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Plau
Plic
Plom
Pocu
Plausibel, scheinbar, wahrscheinlich.
Plebejet, einer aus der untersten Volksklasse, der ge-meine Mann. Ost wird es aber auch dem Adeligen ent-gegengesetzt ; und da ist es der Bürgerliche.
Plejaden , Lat. Plejades , das Siebengestirn.
Pleinpouvoir (spr. Plängpuwoahr), die Vollmacht, un-beschrankte Gewalt, Vollgemalt.
Plenarie, in der Rechtösprache, völlig, gänzlich, ;. B.etwas plenarie restiuiiren, etwas völlig oder gänzlichwiederherstellen, erstatten.
Plenilunium , der Vollmonde
Pleni potentiarius, gran;. Plenipotentiaire, der Be-vollmächtigte^ oder Großbcvollmachtigte; der mit Voll-macht versehene Abgeordnete , Gesandte.
Plenipotenz, die bevollmächtigte Gesandtschaft.
Pleno (in), in voller Versammlung. Der Rath ist inpleno versammelt, wenn der ganze Rath zusammen ist,kein Mitglied fehlt.
Pleonasmus, ein überflüssiger Ausdruck, wodurch eineund ebendieselbe Sache doppelt gesagt wird, z. B. einkalter Frost, eine nasse Nässe u. s. w. Kinderlinghat Wortfülle und Worthaufung, dafür gebildet. Alleinnicht jede Anhäufung oder Fülle der Wörter macht ei-nen Pleonasmus. Es gehört wesentlich zu dem Begrif-fe, daß der Ausdruck etwas ganz überflüssiges enthalte.Alfo vielleicht eine Ueberfülle, ein überfüllter Aus-druck. „Der Ausdruck ist überfüllt, hat etwas überfüll-tes, es ist eine Ueberfülle darin." Heynatz hat Wort-überfluß dafür gewählt. „Laßt sich der hierin steckendeWort-überfluß rechtfertigen?" Allein oft ist es nicht so-wol ein Wort, als vielmehr nur eine Silbe, welcheden Ausdruck zu einem überfüllten macht, wie §. B. inRück-erinncrung. Uebcrdas ist Wort-überfluß ein etwasunbehülflicher Ausdruck. In dem Antibarbarus ist auchcr auf den Ausdruck Ueberfülle verfallen ; und dis be-stärkt mich in meiner Meinung, daß dieser unter allender passendste sei.
Plethora, die Vollblütigkeit.
Pleuresie fspr. Plöresth),das Seitenstechen. Diese Deut-sche Benennung ist zwar weiter, als der Begriff, weiles Seitenstiche gibt, die keine Plenresie sind, nur vonBlähungen u. f. w. herrühren; allein diesem Fehler hatsie mit dem Grichischen Worte gemein, und wir sindschon gewohnt, das Bestimmtere hinzuzudenken.
Pleureuse (spr. Plörösc), ein Trauer-ausschlag; Trauer-bcsay, Trauersaum.
Pli, die Falte. „Die Seele nimmt gewöhnlich von derArt der Beschäftigung, welche etwas lange mit Aus-schließung der übrigen dauert, eine gewisse Falte an."Äbbt.
Pliea polonica, die Polische (nicht Polnische) Flechte,sonst auch der Wichtelzopf oder Judenzopf genannt;eine, besonders in Polen, nicht ungewöhnliche Krank-
heit, welche in einem starken und langen, flechtenmaßigdurcheinanderwachsenden Haarstrange besteht; welcherunnatürliche Haarwuchs, besonders wenn er durch Ab-schneiden gereizt wird, eine Schwächung des ganzen Kör-pers zur Folge hat. Die bekannte Geschichte des Sim-sons ließe sich durch diess Krankheit erklären.
Plombe, das Bleistegel, womit die Steuerbedienten durch-gehende Gefäße, Koffer, Packen u. s. w. versehen, da-mit sie nicht anders geöffnet werden können, als wennman sie durchsuchen lassen will. Kinderling hatBleizeichen dafür angesetzt; allein Bleistegel schien mirbestimmter zu fein.
Plombiren, mit dem Bleistegel versehen. Kinderling
. hat bleizeichnen dafür gebildet; allein das ist theils einunbehülfliches Zeitwort, weil man nicht wol: er hät esgebleizeichnet, sagen kann; theils könnte es auch miß-verstanden und für: mit Blei oder mit der Bleifederzeichnen, genommen werden. Zähne plombiren, heißt,hohle Zähne ausbleien oder mit Blei anfüllen.
Plume (spr. Plüme), auch Plumale (spr. Plümagc),die Hutfeder.
Pluralis, in der Sprachlehre, die Mehrzahl, entgegen-gesetzt der Einzahl, dem Siugulari. Vielzahl, welcheseinige dafür haben einführen wollen, paßt nicht so gut,indem der Pluralis sich zwar immer auf mehr als Ei-nen Gegenstand, aber nicht geradeaus viele bezieht»Zwei oder drei sind schon genug.
Pluralismus. Mit diesem Worte bezeichnet Kant diedem Egoismus entgegengesetzte Gesinnung. In Bezugauf die Vorschrift: Du sollst deinen Nächsten lieben,als dich selbst, kann man ebendenselben Begriff durchNächstenliebe ausdrucken; sonst auch durch Gemeinsinnund Gemcingeist.
Pluralität, die Mehrheit oder Stimmenmehrheit.
Plus, mehr. Ein Plus, etwas übriges, ein Ueberschuß.
Plusmacher, ein Mehrmacher. Es versteht sich Übrigensvon selbst, daß dieser Deutsche Ausdruck, so wie jenerhalblateinische selbst, nur in Scherz gebraucht werdenkann. Wir können aber auch von dem Zeitworte meh-ren das Sachwort Mehrcr oder Vermehre! ableiten.Das erste ist in dem kaiserlichen Titel: Mehrer desReichs, schon lange gebräuchlich gewesen. Mich wun-dert, daß die Sprachmenger nicht auch hier Plusma-cher des Reichs zu sagen beliebt haben.
Pneumatie, oder Pneumatologie, die Geisterlehre.
Pneumatisch, zur Geisterlehre gehörig; auch geistig.
Pocal, ein Deckelglas; auch Doppelglas, weil er auszwei Stücken, dem eigentlichen Trinkgcschirre und demerhabenen Deckel besteht, oder auch , weil er das Anse-hen zweier, verkehrt an einandergesetzter Gläser zu ha-ben pflegt. „Ihm entsank das Doppelglas." Stoll-berg. Unsere Vorfahren hatten Humpen dafür.
Poculiren, zechen. In der Schweiz hat man von Schop-pen das Zeitwort schöppeln.
Poda-