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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
181
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Pros

Profan, i. wenn es dem geistlich entgegengesetzt ist, welt-lich, z. B. solche Schriften. Göthe hat in dieser Be-ziehung auch gemein dafür gesagt:

Wahrlich unsere Zeit vergleicht sich den seltensten

Zeiten,

Die die Geschichte bemerkt^ die heilige wie die

gemeine.

s. Wenn es dem geweihct oder eingeweihet entgegen-steht, ungeweiht, z. B. Weg mit den Ungeweihten!Absint profanis 3. Entheiligend, entweihend, ruch-los, z. B. dergleichen Reden und Handlungen.

Profaniren, entweihen, entheiligen.

Profectus, die Fortschritte.

Profess thun / das Drdensgclübde ablegen.

Profession, das Handwerk. Profession von etwas ma-chen, heißt, etwas handwerksmäßig oder (wo dieseszu niedrig klingen würde) berufsmäßig treiben.

Professionell, handwerksmäßig, edler, berufsmäßig.So hätte es z. B. neulich, als in den Zeitungen gesagtwurde: der berühmte Erskinc habe sich verpflichtet ge-fühlt, einem des Hochverraths beschuldigten Mann sei-nen professionellen Beistand zu leisten, füglich heißen kön-nen: seinen berufsmäßigen Beistand.

Professionist, der Handwerker.

Professo (ex), eigenes Werks. H e y n a tz. Oft läßtsich kürzer und besser durch eigens oder besonders ge-ben, z. B. er hat sich auf die Geschichte nicht eigensoder besonders gelegt, für, er hat sie nicht ex pro-fesso stuclirt.

Professor, ein öffentlicher Lehrer auf einer Universi-tät oder auch an einer höhern Lehr-anstalt überhaupt.Wenn Hochschule für llniversssät beliebt werden soll-te, so würde Hochschüler für Student, und Hochleh-rer für Professor passen. Die Holländer haben dieseguten Ausdrücke schon lange gehabt, welches mir, daich ihn bildete, noch nicht bekannt war. Als Titel wirddas Wort Professor freilich sobald noch nicht verdrängtwerden können; aber warum gibt man ihm denn hiernicht wenigstens dadurch Deutsche Form und DeutschenKlang, daß man die undeutsche Endung or in er ver-wandelt, und Professer schreibt? Im Reden nimmtfast jeder diese Umschmclzung damit vor; weil hier dasUndeutsche jener Endung stärker gefühlt wird. Mit demWorte Apotheker haben wir eine ähnliche Veränderungauch im Schreiben vorgenommen; indem niemand mehrApothekar (von Apotbeearius), sondern jedermannApotheker schreibt. Lcssing pflegte daher, auf diesesBeispiel sich berufend, zusagen: er wisse nicht, warumman ihn Bibliothekar, und nicht vielmehr Bibliothc-ker nenne. Zum Beweise, daß wir im Reden das orin Professor und ähnlichen Lateinischen Wörtern, derDeutschen Sprach.ähnlichkcit gemäß, in er zu verwan-deln pflegen, brauche ich nur anzuführen, daß einer un-

Prof Prog ig 1

serer Dichter, Th ü mm el, kein Bedenken trug Vaterund Visitator (Vifitater) sich reimen zu lassen:

Und laß auch du, der Winde Vater,

Das Schiff von Stürmen unberührt.

Das unsern VisitatorUnd seine Nichten führt.

Der Verf. des Neuen Froschmauslers, muthiger alser, ließ das Lat. or nicht nur als ein Deutsches erhören, sondern er schrieb es auch so, und zwar ohne daßder Reim ihn dazu.zwang:

Der Vifitater auch nicht kam.

Mein Vorschlag, Hochlehrer für Professor zu sagen, istvon Heynatz'en angenommen worden; und Sten-zel (in Moritzens Wörterbuche) nennt ihn einen sehrglücklichen.

Professur, eine Hochlehrerstelle oder das Hochlehrer,amt; auch Lehrstelle und Lehramt schlechtweg oder mitdem Zusätze öffentlich.

Prosti , die Seiten-ansicht; also en Profil, nach derSeiten-ansicht. Der Gegensatz: en Face, wird in derKunstsprache (S. S u l z e r s Wörterbuch) schon gewöhn-lich in gerader Ansicht genannt. In der Baukunst, woProstl eine Zeichnung nach dem Durchschnitte gedeutet,müßte man Durchschnitts-ansicht sagen. Lvgau nenntauch Gemählde en prostl, nach dem Durchschnitt ge-mahlte; und Lavaterhak den Ausdruck Halbgcsichtdafür versucht.

Prostt, der Nutzen, Vortheil, Gewinn.

Probable (spr. profitabl), nützlich, vsrtheilhaft.

Prosttireu, Nutzen ziehen oder haben, gewinnen. Erhak auf der Schule nicht viel prosttirt, nicht viel gelernt.

Pro torrna, zum Schein.

Prosos, der Stockknecht, der Feldgewaltiger. Grandprofos, der Stockmeister, der Dbergewaltiger.

Profund, tief, tiefsinnig, z. B. ein solcher Kopf, wofürLavat er das Sachwort Ergründet gebildet hat.

Prognose, Lar, Prognosis, die Vorhersagung, Weis-sagung.^ ^

Prognosticiren, vorhersagen.

Prognosticon, die Vorhersagung.

Programm, eine Einladungsschrift.

Progrediren, fortgehen, fortschreiten, Fortschritte ma-chen.

Progrefs, der Fortgang. Progressen, Fortschritte.

Progression, die Fortschrcituna, das Fortschreiten.Burja gebraucht auch das einfache Work, die Schrei-tung, dafür, welche entweder eine gleichrestigc (arith-metische), oder gleichtheilige (geometrische) ist.

Progressiv, fortschreitend.

Progressus, ,,der Fortgang von der Bedingung zu demBedingten, z. B. von einem Elternpaare in absteigen-der Linie der Zeugung, d. i. von den Eltern zu den Kin-dern." Kant.

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Prohi-