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2 (1808) F - Z
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Prän

Prär

Prap

heißt Praemissis praemittendis; d. r. vorausgeschickt,was vorausgeschickt werden muß.

Präiiumerando, durch Vorausbezahlung.

Pränumerant, ein Vorausbezahlcr oder Vorauszahlcr.Der Erfinder will fich erst durch eine hinreichende An-zahl Vorausbezahlcr oder Unterzeichner (Subscriben-teil) entschädiget und belohnt sehen." Berl.Blätter.

Pränumeration, die Vorausbezahlung.

Pränumeriren, vorausbezahlen.

Präoceupiren, vorher einnehmen.

Präoccupirt sein, ein Vorurtheil oder eine vorgefaßteMeinung haben; von einer Sache schon vorher oderzum voraus eingenommen sein.

Präparand, einer der zu etwas vorzubereiten ist. InderKirchcnsprache verficht man unter Präparanden die zumGenuß des ersten Abendmahls vorzubereitenden Kinder;also etwa die Vorbereituugsschüler.

Präparata, in der Zerglicderungskunst, einzelne Theiledes menschlichen oder thierischen Körpers, die man zumVorzeigen und Aufbewahren abgesondert und künstlichzubereitet hat; zubereitete Körperthcilc.

Präparation, die Vorbereitung oder Zubereitung.

Präparatorien, Scit. Praeparatoria, Zulüftungen, Vor-bereitungen, Auftakten oder Voranftalten.

Prä pari» en, vorbereiten^ zubereiten oder verfertigen. Indieser letzten Bedeutung genommen, können wir es auch,mit Luther'», durch fertigen übersetzen. Wenn z.der Dichter Falk schreibt:

Hier präparirt man gar in eurer Gegenwart,

Die Wallung im Geblüte zu verhüten,

Zu ganzen Dutzenden. Soriten (Kcttenschlüsse);

wie gut halte er da nicht sagen können:

Hier fertiget man gar

So der Vers. des N c u en F r o sch m ä u s l e r s:

Zu fertigen der Weisen SteinAus des gereiften Goldes Samen.

Für sich vorbereiten sagt man auch sich lüften.

Präpositio, in der Sprachlehre. Die meisten DeutschenSprachlehrer haben, mit Sch ottcl'n, Vorwort da-ftir zu sagen beliebt. Allein dieser. Deutsche Ausdruckhat mit dem Lateinischen, den er ersetzen soll, den dop-pelten Fehler gemein, daß er i. nicht auf das Wesensolcher Wörter, sondern nur auf die Stelle deutet, diesie einzunehmen pflegen, und 2. daß er selbst in dieserRücksicht, dem Begriffe nicht immer angemessen ist, weiles im Deutschen auch solche Präpositionen gibt, wel-che dem Worte, womit sie verbunden werden, niemahlsvorstehen, sondern immer nachgesetzt werden müssen, z.B. den Tag über, meinethalben, um der Sache wil-len; andere hingegen eben sowol nach als vorgesetztwerden können, z. B. nach, über, wegen, u. s. w.Popowi csch wollte daher lieber Haftwort dafür ge-sagt wissen, weil ein solches Wort, als ein unveran-

Präp

derlicher Theil der Rede, mit einem andern, biegsamenWorte verbunden oder an demselben hastend erscheine.Man könne, meinte dieser Sprachlehrer, auch die Haf-tung schlechtweg dafür sagen, so wie das Lat. Wort,Praepositio, die Vorsehung bedeute, und gleichfallsein von einem Zeitworte abgeleitetes Nennwort (ver-bale) sei. Allein da diese Benennungen den Irrthumveranlassen könnten, daß die Präposition immer an ei-nem andern Worte haften, d. i. unzertrennlich mit ihmverbunden sein müsse, wie dis zwar ost, wie z. B. inVorsicht, Nachtrag u. s. w., aber nicht immer, derFall ist: so scheinen sie verwerflich zusein. Klop stockhat die Präpositionen durch Beziehungen verdeutscht:weil sie die Beziehungen ausdrucken, welche die mitdem Zeitworte verbundenen Wörter auf dasselbe haben."Allein gerade deswegen, weil sie, nicht sowol selbstBeziehungen sind, als vielmehr nur Beziehungen aus-drucken, können sie nicht Beziehungen genannt werden.Man müßte Beziehungs- oder Bezugs Wörter sagen.Allein auch so würde diese Benennung nicht ausschließ-lich nur für die Präposition, sondern auch ebenso gutfür das beziehende Fürwort (pronomen relativum)passen. An einem andern Orte hat Klop stock die Prä-positionen Verhältnisse genannt,weil sie Verhältnissebezeichnen." Allein eben deswegen, weil sie die Ver-hältnisse nur bezeichnen, nicht selbst Verhältnisse sind,müßte man sie lieber Verhaltnißlvörter nennen. Einneuerer Sprachlehrer (Mertian,in der AllgemeinemSprachlehre) wirft die Präposition und die Conjun-ction in Eine Klasse, und will beide unter einerlei Be-nennung begriffen wissen , wozu er Bezuaftand gewählthat; doch so, daß er jene durch das Beiwort unvoll-ständiger, diese durch das Beiwort vollständiger Be-zugstand genauer bezeichnet und unterscheidet. Allein 1.müßte man doch, da nicht sowol die Begriffe selbst,als nur die sie bezeichnenden Wörter gemeint werden,nicht Bezugstand, sondern vielmehr Bezugstandswortsagen; und nun 2. wie hart und schwerfällig würde die-se Benennung sein, wenn sie auch sonst in jeder an-dern Rücksicht unverwerflich wäre!

Jede Präposition druckt ein Verhältniß aus; diSscheint ihr wesentliches Unterscheidungszeichen zu sein.Vcrhaltnißwort scheint also unter allen die angemessen-ste Benennung für sie abzugeben.

Präpositus, ein Vorgesetzter, ein Propst, Dis letzte istzwar aus Praepositus entstanden, aber es hat dochDeutschen Klang, und lebt schon, als Amtsbenennung,in der Volkssprache.

Präpqtenz, die Uebermacht, Ueberlcgenheit.

Präripiren, vorwegnehmen.

Prärogativ, das Vorrecht, der Vorzug. Wie landhat auch das Wort Vorzüglichkeit dafür gebraucht:Der Sultan übt eine seiner hohen Vorzüglichkeitenaus, und ruft: Gnade!" Allein dieses Wort bezeich-net