Präd
Präs
Präs
Präm
m
„Prädilection könne nur zuweilen, und ^zwar durchEingenommenheit, verdeutscht werden; in allen an-dern Fällen sei es unübersetzbar." Ich kann mir keineneinzigen Fall gedenken, wo Vorliebe nicht dafür passensollte. Ucberhaupt wünschte ich das übereilte Urtheil:
» dieses oder jenes fremde Wort sei für uns unübersetz-bar, von wirklichen Sprachkcnncrn nie zu hören. ImAntibarbarus hat er Vorliebe, als ein bei den bestenSchriftstellern gebräuchliches Wort, aufgeführt.
Prädominiren; zuweilen können wir herrschen oder her-vorstechen, zuweilen die Oberhand haben oder den Mei-ster spielen, dafür sagen. Allein es gibt Fälle, wo die-se Verdeutschungen nicht passen, wenn nämlich der Be-griff dadurch angedeutet werden soll, daß unter mehrenherrschenden Dingen (oder Personen) eins vorzüglichvder mehr als die andern herrsche. Man muß daher derNerfasserinn des Romans Agnes von Lilien danken,daß sie das gute, aber wenig bekannte, Wort vorherr-schen, welches diesen Begriff bezeichnet, in Umlauf znbringen gesucht hat: „Wo die Manier ganz vorherrscht,da scheint zuletzt der Charakter selbst nur Manier." Fastzu gleicher Zeit hat auch Voß dieses Wort in den Ver-wandlungen gebraucht:
Diesem, der weit vorherrscht an der Lande Gebiet
und der Männer.
Auch Heynatz nennt, in dem kürzlich erschienenen zwei-ten Theile des Antibarus, vorherrschen ein gutes Wortfür prädominiren oder prävaliren, und führt eineStelle aus Sophiens Reisen an, worin es gleichfallsvorkommt. A d. hat es nicht.
Präeminenz, der Vorzug, das Hervorragen, Hervor-stechen.
Präexistenz, das Vorherdasein, welches Kind er lingsehr gut die Dorwesenheit genannt hat. -
Präexistenzianer, Leute, welche behaupten, daß diemenschlichen Seelen schon vor der Geburt der Menschenda waren. Man könnte sie, wenn Vorwcsenheit fürPracxistenz eingeführt wäre, die Vorwesenhciter nennen.
Präexistireu, vorher da sein.
Prätation, die Vorrede.
Präfeet, ein Vorsteher. Präfectus, der Vorsinget beiden Chorschülern. Die jetzigen Prefets in Frankreichkönnte man Landvögte, oder, mit Luthern, Land-psieger nennen.
Präfectnr, eine Vorstcherschaft, Vogtei.
Präfereuce (spr. Prcferangß'), der Vorzug.
Präferiren, vorziehen, den Vorzug geben.
Prätigireu, r. anberamcn, (D. D. anberaumen), anse-tzen, z. B. einen Tag ; 2 . vorsetzen, z. B. eine Silbe.
Prätixmu, in der Sprachlehre, die Vorsilbe, die derNachsilbe (Lukkxum) entgegengesetzt ist. Neulich hatein Ungenannter in den, Be r l i n. Blä ttern die Dor-sctzsilde dafür gesagt: „Es hatte sich jemand die Be-
nennung eines — Raths, ich weiß nicht mehr mit wel-chen Vorsetzsilben verschafft." Allein da dieses viel här-ter klingt, und doch nicht mehr als Vorsilbe sagt, soverdient dis letzte vorgezogen zu werden.
Präformirt, zuvorgeformt oder vorgeformt.
Prägnant, eigentlich, schwanger, trächtig; uneigentlich,voll, strotzend. Ein prägnanter Begriff, ein Begriff,der andere einschließt, ein fruchtbarer, zuweilen auchwol ein überladener.
Präjudicium, das Vorurtheil; in der Rechtssprache, derVorbescheid; dann auch-dcr Schaden oder Nachtheil.Es gereicht ihm zum Präjudiz, d. i. es erweckt einnachrheiliges Vorurtheil gegen ihn, es gereicht ihm zumSchaden.
Präjudieiren, «achtstellig oder schädlich sein, Abbruchoder Eintrag thun, schaden. Wir haben auch das Zeit-wort benachtheiligcn, und beeinträchtigen. A d. kanntedas erste nicht. '
Präjudieirlieii, schädlich, nachtheilig. Die Kanzclciengebrauchen auch abbrüchig, und für den entgegengesetz-ten Begriff unabbrüchig; allein beide haben die Aehn-ljchkeitsregcl der Beiwörter in ig wider sich, und ver-dienen daher nicht aufgenommen zu werden, wenn gleichGlaffey in feiner Anleitung zur weltüblichen Deut-schen Schreib-art es als ein gutes Wort empfiehlt.Für, dis soll unserer Freundschaft unabbrüchig sein,können wir sagen: es soll ihr keinen Abbruch oder Ein-trag thun, ihr nicht schaden, ihr nicht schädlich odernachtheilig sein, sie nicht benachtheiligcn.
Prälat, ein vornehmer Geistlicher.
Prälegat, etwas vorausvermachtes, ein Vorvcrmachkniss.
. Prälegiren, vorausvermachen.
Prälibiren", vorsterkosten, vorschmecken.
Präliminarien, Einleitungen oder Einleitungspunkte.Friedenspräliminarien, Friedcnseinlcitungen oder dievorlüusigen Uebereinkunftspunkte zum Frieden; besserVorfriede, wie man im £>. D. dafür sagt. S. Heyna-H'e n s Antibarbarus. Ein Präliminarartikel, ist einvorläufig angenommener Satz oder Punkt.
Präloquium, die Vorrede, der Eingang.
Präloquiren, eine Vorrede oder einen Eingang machen.
Prä!ndiren, vorspielen.
Präludium, das Vorspiel.
Prämeditirt, vorbedacht, überlegt, z. B. eine solche That.
Prämie, der Preis, die Belohnung; in der Sprache derKaufteutc, der Versicherungspreis, d. i. die dem Ver-sicherer (Assecurateur) für die Versicherung zu zahlen-de Summe.
Prämissen, in der Denklehre, die Vordersatze einesSchlusses, aus welchem der Folgesatz (conclusio)abläuft.
Prämittiren, vorausschicken. Die Abkürzung P. P., dieman in Briefen statt des Titels obenan zu setzen pflegt,2) 3 heißt