Prot
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Prov
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Protasis, in der Redekunst, der Vorsah, entgegengesetztdem Nachsätze, Apodosis.
Protection, der Schuh, die Beschützung. Auch derSchirm und die Schirmung. S. Halkaus. llus pro-tectionis, das Schuh - und Schirmrccht.
Proteetor, der Beschützer, der Schirmherr.
Proteetorium, das Schirm-amt, der Schirmbrief, dieBeschirmung.
Protegä (spr. Protegeh), der Schützling. Dis gute Deut-sche Wort findet fich unter andern in der Deutschen Aus-gabe des Werks über Italien von Gorani.
Protegiren (spr. protegiren), schützen oder beschützen,in Schutz nehmen, schirmen.
Pro tempore, zur Zeit, für jetzt; in der Kanzeleispra-che und in Wielands Werken, dcrmahlen.
Protensive, der Dauer nach; wie extensive, der Aus-dehnung nach, und intensive, dem Grade nach.
Protest, i. die Verwahrung, wie wenn man sagt: ei-nen Protest wogegen einlegen; 2. die Abweisung, Zu-rückweisung oder Verwerfung, wie wenn es heißt, daßein Wechsel mit Protest zurückgekommen fei. Rüdi-ger hat das Wort in diesem letzten Zusammenhangedurch Verweigerung verdeutscht. Ehemahls war auchEinrede dafür üblich.
Protestant. Dieser Name, welcher Anfangs nur den Lu,Iheranern beigelegt wurde, seit dem Westfälischen Frie-den aber auch die Reformirten unter sich begreift, entzstand, als jene auf dem Reichstage zu Speier 1529gegen die Beschlüsse der Katholiken eine Verwahrungeinlegten oder protestirten. Im Allgemeinen bezeichnetdiese Benennung einen Christen, der sich, wie Kantsagt, gegen die Ansprüche (Anmaßungen) anderer Glau-bensgenossen, die ihren Kirchenglauben für allgemeinverbindlich ausgeben, verwahrt. Man kann auch sagen:er verwahrt sich gegen jede Verpflichtung etwas zu glau-ben, was nicht auf einer übereinstimmenden Aussa-ge seiner Vernunft und der Bibel beruht. Man könntesie die Freiglaubigen nennen; denn sie sind in Bezugaus die kirchliche Gesellschaft, was der Frcibürger inBezug auf die bürgerliche ist.
Protestation, die Verwahrung, die Einrede. Bei Wcch-selgeschaften, die Zurückweisung oder Abweisung.
Protestiren, Einsprache oder Einrede thun, sich ver-wahren, eine Verwahrung einlegen. Die erste R. a.ist jetzt nur noch von der Prorcstation gegen eine Hci-rath gebräuchlich. Einen Wechsel prowstiren, heißt,ihn zurück- oder abweisen.
Prothesis. S. Prosthesis.
Protocoll. Entwurfsschrist, welches K1' nd e rling da-für hat, ist sowol undeutlich, als auch übelklingcnd. Die-ser letzte Tadel trifft auch die zweite, von ebendemsel-ben Verfasser angegebene Verdeutschung, die Verhörs-schrift. Wider Vcrnchmungsbuch, welches Heynatz
dafür versucht hat, läßt sich einwenden, daß das WorkBuch hier nicht recht passe; denn oft wird zu einemProtocolle nur ein einziger Bogen erfodert. Ich wür-de daher lieber Vernehmungsschrist, Vernehmungs-heft und Vcrnehmungsbericht dafür sagen. In vielenFällen scheint das Wort Vernehmung schlechtweg hin-reichend zu sein. Haltaus hat Gerichtsbuch dafür.Für zu Protocoll nehmen können wir gerichtlich auf-zeichnen oder niederschreiben sagen.
Protocolliren oder zu Protocoll nehmen, niederschrei»den, einen Vernehmungsbericht machen.
Protopope, ein Dberpriestcr in Rußland.
Prototypes, das Urmustcrbild. Muster, Musterbildund Vorbild ist Types, Urbild, Original. Danachwäre folgende Stelle aus Herders Briefen über dieMenfchenthümlichkcit (Humanität) zu berichtigen:„Das Urbild (Urmusterbild), der Prototyp der Mensch-heit, liegt also nicht in Einer Nation Eines Erdstri-ches."
Protraction, die Verzögerung.
Protrahiren 3 in die Lange ziehen, verzögern.
Provenu (spr. Prowenüh), in einigen Fällen der Ertrag,in andern der Betrag.
Proverbia, die Sprüche oder Sprichwörter SalomonS.Uebrigens heißt Proverbium ein Sprichwort über-haupt.
Proviant, der Mundvorrath, die Lebensmittel. Kin-derling hat auch Zehrvorrath und Kriegeskost dafürgebildet. Das letzte ist undeutlich. Für Proviantwagenist Brotwagen schon gebräuchlich.
Proviantiren, mit Mundvorrath oder Lebensmittelnversorgen.
Providenz, die Vorsicht oder Vorsehung. Ob eS nicht
> besser fein würde, Fürfehung zu sagen, scheint durchdas, was Ad. dagegen (unter Vorsehung) bemerkt,noch nicht entschieden zu sein. Denn sollte der Begriffder Fürsorge dabei nicht mehr, als der des Vorherse-hens hervorstechen?
Provinzialism, Lak. Provincialismns, ein Landwort.Lei bnitz. Dis paßt aber nur für solche Fälle, da un-ter Provincialismus ein bestimmtes Wort verstandenwird; nicht für diejenigen,- da in Allgemeinen davondie Rede ist. Man kann z. B. nicht sagen: es ist einNiedersächsisches Landwort, die Mund für der Mundzu sagen. Hier würde man Provincialismus besserdurch Landsprachgebrauch oder landschaftlicher Sprach--gebrauch übersetzen; z. B. Es ist bloßer Landsprachge-brauch, oder landschaftlicher Sprachgebrauch, wenn ei-nige Deutsche (wie in Hamburg) Hosen für Strümpfe,und Strümpfe für Semmel sagen. Klopstock sagt (inden Gram. Gesprächen) das Landschaftliche und etwaslandschaftliches für Provincialismus. Reß wünscht,daß das veraltete Gau für Provinz wieder gangbar
gemacht,.
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