Phil
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menheiten aus, die wir sonst auch Eigendünkel (umourpropre) nennen. Kant überseht zwar das Wort Phl-lautie durch Selbstliebe, verbindet aber dennoch denBegriff damit, den wir sonst mit Eigenliebe zu bezeich-nen pflegen: „ein über alles gebendes Wohlwollen ge-gen sich selbst." Auch hat er das Grichische Wort an ei-nem andern Orte durch „die Gelbsucht der Selbstliebe"erklärt.
Philolog, ein Sprachgelehrter,Sprachkundiger, Sprach-forscher. Allein der -Sprachgebrauch hat den Begriff aufder einen Seite dahin beschrankt, daß wir dabei nuran die alten Sprachen zu denken pflegen; und auf derandern Seite ihn dahin ausgedehnt, daß er auch die ge-sammte Gelehrsamkeit, in Bezug auf die Alten, d. i.eine gründliche Kenntniß der Geschichte, Verfassungen,Gebrauche, Meinungen, Geisteserzcugnisse und Lebens-arten der Alten, zugleich mit einschließt. In dieser sobestimmten Bedeutung ließe sich das Wort vielleicht durchAltgelchrter verdeutschen. Zuweilen wird das bloße WortGelehrter, in bestimmterer Bedeutung genommen, fürPhilolog gebraucht.
Philologie, die Sprachkunde und die Sprachforschung«Aber freilich geben diese Deutschen Ausdrücke die Ncbcn-begriffe nicht mit an, die das Grichische Wort zwarauch nicht ausdruckt, die wir aber doch mit demselbenzu verbinden pflegen. Für diese vollere Bedeutung desWorts weiß ich nur den Ausdruck, alte Gelehrsamkeit,anzugeben. S. Philolog. H eynatz Hat Wortkundedafür gebraucht, so wie auch wortkundig für philolo-gisch. Allein das könnte verleiten, an bloße Wortkrä-merei dabei zudenken. Stiel er (genannt der Spaten)wollte WortweisHcit, nach Weltwcishcit gebildet, da-für einführen. Allein der Ausdruck Weisheit würde hieran unrechtem Orte stehen. In einigen Fällen könnteman Philologie vielleicht auch durch SprachtHum, sowie philologisch durch fprachthümlicl) verdeutschen.Sein Hauptfach ist das SprachtHum. Diese Anmerkunggehört ins Gebiet des Sprachthums.
Philologisch, sprachgclehrt, sprachkundig, und in Rück-sicht auf die damit verbundenen Ncbcnbcgriffe, - altgc-lehrt. S. Philologie. Oft kann man dieses Beiwortauch durch ZusamincnseHungcn mit Sprache umgehen,und z. B. Sprachkenntniffe oder Sprachgelchrsamkeit,für philologische sagen. Hcynatz hat wortkundig da-für gebraucht: „Die wortkundige Duldsamkeit." Siehemeinen Einwand dagegen unter Philologie. Zuweilenkönnte man auch sprackthümlich für philologisch sa-gen. SprachtHümliche Anmerkungen. SprachthümlicheKenntnisse. Aber auch gelehrt schlechtweg paßt oft dafür,so wie Gelehrsamkeit für Philologie
Philomele, eine dichterische Benennung der Nachtigall,weit, Ovids Verwandlungen zufolge, die Philomeleeinst in eine Nachtigall verwandelt wurde.
Philosoph« Die schon alten Deutschen Wörter.Weltweis»Heit und Weltwciscr Haben den doppelten Fehler, daßsie erstens der Sache nicht recht angemessen sind, indemdas Wort Welt, mit Weisheit und Weiser v.erbunden,eher den Begriff der Staatskunst oder Politic (die sichin Welthändeln klug zu nehmen weiß), als den der Phi-losophie bezeichnen könnte; und zweitens, daß sich nichtfüglich ein Bei- und Nebenwort für philosophisch da-von ableiten läßt. Auch Hat jede aus Weiser gebildeteBenennung die Unbequemlichkeit, daß man sie nicht oh-ne Anmaßung und Unbescheidenheit sich selbst beilegenkann. Weltweiser und Weltweisheit waren üherdas,wie schon andere bemerkt haben, ursprünglich wol nurvon Pfaffen erfundene Spottbenennungcn, wie Welt-mensch und Weltkind, die Lupientium hujus seculidamit zu bezeichnen; denn daß sie anfangs Waldweiserund Waldweisheit gelautet, und von der Gewohnheitder alten Deutschen, in Wäldern zu philosophircn, her-zuleiten sein sollen, ist eine bloße Vermuthung, die sichauf keine statthafte Gründe stützt; und die AdelungischeErklärung: „die Kenntniß der natürlichen Dinge in derWelt, wie und warum sie sind, und die Sammlungder dazu gehörigen Vernunftwahrheiten," weiset demAusdrucke Welt zwar eine nicht unpassende Beziehungan, allein man sieht es, wenn ich nicht irre, dem Er-künstelten dieser Erklärung, und den ihr beigefügten,nicht in dem Worte liegenden näheren Bestimmungen:„wie und warum sie sind, und, die Sammlung der da-zu gehörigen Vernunftwahrheiten," deutlich genug an,daß der erste Erfinder des Worts sie wol schwerlich inSinne gehabt haben könne.
Der Name Weiser paßt zwar für den ausübendenPhilosophen, aber nicht für den lehrenden; und wer könn-te, ohne zu erröthen, sich selbst einen Weisen nennen?
Cludius hat Forscher für Philosoph, Forschungfür Philosophie und forschen für philosophiren vor-geschlagen. S. Beiträge zur weit. Ausbild. der Deut-schen Sprache, V. 135. Allein diese Ausdrücke sindzu weit. Man kann forschen, ohne zu philosophiren.Ein anderes ist es mit den Zusammensetzungen, welcheeben dieser Schriftsteller, für die einzelnen philosophi-schen Wissenschaften und ihre Anbauer vorgeschlagen hat,weil in diesen der allgemeine Begriff forschen durch dasdamit verbundene Wort, welches die Zusammensetzungbilden hilft, näher bestimmt wird: „Nennet man denPhilosophen Forscher, so ist er bald Vernunftforschcr(kritischer Philosoph), bald Naturforscher (Physiker),bald Forscher im Uebersinnlichen (Metaphysiker), baldTugcndforscher (Moralist), bald Staatssorscher (Poli-tiker), bald Körperforschcr (Physiologe), bald Seelen-forscher (Psychologe), bald Sprachforscher(Phylologe).Dann kann man die Theile der Philosophie bequem be-zeichnen mit Vernunftforschung, Naturforschung t wel-cher sich Naturkunde, Naturlehre und Narurwissen-
fchast