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Prop
Pros
Proponent, derjenige, der etwas vortragt. Warum soll-ten wir nicht der Vorträgcr sagen dürfen?
Proponiren, vortragen.
Proportio arithmetica, die glcichrestige Verhältniß-gleiche. Der Urheber des Worts gleichrestig ist Burja.
Proportio geometrica, die gleichtheilige Verhältniß-gleiche.
Proportio continua, die gebundene Verhältnißgleiche.
Proportio discreta, die ungebundene Verhältnißglei-chc. Die Wörter gebunden und ungebunden hat B u rj azuerst in dieser Bedeutung gebraucht.
Proportion. In meinen frühern Versuchen hatte ich mitBurja Ebenmaß dafür angesetzt. Allein da dieses schonfür Lymmetrie allgemein gebräuchlich ist, so scheintes doch nicht gut zu sein, ihm auch noch den Begriffvon Proportion unterzulegen. Im gemeinen Leben wirddieses letzte Wort, wiewol unrichtig, für Verhältnißgebraucht; indem man z. B. in Proportion seinerGröße, seiner Einkünfte u. s. w. sagt. Die Proportionentsteht aber erst aus der Gleichheit zweier Verhältnisse,und man sollte daher die Verhaltnißgleiche dafür sa-gen. Heynatz halben Begriff umgekehrt, undGleich-verhältniß dafür einführen wollen. Allein obgleich dieseArt von Zusammensetzungen, in welchen ein Einverlei-bungswort (Adjectiv) nach Wegwerfung seiner Endsilbemit einem Sachwerte (Substantiv) verbunden wird,nicht ohne Beispiele in unserer Sprache ist (man denkean Großfürst, Scharfrichter, Kleinmadchen), so hatsie doch immer etwas steifes und ungelenkiges; und esist daher nicht rathsam, die Zahldersclben, ohne Noth,zu vermehren. Auch pflegt die Bedeutung des Einver-leibungswortes in dergleichen Zusammensetzungen eineVeränderung zu leiden, und nicht mehr die ihm sonstgewöhnliche zu bleiben. Großfürst, Leichtsinn, Klein-mädchen u. s. w. sind mit großer Fürst, leichter Sinnund kleines Mähchen kc.ines Weges gleichbedeutend.Hier aber sollten Gleichverhältniß und gleiches Ver-hältniß einerlei sagen.
Proportional, wird durch Zusammensetzungen mit Ver-hältniß ausgedruckt, z. B. Verhültuißcirkel für Pro-portionalcirkcl.
Proportionirlich oder proportionirt, verhaltnißmaßig.
Propos (spr. Propoh) , das Vorhaben, die Aeußerung,der Antrag. Ein wunderlicher Propos! sagt man, undmeint: eine wunderliche Aeußerung, einen solchen An-trag. Mein Propös war, d. i. mein Vorhaben war.Apropos. S. unter A.
Proposition, der Sah, der Vortrag, der Vorschlag.
Propre (spr. proper), reinlich, sauber, nett. Malpropre,unsauber. . .
Proprete (spr. Propcrteh), die Sauberkeit, Reinlichkeit.
Propria auctoritate, aus eigener Macht oder Gewalt.Propria caussa, in eigener Sache. Proprio motu,aus eigener Bewegung-
Prop
Proprie, eigentlich, im eigentlichen Verstände genom-men.
Proprietär, das Eigenthum, die Eigenthümlichkeit.
Proprietaire (spr. Proprietär), der Eigenthümer, derInhaber, der Eigenthumsbcsitzer; in engerer Bedeu-tung auch der Landbesitzer, der angesessene Mann.
Propulsation, die Ausstoßung, das Ausstößen.
Propulsiren, ausstoßen.
Propyieen, Lat. Propylaeum, Grich. Propyleon,der Vorhof oder Vorplatz eines großen Gebäudes, Tem-pels u. s. w. Göthe gibt bekanntlich ein den Künstengewidmetes Werk unter diesem fremden Titel heraus.Hätte er es Vorhof der Künste genannt, so würdenseine des Grichifchen unkundigen Landslcute, ohne Nach-frage, gewußt haben, welche Art von Belehrungen ih-nen darin angeboten würde.
Pro rata, jeder zu seinem Theile, jeder für seinen An-theil. Zuweilen kann man auch verhältnißmaßia odernach Maßgabe dafür sagen. In Links neuem Kate-chismus des Kanzeleistils sind folgende Beispiele, wie'das pro rata füglich umgangen werden kann, angege-ben worden: „Uebrigens hat Beklagter seinen Theil
Kosten zu tragen. Daß Beklagter die Schuld zwar nichtim Ganzen, doch so viel er als Mitschuldner wirklicherhalten, wieder zu zahlen schuldig ist. Der Ueberrestwird unter die folgenden Gläubiger, ohne Ordnung derZeit, verhältnißmaßig vertheilt."
Pro redimenda vexa, in der Kanzeleisprache., St en-zel, in der Fortsetzung des Moritzischen Wörterbuchshat, für Entschlagung der Rechtssache, zur Ueberhe-bung des Streithandels und für Streitbefreiung dafürangesetzt. Allein da man nicht eine Sache entschlagen,sondern sich einer Sache entschlagen, ferner nicht eineSache überheben, sondern einen einet Sache überhe-ben, und endlich nicht eine Sache befreien, sondernnur einen von einer Sache befreien, sirgen kann: soscheinen mir alle-dicsc Ausdrücke nicht sprachrichtig zusein. Der Begriff, der damit bezeichnet werden soll,ließe sich wol am deutlichsten dirrch;. für die Nieder-schlagung oder Beilegung des Rechtshandels, ausdru-cken. Streithandechflir Rechtshandel scheint mir auchkein gutes Wort zu sein; weil Streit und Handel schon,jedes für sich, eben das bedeuten, was sie hier zusam.mengefetzt bedeuten sollen.
Pro re nata, nach Beschaffenheit der Umstände, derLage der Sachen nach.
Prorogation, der Aufschub, die Verschiebung, die Ver-tagung.
Prorogiren, aufschieben, verschieben oder weiterhin-/aus schieben, aussetzen, vertagen. Ueber den letztenAusdruck sieh. Ajourniren.
Prosa. Wenn dieses Wort ausdrücklich in Gegensatz mitPoesie oder Gedicht gebraucht wird, fo läßt es sich
oft
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