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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
159
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Phil

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Phys

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schaft unterordnen lassen, Staatsforschung, Sprach-forschung." Aber was «un für philosophisch?

Ich selbst wage folgenden Vorschlag, den ich, derHauptsache nach, schon in der Preisschrift gethan habe:Die Philosophie hat es lediglich mit Vernunstwahr-heiten zu thun, die sie wissenschaftlich ergründet, entwi-ckelt und verbindet; sie ist also eine Vcrnunflwis-senschast. Dieser Name druckt die beiden wesentlichenMerkmahle aus, wodurch die Philosophie auf der einenSeite von der sinnlichen und geschichtlichen Erkenntniß,und auf der andern/von dem bloßen unwissenschaftlichenDenken sich unterscheidet, und scheint sie also hinläng-lich zu bezeichnen. Würde diese Benennung beliebt, sokönnte der Philosoph, jenachdem man ihn als stillenAnbauer jener Wissenschaft - oder als einen Lehrer der-, selben betrachtete, im ersten Falle Vernunftforschcr, imandern Verrunftlehrcr genannt wcvden. Dieser letzteName ist zwar schon für Logiker gebräuchlich: alleinich habe oben (unter h,ogiher) schon bemerkt, daß fürdiesen Denklehrer. eine angemessenere Benennung abge-ben würde. Weiser, oder wenn wir lieber mit Grichi-scher Bescheidenheit reden wollen, Weisheitsfreund,würde ngch wie vor den ausübenden Philosophen bezeich-nen. Für philosophisch würden wir, wenn das schonoft von tmir'.rtnpsohlcne lehrig (S. Aesthetisch) gang-barer gemacht würde, entweder vcrnunftlehrig, oderauch da, wo es nicht auf völlige Genauigkeit ankäme,mit Wo lf'en, vernünftig, oder auch vernunftmäßig,gründlich und grundwisscnschaftlich sagen können. Auchdenkend kann zuweilen für philosophisch, so wieDenker für Philosoph gelten:

Der denkende Künstler ist noch eins so viel werth.

Lessing.

Kant unterscheidet bei dem Worte Philbsoph den Schul-begriff von dem Weltbegriffe; nach jenem genommen,ist er ihm ein Vernunftkünstler, oder auch ein Forscherder Begrisse, ,wofür man denn mit Einem Worte Be>-griffssorscher sagen , und sein Geschäft (das Philosophi-ren) die Begriffsforschung nennen könnte. Nach die-sem, sagt er, ist. er ein Gesetzgeber der menschlichenVernunft, oderderjenige, welcher die Wissenschaftvon der Beziehung aller Erkenntniß auf die wesentlichenZwecke der menschlichen Vernunft versteht und lehrt"also ein Vernunftforscher oder Vernunftlehrer.Philosophaster, Da Denker für Philosoph gesagt wer-den kann, so könnte man den Philosophaster Denk-ler oder Afterdenker nennen. Sonst können wir auchder Afterweife dafür sagen:

Wo unsre Asterweisen

Ein falsches Licht verfuhrt. Wie land.

Vemünftler bezeichnet denjenigen, der auf eine kleinli-che Weise und zur Unzeit zu vernunften pflegt.Philosophie. S. Philosoph.

Philosophiren. Ost können wir denken, daS Wort inHöherem Sinne genommen, dafür gebrauchen. Ein den-kender Arzt, ein denkender Rechtsgelehrter. Da, wodieses uns nicht genüget, können wir es durch ein be-stimmendes Nebenwort verstärken: gründlich, Vernunft-mäßig, vernunstwiffenschaftlich odergrundwissenschaft-lich denken. Rochow hat das richtig gebildete, nuretwas harte Zeitwort vernunften versucht, welches zwarzunächst dem Ausdrucke raisoimiren antwortet; aberwenn es angenommen würde, auch füglich für philo-sophia» gebraucht werden konnte. Das Verkleinerungs-wort vernünfteln hatten wir schon.

Philosophisch. S. Philosoph..

Philtromanis, der durch einen Liebestrank verursachteWahnsinn. Man könnte eingetränkte Liebeswuth da-für sagen, wenn nicht die uneigentliche Bedeutung desWorts eintränken, da eS für empfinden lassen gebrauchtwird, fast bekannter wäre als die eigentliche, nach wel-cher es einflößen oder mit Getränk eingeben bedeutet.

Philtrum, der Liebestrank.

Phlegma. Im unejgenrlichen Sinne genommen, kann manes durch Unempfindlichkeit und Trägheit, mit demBeiworte natürliche, geben:Ob es jemahls Menschengab, die entweder aus natürlicher Trägheit, oder ausWeisheit, aller Sinnlichkeit abgestorben wären, weißich nicht." Theophron. Im eigentlichen Sinne ge-nommen, müßte man es wörtlich übersetzen, und Schlcim-blütigkeit dafür sagen. S. aber auch Temperament.

Phlegmatisch, im eigentlichen Sinne, schleimblütig, imuneigentlichen, unempfindlich und trage.

Phlogiston, der Brennstoff. In einer Preisfrage desBerlinischen Gelchrlenvereins (Academie) wird Koh-lenstoff dafür gebraucht:Der im gewöhnlichen anima- jlischen und vegetabilischen Dünger (Dünger auödem Thier- und Pflanzenreiche) enthaltene Kohlenstoff."

Phöbus, i. in der Fabellehre, ein Name des Apolls;2. in der Dichtersprache, die Sonne; 3. in der Spra-che der Kunstrichter, Schwulst oder bestimmter. Rede-schwulst, wie K ind erlin g es übersetzt hat.

Phoronomie, die reine GrößenleHre der Bewegungen;derjenige Theil der metaphysischen (übersinnlichen) Na-turwissenschast, welcher die Bewegung als ein reinesQuantum (eine reine Vielheit) nach feiner Zusammen-setzung, ohne alle Qualität (Beschaffenheit) des Beweg-lichen betrachtet." Kant. Man könnte Bewegungs-meßkunst dafür sagen.

Photometer, der Lichtmesser.

Phrase, eine Redensart.

Phreuesie, der Irrsinn, die Verrücktheit, die Raserei.

Phtisis, die Schwindsucht. Man sagt auch die Dürr-sucht und die Auszehrung.

Physic, die Naturlehre, Naturkunde. Das Wort Na-tur ist zwar auch fremd; aber trotz seiner undeutschenBetonung so allgemein in Gebrauch, und leider! bis

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