertelgröße oder in Viertelform. SiehtEolio.

Quarte, in der Tonkunst, der vierte Ton von einem an-genommenen ersten Tone an; auch die dritte Saite aufder Geige. In der Fcchtkunst, die vierte Stoßart.

Quartett (auch Quadro, Quatro, Quatuor und Quai>tetto). S. Quadro.

Quar-