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Post
Pote
Post
Post, die, „sann, sagt Kinde kling, nicht füglichDeutsch gegeben werden." Dis Urtheil mochte ich überkein einziges Wort aus irgend einer Sprache fallen.Jede Sprache, selbst die der Hottentotten nicht ausge-nommen, kann nach und nach so gebildet und ausge-dehntwerden, daß sie für jeden Begriff, den irgendeine andere Sprache bezeichnet, einen eigenthümlichenAusdruck erhält. Es kommt nur darauf an, daß dasBedürfniß, einen gewissen Ausdruck zu haben, lebhaftgenug empfunden wird; und der Ausdruck wird, wenner noch nicht da war, gebildet werden. Was nun aberdas'Wort Post betrifft, so kann und darf ihm, da cSschon in der Volkssprache lebt und unsere Achnlichkeits-regel nicht beleidiget, das Bürgerrecht in unserer Spra-che nicht streitig gemacht werden.
Postement, das Fußgestell.
Posteriora, das Gcsaß, der Aster.
Posteriori (a). S. A posteriori.
Posteritiit, die Nachkommenschaft. Herd er hat auchdie Nachkunft dafür gesagt. Posteri, die Nachkommen.
Posthumus, posthuma, ein nach dem Tode des Va-ters zur Welt gekommenes Kind; ein nachgebohrncs.Opus posthumum, ein Hinterlassenes Werk, welchesnach dem Tode seines Verfassers erscheint.
Postille, ein PrcdigtbucH. Dieses Deutsche Wort stehtschon in A d. Wörterbuche.
Postillon (fpr.Postisijong), der Postknecht, Postreiter.
Postiren, stellen.
Postnumeriren, nachbezahlen, oder nachzahlen. ES istdem Praenumeriren, oder Vorausbezahlen,, entge-gengesetzt.
Posto fassen, sich festsetzen, ernen Ort besetzen, festenFuß fassen. .
Postscript, die Nachschrift.
Post-station. Ich habe in der Preisschrift an daS alt-deutsche Rast oder Raste erinnert, welches für diesenfremden Ausdruck füglich gebraucht werden könnte; un-geachtet es ursprünglich eine allgemeinere Bedeutunghatte, und ein Maß der Langen und Entfernungen,wie Meile, bezeichnete. „Die alten Deutschen hattenein ihnen eigenes Maß der Wege, welches sie Rastanannten, und welches dreien Römischen oder zweienGallischen Meilen (Leugis) gleich kam. Der Gebrauchdieser Rasten ist in Deutschland noch bis zur Zeit deszweiten Stamms unserer Könige, vielleicht noch später,geblieben. Dis Wort Rasta steht auch im Mösogothi-schen neuen Testamente Matth. 5, 41 , eine Entfernungauf der Landstraße anzuzeigen. In den Runischen Ge-dichten wird das Wort Rast in eben diesem Verständegebraucht." Gcsch. d. Akad. d. Wissensch. zu Paris.Thl. VI. Seit. 206. Unser Schotte! hat eben die-ses bei Rast angemerkt. S. Von der Teutschen Haupt-sprache S. 390. Ad elung zeigt (unter Rast) aus-
führlicher und gelehrter, daß dis Wort, außer feinetersten und eigentlichen Bedeutung, der Ruhe, auch 1.überhaupt eine bestimmte Arbeit, pensnm, nach wel-cher mander Ruhe genießen kann, dann aber auch 2.und infonderheit eine solche Lange des Weges bezeich-nete, als ein Kriegsmann zurücklegt, ehe er einmahlausruhet. Dis sowol, als auch die eigentliche Bedeu-tung , vermöge welcher es Ruhe überhaupt und Ruhenach vorhergegangener Bewegung "insonderheit aus-druckt, scheint es sehr bequem zu machen, für Poststa-tion gebraucht zu werden.
Postulat, Lat. Postulatum, wird gewöhnlich aber nichtpaßlich, durch Heifchcsatz verdeutscht, wodurch ein Satzbezeichnet wird, von dem man heischt oder verlangt,daß er ohne Beweis angenommen werden und geltensoll. Das bedeutet aber das fremde Wort Postulat inder Größcnlehre nicht. Hier wird keineswcges ein un-bewiesener Satz, der für bewiesen gelten soll, fonderweine Verrichtung (z. B. nne gerade Linie zu ziehen)darunter verstanden, die als eine mögliche und durchsich selbst begreifliche, vorausgesetzt wird. Burj a hatdaher das Wort besser durch Federung schlechtweg, A d.durch Foderungssatz verdeutscht. Schlimm genug, wenneine gewisse philosophische Schule der Heifchesätze (inder angegebenen unmathematischen Bedeutung des Worts)bedarf, um Vcrnunftwahrheiten, die sie nicht erweisenkann, gebieterisch aufzudringen! „Was soll es heißen,wenn man z. B. den Begriff von Gott für die practi-sche Vernunft postuliret? Ihn oder einen güldenen Bergin Gedanken zu construircn, wenn er nicht erwiesen ist,gründet weder eine praktische, noch theoretische Wahr-heit. Postulate der Art (welches Wort bei theoretischenBegriffen ganz außer Ort und Stelle ist) sind Hei-schesatze, ein Name, den man den mathematischen Fo-dernngcn ungeschickt beilegte, der aber den kritischenPostulaten gerecht ist. Sie heischen^ d. i., was sie er-weisen nicht können oder nicht wollen, wird trotzig er-bettelt und eben so trotzig aufgedrungen, als ob es kei-nes Beweises bedürfe. Daß mit dergleichen Postulatenalle wahre Philosophie verloren gehe, ist durch sich selbstklar." Herders Metacritic. Thl. II. Seit. 326.
Postuliren, 1. in der Größcnlehre fodern, oder als Be-dingung voraussetzen; 2. in der Sprache der Buch-drucker , sich als sogenannten Cornuten (S. dieses) dar-stellen, um Geselle zu werden.
Potage (spr. Potage), in der Kochsprache, eine Fleisch-vder Kraftbrühe mit eingeschnittenen Zuthaten von Wur-zelwerk, Brot u. s. w.
Potentaten, eine allgemeine Benennung, unter welcherKaiser, Könige und Fürsten begriffen werden ;aufDeutsch,die Machte.
PotenL (auch Dignität), in der Zahlenlehre, die Wür-de; die erste, zweite, dritte«. s. w. Burja.
Poter-.