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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
175
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Präs

Prät

Präs

oft den abgezogenen Begriff, Vorzüge habend, und esist nicht abzusehen, warum es für Vorzug gebrauchtwerden sollte.

Präsagiren, ahnen. Ueber dieses Deutsche Wort und des-sen Verschiedenheit mit ahnden, siehe Presentiment.Präscienz, das Voraus - oder Vorherwifsen.Fräscribiren j i. vorschreiben; 2. in der Rechtssprache,verfahren.

Präscription, 1. die Vorschrift; 2. die Verjährung.Praescriptio immeinorialis, die undenkliche; in-terrupta, die unterbrochene Verjährung.

Präsens, in der Sprachlehre, die gegenwärtige Zeit oderdie Gegenwart.

Präsent, das Geschenk.

Präsentant, der Vorzeiget eines Wechsels.Präsentation, i. die Vorzeigung oder Vorzeige, 3. V.eines Wechsels; 2. das Darstellungsschreiben des Kirch-herrn (Patrons), wodurch jemand zu einer Pfarre vor-geschlagen, und denjenigen, von welchen die Bestäti-gung abhängt, dargestellt wird. Vorschlagen würdeweniger, ernennen hingegen mehr als prä 3 entiren , indiesem Verstände genommen, sagen ; aber bei darstellenund Darstellung werden wir durch nichts gehindert, aneinen Vorschlag zu denken, der zwar, den Rechten nach,abgewiesen werden konnte, oft aber auch, dem Her-kommen nach, angenommen werden muß.

Präsentatum, schreibt man in den Kanzeleien auf ein-laufende Bittschriften, Vorstellung, Beschwerden u.s.w.,mit Beifügung des Tages der Einreichung; auf Deutsch:eingereicht, oder übergeben. Das Präsentatum be-merken, heißt, den Tag der Einreichung, oder, wieStenzel vorschlägt, die Einreichungszeit anmerken.

Präsentia, Präsenz, die Gegenwart. In präsentia,in Gegenwart, in Beisein.

Präsentiren, 1. vorzeigen, überreichen oder einreichen,z. B. einen Wechsel; 2. darstellen, z. B. einen zumKirchen-qmte Berufenen, um von der Behörde ange-nommen oder bestätiget zu werden. S. Präsentation.Präsentirkellev, ein Teller zum Darreichen; also etwaein Darreichungsteller. Credenzteller, welches ehemahlsdafür gebräuchlich war, ist, wie das Zeitwort creden-zen, selbst, nicht Deutsch; sondern aus den Jtal. Cre-denza, Credenziera und credenzare übergetragen.Präservation, die Verwahrung, Vorbauung.Präservativ, ein Verwahrungs- Vorbauungsmittcl.Präserviren, verwahren, vorbauen.

Präses, ein Vorsteher; in der Sprache der Hochschulenderjenige, der bei einem gelehrten Schulstrcite den Vor-sitz hat. Hier also der Vorsitzer.

Präsident, der Vorsteher, Vorsitzer.

Präsidireit, vorstehen, Vorsitzen oder den Vorsitz haben.Der präsidirende Platz, wie v. Archenholz schreibt,ist der Platz des Vorsitzers, der Vorsitzerplatz.

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Präsidium, der Vorsitz, der Schußi.

Prästabiliren, vorherbestimmen.

Prästabilismus, die Lehre oder Meinung von einer vonGott geschehenen Vorherbestimmung. In besondererBedeutung wird darunter verstanden:diejenige Erklä-rungsark der Erzeugung organischer Wesen, nach wel-cher die oberste Welt-ursache (der Schöpfer) in die an-fänglichen Erzeugnisse ihrer Weisheit nur die Anlage ge-bracht hat, vermittelst deren ein solches Wesen seinesGleichen hervorbringt, und die Lpecies (Art) sich selbstbeständig erhält." Kant.

Prästaudum, in der Mehrzahl, Praestanda, was je-mand zu leisten (zu geben oder zu thun) verpflichtet ist,die Pflicht oder Pflichtleistung, die Abgaben, die Ge-falle. In Merkels Buche über die Letten kommt häu-fig die Leistung schlechtweg dafür vor. Praestandapraestiren, leisten, was man zu leisten schuldig ist,seine Pflichtleistungen entrichten.

Prästation, die Leistung, Pflichtleistung, Pflichterwci-sung, Abtragung dessen, was man zu leisten hat, dieAbgabe. Das Wort Leistung wird in den meisten Fäl-len zureichen.

Prästiren, leisten, abtragen. Praestitis praestandis,nach abgetragener Schuldigkeit, nach geschehener Pflicht-leistung.

Präsumiren, vermuthen oder muthmaßen»

Präsumcion, 1. die Vermuthung, oder Muthmaßung»Praesnmtic» jun's, die rechtliche Vermuthung. s. Di«Einbildung, der Dünkel.

Präsumtiv und priisurative, muthmaßlich.

Präsupponiren j, voraussetzen, annehmen.

Präsnpposition, die Voraussetzung.

Präsuppositum, das Vorausgesetzte, das Angenommene.

Prätendent, derjenige, welcher auf etwas Ansprüche macht.Ein eigenes schon gebräuchliches Wort weiß ich nichtdafür anzugeben. Kronbewerber, welches einige dafürangesetzt haben, ist zu enge, weil es auch andere Prä-tendenten als solche gibt, die nach einer Krone trach-ten, und druckt auch nicht den Nebenbegriff aus, daßman auf den begehrten Gegenstand ein Recht zu habenmeint, aber damit abgewiesen ist. Ein Anspruchma-cher ist, wie alle Zusammensetzungen mit Macher, zuniedrig. Vielleicht würde Anfprüchler (wie Andachtler)dafür passen, weil die Ansprüche desselben, aus Man-gel einer sie unterstützenden Macht, gewöhnlich ins Lä-cherliche fallen.

Prätendiren, fodem, Anspruch machen, behaupten.Prätension, die Foderung, der Anspruch, die Anma-ßung. Prätensionslos, anspruchlos. Anspruch undAnmaßung sind dadurch verschieden, daß das letzte,aber nicht das erste, voraussetzt, daß man zu dem,was man fodert, kein Recht habe.

Präteriren, übergehen, auslasten.

Präter-