Prob
Proc
Proc
Prod
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Probat, Lat. probatum, bewahrt, erprobt.
Probatio, der Beweis;— perfecta, plena, der voll-kommene; — semiplena, der halbe; —per instru-menta, durch Urkunden;—per inspectionem ocu-larem , durch den Augenschein; — per testes , durchZeugen.
Probiren, versuchen, prüfen. Da wir erproben und aus-proben sagen, so sehe ich nicht, was uns hindern könn-te, auch das einfache proben, für probiren zu gebrau-chen, welches im N. D. (wo es pröwen lautet) auchganz üblich ist. Ehemahls scheint dasselbe auch in derSchriftsprache nicht ungebräuchlich gewesen zu sein. Eskommt z. B. in N i k. P e u k e r s wohlklingender Pauke,Berl. i /02. vor:
Du kömmst ins PomeranzenhausUnd probest den Geschmack.
Probierstein, der Prüfstein. Luther. Sir. 6, 22.Das e, welches Luther darin mitgenommen hat, in-dem er Prüfesiein schrieb, ist überflüssig, und machtdasWort ohne Noth schleppend. Prvbcstcin würde ein Steinzur Ptobe, nicht zum Probiren sein.
Probitiit, die Redlichkeit.
Problem , Lat. Problema , eine Aufgabe, Frage.
Problematisch, zweifelhaft, unausgcmacht.
Procediren, verfahren.
Procedur, das Verfahren, die Vcrfahrungsart.
Procent, von Hunderten; z.,B. 4 von Hunderten.
Process, 1. in der Scheidekunst, das Verfahren oder dieVcrfahrungsart; 2. in der Rechtssprache, derRechts-handcl, Rechtsstreit, oder Rechtssache. Kant hat auchRechtsgang dafür gesagt: „Da die Vernunft den Krieg,als Rcchrsgang, verdammt."
Processiott, der Umgang. Neulich fand ich auch stn ei-ner O. D. Zeitung Bittgang dafür. In feierlicher Pro-cession, heißt, in feierlichem Aufzuge.
Processiren, rechten, einen Rechtsstreit oder Rechtshan-bei führen. In der 3 s. D. Mund-art findet sich auchdas veraltete fachen in dieser Bedeutung. S. Brem.Wörtcrb.
Procinctu (in), bereit, in Begriffe, auf dem Sprunge«
Proclama , der Aufruf, die öffentliche Bekanntmachungoder Auffoderung, das Aufgebot.
Proclamation, in der Kirchcnsprache, das Aufgebot,und in einigen Gegenden, der Kirchenruf. S. He Ig-natzens Ankibarbarus. In allgemeinerer Bedeutung,der Ausruf, die vssentliche Bekanntmachung.
Proclamator , der Ausrufer.
Proclamiren, ausrufen,öffentlich bekannt machen, Braut-leute aufbieten.
Procrastination, die Vertagung, der Aufschub.
Procrastinator, der Vertager, Zauderer. Man könnteauch Säumer von säumen dafür ableiten. Den ZustanddeS Säumers oder Saumseligen bezeichnete man ehe-
mahls mit Saumsal, welches veraltete Wort Gölhewieder erneuert hat:
Denn wo nicht immer von oben die Ordnung undReinlichkeit wirket (wirken).Da gewöhnt sich leicht der Bürger zu schmutzigemSaumsal.
Procrastinireil, vertagen, aufschieben.
Procuration , die Stellvertretung, die Geschaftsverwal«tung, die Sachwaltung. Oft wird es auch für Voll-macht gebraucht.
Procurator, der Geschäftsverwalter oder Geschaftsver-weser, der Sachwalter. Gcwalttrager, welches Halt«aus dafür hat, ist gänzlich veraltet; und Schaffer wür-de besser für Homme d’affaire passen.
Procuriren, r. verschaffen, 2. verwesen, besorgen.
Prodigalität, die Verschwendung, die Verschwendungs-sucht.
Prodige (fpr. Prodige), das Wunder.
Prodigiös, wunderbar. Eine prodigiose Menge, eineunglaubliche.
Prodigus, der Verschwender, z. B. einen Hür einen Ver-schwender (pro Prodigo) erklären lassen.. Die alte R.a. einen für mnndtodt (rnort de böiichc) erklärenist von weiterem Umfange. „Mundtodt sollte einenMann bezeichnen, der so weit einbürgert ist, oder so»vcit seine bürgerliche Ehre verloren hat, daß er für sichselbst nicht mehr unter seinen Mitbürgern, vor seinerObrigkeit auftreten, das vorige jus standi in foronicht mehr ausüben darf; denn Mund heißt altdeutschder freie Mann, sui juris, der für sich und anderein der bürgerlichen Gesellschaft erscheinen und sprechendarf; und mundtodt ist folglich, wer dis Recht verlo-ren hat. Administratione rerum suarum privatusist aber nicht bloß, wer das Scinige durchgebracht hak,sondern auch der Unmündige, der Wahnwitzige, derlandflüchtige Verbrecher, der Landesverwiesene, der le-benslang Gefangene u. s. w, S. Beiträge zur weit.Ausbild. der Deutschen Sprache. V . 54.
Prodromus , der Vorläufer.
Produciren, 1. vorbringen oder vorzeigen, z. B. einZeugniß; 2. vorführen, z. B. Zeugen; Z. hervorbrin-gen oder erzeugen, bauen, z. B. gewisse Früchte,. ge-wisse Kunstwaaren. 4. Sich gut oder schlecht prodnei-ren, sich darstellen. Man sagt auch: sich nehmen, indiesem Sinne. Er nahm sich gut bei Hofe.
Product, 1. das Erzeugniß, das Kunst- oder Natur-er-zeugniß; die Naturgabe, das Naturgut; 2. in derehemahligen Schulsprache, eine Züchtigung, und zwarauf den Hintern, weil dieser dabei vorgezeigt, produ-cirt, werden mußte; 3. in der Zahlenlehre, die ausder Multiplication erwachsene Zahl, das Ergebniß.
Productiv, hervorbringend, schaffend, schöpferisch, z.B. eine solche Kraft.
Profan,