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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
169
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Port

Posi

Posi

Poss

fremde Portion nur in Eigentlicher Bedeutung ge-braucht wird, und alsdann füglich durch Theil oderAntheil ersetzt werden kann. So z. B. in der von E.selbst angeführten Stelle:Nach der MagdcburgischcnPolizei-ordnung ist der Antheil der Ehefrau an der Erb-schaft ihres verstorbenen Mannes der vierte Theil; inder Churmark ist es die Halste; das übrige wird zugleichen Theilen unter die Kinder ausgetheilt, derenPortionen desto kleiner werden, je mehrere ihrer sind."Was hindert uns hier zu sagen: welche Theile destokleiner werden, oder wenn man die Wiederholung ver-meiden will, deren Beschicdcncs, deren Zugetheiltes,deren Angewiesenes, deren Antheil immer kleiner wird,u.s. w.-Portio statutaria, landüblichcr Antheil;virilis, Kindestheil.,,

Portirt, geneigt, eingenommen^ günstig.

Porto, Bricfgeld, Brieffracht, Postgeld.

Portrait (spr. Porträh), das Bildniß. Cludius hatGleichbild dafür vorgeschlagen. Der jetzige Sprachge.

. brauch hat zwischen Bild, Abbildung (Abbild) undBildniß folgende Unterschiede festgesetzt. Bild ist dasallgemeinste Wort; es wird nicht bloß von Werken derKunst, sondern auch von Naturgegcnstanden; nicht bloßvon Gegenständen des Gesichts, sondern auch von Ge-genständen der Einbildungskraft gebraucht. Abbildungbezieht sich nur auf Darstellungen der Kunst, wofür wiraber, wenn nicht die Handlung des Darstcllens, son-dern das Dargestellte gcmpint wird, richtiger daS ver-altete Abbild gebrauchen würden, wie schon Lessingerinnert hat. Bildniß wird nur von der Darstellungmenschlicher Figuren durch Kunst, also für Portrait,gebraucht.

Portraitiren, abbilden.

Portraitmahler, ein Bildnißmahler.

Posamentirer. So hat man das Franz. Wort Passe»montier verdreht. Auf Deutsch sagen wir der Borten«wirker oder Bortenmacher dafür. Posarnentirarbeitist Bortenwerk cder Borten-arbeit.

Pose, gesetzt; ein Mensch von gesetzter (postier) Ge-müthsart.

Position, die Stellung oder Lage, der Zustand.

Positiv, als Sachwort, eine Stuben-orgel; auch Hand-orgel, wie Handbibliothek, die zur Hand ist. Es wirdeine kleine Orgel gemeint.

Positiv, als Bei - und Nebenwort, i. geradezu, aus-drücklich, z. B. er hat es positiv versprochen; 2. zu-verlaßig, z. B. er wird positiv kommen. 3 . Zuweilenwird es für affirmativ, bejahend, genommen und demVerneinenden (Negativen) entgegengesetzt. 4. In Ver-bindung mit den Wörtern Religion und Recht (posi-tive Religion, positives Recht) wird es dem Natür-lichen und Vernunftmäßigen entgegengesetzt; hier kannman für positive Religion geoffenbarte, übernatürli-che, angenommene, überlieferte und vorgeschriebener, Band.

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sagen. Für positives Recht hak Rüdiger (in demLehrbegriffe des Venunftrechts) durchgängig Satzungs-recht gebraucht. A d. hat den Ausdruck gegebenes Rechtfür positives angeführt:Dieses Wort ist von jeheram häufigsten von dem empfundenen Rechte, oder demRechte der Natur, gebraucht worden, im (in) Gegen-satze dessen, was dem gegebenen Rechte oder den ei-gentlichen Gesetzen gemäß ist." In der zweiten Anmerk.zu Ballig. Es ist befremdlich, daß er diese von ihmangenommene Bedeutung des Worts gegeben nicht auch

- unter Geben mit aufgeführt hat. Man könnte auch fürpositive Religion die gesetzliche sagen, so wie auch ge-setzliche Strafen für positive.

Positivus, in der Sprachlehre, der Zustand eines Worts,in welchem es noch keine Steigerung erfahren hat, z. B.reich, arm, gelehrt, die gesteigert reicher, armer, ge-lehrter und der reichste, der ärmste, der gelehrteste lau-ten. Kin derli ng hat für Positivus , die Unterstu-fe, für Comparativus, die Mittelstufe, und für Su-perlativus , die Dberstufe vorgeschlagen. Siehe aberauch Gradus.

Posito, gesetzt. Posito, sed non concesso, gesetzt,aber nicht zugegeben.

Positur, die Stellung, Haltung des Körpers, der An-stand. Sich in- Positur setzen, sich gefaßt machen.

Possels, der Besitzstand.

Possession, die Besitzung, der Besitz. Einige Schrift-steller haben auch Besißthum, nach Eigenthum, gebil-det.Dem Statthalter Gottes seine zeitlichen Besitzthü-mcr nehmen." Herder.Er betrachte seine Geschich-te mehr, wie ein Bcsitzlhum auf ewige Zeiten, als wieein Preiöstück, das nur für den Moment ( Augenblick )belustigen soll." Wicland.Da wir, die Beschützerfremder Besitzthümer, unsere eigenen nicht behaupten."Heinz e in Cicero's Buche von Redner. Man sieht)daß dieses Wort oft genug gebraucht ist, um auf eineStelle im Deutschen Wörterbuche, wo es fehlt, Ansprü-che machen zu dürfen. Pbssessio apprehensa, capta,ergriffener Besitz; extincta, erloschener; bonaefidei, justa, rechtmäßiger; malae fidei, injusta,unrechtmäßiger; praescripta, verjährter Besitz.

Possessionirtfein , Besitzungen , besonders Grundbesi-tzungen haben, angesessen sein.

Possessor, der Besitzer; bonae fidei, rechtmäßi-ger; malae fidei, unrechtmäßiger.

Possibili tät, die Möglichkeit.

Possible (spr. possibl), möglich.

Possirlidh (wegen derundeutschen Betonung), spaßhaft,possenhaft, kurzweilig, lustig, drollig, schnakisch, ne-ckisch, schnurrig.

Possirliehkeit (wegen der undeutschen Betonung). Bür-ger hat Drolligkeit dafür gesagt:

Die sich auf Witz verstehn und Drolligkeiten.

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