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2 (1808) F - Z
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161
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Pica

Phys

Physiogonie, die Naturgeschichte^ Kant. S. lssatnr-historie.

Physiographic, die Naturbeschreibung. S. hlaturhi-storle.

Physiologie. Die Alten gebrauchten dieses Wort gleich-bedeutend mit Phvsic, (Physica) , zur Bezeichnungderjenigen Wissenschaft, welche wir auf Deutsch die Na-turlehre nennen. Die Neuern hingegen gebrauchen dasWort gewöhnlich nur in bestimmterer Bedeutung fürNaturlehre der thierischen und Psianzenkörper inson--derheit. Ohne diesen Zusatz gebraucht, wird es von denAerzten in noch engerer Bedeutung genommen, und dieLehre von der Beschaffenheit und den Eigenschaften desMenschlichen Körpers, in seinem natürlichen Zustandebetrachtet, darunter verstanden. Für diese bestimmtereBedeutung hat Kinderling den Deutschen AusdruckMenschennaturlehre gebildet. In dem K a n t i fch e ttLehrgebäude, worin der besondern Wissenschaften so vie-le aufgeführt sind, als sich Grichische Benennungen da-für erfinden ließen, gibt es auch i. eine Physiologieder reinen Vernunft, 2. eine immanente oder physische,und 3 . eine transscendente oder hyperphysische Physio-logie. Hier ist die urkundliche Erklärung derselben:1. Die Physiologie oder Naturlehre der reinen Ver-nunft ist derjenige Theil der Metaphysie oder Lehre vomUebersinnlichen, welcher die Natur betrachtet; 2. diephysische Physiologie oder die natürliche Naturlehre er-streckt sich so weit,als die Erkenntniß der Natur ausreinen Begriffen a priori in der Erfahrung (in con-.creto) kann angewandt werden;" und Z. die trans-scendente, oder hyperphysische, d. i. übersinnliche undübernatürliche Nüturlehrc, solldie Naturlchre derje-nigen Verknüpfung der Gegenstände der Erfahrung sein,welche alle Erfahrung übersteigt."

Physionomie, die Gesichtsbildung. Ost können wirauch die Miene oder das Ansehen dafür setzen, wiewenn man im Scherz sagt: .die Physionomie des Bra-tens verspricht etwas.

Physisch- Dis Wort wird i.in Gegensatz mit hyper-physisch (übernatürlich) gebraucht; und da ist es un-ser natürlich; 2. in Gegensatz mit moralisch, sittlichund geistig, und Hier kann es bald durch körperlich,bald durch Verbindung des Worts Körper oder Naturmit demjenigen Gegenstände, dem das Beiwort phy-sisch zugesellt wird, verdeutscht werden, z. B. die kör-perliche Verfassung, die Körperbildung , die Natur-an-lage, die Körperwelt, in Gegensatz der Geisterwelt. Ostwird es Hier auch so gebraucht, daß es das Körperlicheund Geistige zugleich in sich faßt, und nur dem Sittli-chen entgegengesetzt wird; und dann kann es abermablsdurch natürlich gegeben werden. Wenn man z.B., wieneulich in der Berlinischen Monatsschrift geschah, dieHindostaner und Sinesen in Ansehung ihrer physi-. sehen und moralischen Eigenheiten vergleicht, so wirdL. Band.

üus dem einen Gesichtspunkte auf die natürlichen (kör- perlichen und geistigen) Anlagen und Eigenthümlichkei-ten dieser Völker, aus dem andern hingegen auf dieerworbene Ausbildung, die Gemüthsart, Kenntnisseund Sitten derselben, gesehen. Zuweilen paßt hier auchangebohren dafür. 3 . In Gegensatz mit metaphysisch(übersinnlich), und ist es unser Deutsches sinnlich.Die physische Liebe also, welche der platonischem(geistigen oder übersinnlichen) entgegengesetzt wird, istsinnliche oder thierische Liebe. 4, In sofern physisch(für physicalisch gebraucht) zur Physic oder Natur-lchre gehörig bedeutet, weiß ich nichts als naturlchrigdafür anzugeben. Sich. über das Beiwort lehrig denArtikel Aesthetisch.

Pia causä, ein frommer oder wohlthätiger Zweck. Ackpias causas, zu wohlthätigen Zwecken, zu mildenStiftungen, etwas geben, verwenden.

Pia desideria, fromme, oder unerreichbare Wünsche.

Piano, in der Tonkunst, gelinde, schwach. Planissimo,sehr oder äußerst gelinde. E sch e n b u r g.

Picant, Franz, piquant; im eigentlichen Sinne genom-men, prickelnd, reizend, scharf; jedoch wird das erstewol nur selten brauchbar sein. Der Senf gibt dieserTunke etwas prickelndes für den Gaurn, welches sieangenehm macht. Ich habe im Theophron starkrei-zend dafür gesagt:Weil ihre Geschmacksnerven durchden Genuß starkreizender Speisen und Getränke von ih-rer natürlichen Empfindlichkeit schon viel verloren ha-ben." Uncigentlich genommen, kann es bald gleichfallsdurch reizend und scharf, bald durch spitzig, stechend,beißend und anzüglich gegeben werden, wie wenn z.B. von picanten witzigen Einfällen die Rede ist. Mak-kense n hat atzend dafür gebraucht:Leider hält manes für Verfeinerung des Geschmacks, wenn man nurdurch etwas atzendes gereizt werden kann." Sieh. auchPiquiren. Das Wort prickeln, welches Ad. nur imgemeinen Leben brauchbar findet, hat Gölhe schon indie Schriftsprache eingeführt:

Meine Hände prickelten mir; ich kratzte die Tische,Trappelte stampfend herum, und nähe war mir

das Weinen.

Was ich selbst nicht wagte, dieses Work auch in Unei-gentlicher Bedeutung für picant vorzuschlagen, hakHepnatz zu thun kein Bedenken getragen:Ich sehenicht ein, warum man dis Wort nicht auch in über-tragenem Verstände gebrauchen und z. B. prickelnde Re-den, allenfalls auch Prickelei für Picanterie sagenkönne?" Myl i us, der Uebersetzer des Faschingskin«des, einer Französischen Gcfchichtsdichtung , hat diesenVorschlag verwirklichet, und prickelnde Zweideutigkei-ten gesagt.

Picanterie. So viel ich weiß, ist dieses Work kein Fran-zösisches, sondern gehört zu denen, mir welchen Deut-sche Freigebigkeit die Französische Sprache hat bereichern

X Und