Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
185
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oft durch Rede verdeutschen. So ist dieses Wort z. B.durchgängig in Ramlers Battcux und in folgenderStelle eines unserer Dichter gebraucht worden:

Auch mit Red' und Gesang faßt uns der Laue nichtOhne Red und Gesang faßtjuns der Edlere, u. s. w.

Kosegarten.

Sonst müssen wir ein näher bezeichnendes Beiwort, et-wa ungebundene oder bandlose Rede, hinzufügen, oderbandlose Schreib-art dafür sagen. Diese Umschreibungaber hat ihr Unbequemes. Ich wünsche daher, daß einAnderer einen bessern Ausdruck finden möge; sonst wür-de man sich freilich die Aufnahme des Worts Prose(nur nicht mit der Lat. Endung Prosa) müssen gefallenlassen. Die Deutsche Achnlichkeitsregel wird dadurchnicht verletzt.

Prosaisch, ungebunden, bandlos, nichtdichterisch; z. B.in ungebundener oder bandloser Schreib-art; er versuch-te es, bald mit dichterischen, bald mit nichtdichterischenAufsätzen. Undichterisch kann man nur in tadelndemSinne von demjenigen sagen, was dichterisch sein soll-te, und es nicht ist, wie wenn man von einem Worteoder einer R. a. eines Gedichts anmerkt, daß fite un-dichterisch (unpoetisch) find. Prosaisch kann (wenn gleichProse für eingebürgert erklärt werden sollte) nie Deutschwerden, weil seine Betonung undeutsch ist, und weilvon Prose nur prosisch, nicht prosaisch abgeleitet wer-den kann.

Prosaist, ein Schriftsteller in ungebundener oder band-loser Schreib-art, oder, wenn man will, in Prosc.

Proscenium, die Vorbühne, entgegengesetzt der Hinter-bühne oder dem Hintergründe der Bühne.

Proscribiren, achten. Ein Proscribirter also, ein Ge-achteter. In dem Moritz - Stenzelschen Wörterbuchestehn, vermuthlich durch einen Druckfehler, bei proscri-biren , Proscription, und proscribirt, verjähren,die Verjährung und verjährt aufgeführt. Diese gehörenaber bekanntlich nicht hieher, sondern zu praescribi-ren, Praescriptio und praescribirt.

Proscription, die Aechtigung und die Acht. Pro-scriptio superior, die Db eracht.

Prosector, derjenige, welcher das Geschäft des Zerglie-derns, unter Aufsicht des Zergliederungslehrers verrich-tet. Man hat Oberzergliederer dafür vorgeschlagen; dasist er aber nicht, denn er arbeitet unter dem Professcrder Zcrgliederungskunst. Jener müßte der Vorzergliede-rer heißen.

Prosecutio, die Fortsetzung, z. B. prosecutio arresti,die Fortsetzung der Kummerklage. S. Links NeuenKatechismus des Kanzeleistils.

Proselyt, ein Glaubensüberläufer, und wo der Zusam-menhang die nähere Bestimmung gibt, Ueberlaufer schlecht-weg. H e y n a tz und K i n d e r l i n g haben Ncubekehr-ter dafür angesetzt; dis paßt aber mehr ssür Neophyt.2. Band.

Die Zusammensetzung Proselyterei oder Proselyten-macherei, habe ich irgendwo in Scherz durch geistlicheScelenkaperei verdeutscht, Hn ernsthafter Rede würdeman Bckehrungssucht, allenfalls auch Glaubenswer-berei dafür sagen können, so wie Glaubenswerbcr fürProselytenmachcr.

Prosequiren, verfolgen, fortsetzen, fortführen.

Prosit, wohl bekomme es! Zur Gesundheit!

Prosodie, die Silbenmcssung oder die Lehre von der Län-ge und Kürze der Silben. Zuweilen wird die ganzeVerskunst darunter verstanden, welche nicht mit derDichtkunst verwechselt werden muß.

Prosopopoie, die Personendichtuug. Kindcrling hatRededichtung dafür angesetzt; allein eines Theils wirddadurch nicht der Hauptbegriff, den man durch Pro-sopopöie bezeichnen will die Darstellung des Un-persönlichen als einer Person angegeben, und an-dern Theils scheint der Ausdruck Rededichtung selbstdas nicht deutlich auszudrucken, wq.s dadurch angedeu-tet werden soll. Denn daß eine Rede erdichtet ist, setztgerade nicht voraus, daß derjenige, dem sie in den Mundgelegt wird, ein der Rede unfähiges, sprachloses Dingsei. Curtius und andere Geschichtschreiber haben er-dichtete Reden auch Menschen in den Mund gelegt; unddiese Reden find keine Prosopopöien. Ich glaubtePersonendichtuug zuerst gebildet zu haben, fand aberhinlennach, daß A d. es schon in der ersten Ausgabefeines Wörterbuchs aufgeführt hatte. Auch H e p n atzwies in der Folge (im Antibarb.) nach, daß es schonzu Gottscheds Zeiten aufgekommen sei.Welche Perso-nendichtung!" Denis.

Prospect, die Ansicht, und die Aussicht. In der Bau-kunst, der Aufriß, d. i. der Riß oder die Zeichnungeines Gebäudes nach der äußern Anficht.

Prosperiren, in blühende, gute oder glückliche Umstän-de kommen, sein Glück machen, sich aufnehmen.

Prosperität, das Wohlergehen oder Wohlsein.

Prospiciren, vorsehen, Vorsichtsmaßregeln nehmen.

Prosthesis oder Prothesis, in der Sprachlehre, dieVorfetzung eines Buchstabens oder einer Silbe, welchezu einem Worte nicht eigentlich gehören, wie wenn manim Lat. gnatus für natus sagt. So ist auch aus demN. D. Lied (welches wir in Augenlied aufgenommenhaben) das O. D. und H. D. Glied entstanden.

Prostituiren, beschimpfen, schänden. Sich prostitui-ren, sich lächerlich machen.

Prostitution, die Beschimpfung.

Prostylos, in der Baukunst der Alten, der Säulenein-gang.

Prosyllogismen,die aufsteigende Reihe der Ver-nunftschlüsse, oder, die gefolgerten Erkenntnisse auf derSeite der Gründe oder der Bedingungen zu einem ge-gebenen Erkenntniß." Kant.

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Prota-