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che thut, die nicht geradezu unvernünftig oder abge-schmackt sind, sollte gehört, nicht verlacht werden, amwenigsten von einem Ad e lu ng. — Haarhaube ist frei-lich des doppelten Hauchcrs und der auf einander fol^genden aa und au wegen, schwer auszusprechen undübclklingend, Haarmütze aber, wegen der Niedrigkeitdes Worts Muße zur Benennung eines Putzkleidungs-siückes nicht edel genug: allein etwas ungereimtes undlächerliches kann ich weder an dem einen, noch an demandern bemerken.
H e yir atz sagt: „etwas anständiger (als Haarmützeund Haarhaubc) würde Haarkappe, nach dem Beispie-le einiger Holländer, sein." Andere, z. B. ein Unge-nannter im Modejournal, haben auch Haarlüge dafürversucht; ein Ausdruck, der nur in scherzhaftem Zusam-menhange brauchbar ist.
Affsprung will Perrücke für ein Deutsches Wortgehalten wissen. Hier sind die Gründe dieses philoso-phischen Sprachforschers: „Perücke, muß um so mehrbeibehalten werden, da das Zeitwort berücken, tau-schen, hintergehen, davon gebildet ist; (warum nicht,wenn eins sein sollte, was ich jedoch bezweifle, vicl-. mehr umgekehrt, jenes von diesem?) geradeso, wie vondem Grichischcn Psrce-cu, Perücke, das Zeitwort cpsvx-xiga , betrügen, gebildet wurde. (Warum nicht abcr-mahls vielmehr umgekehrt, das Sachwort von dem Zeit-worte ?) Vielleicht stammt bis Wort auch von bar, bloß,her; eine Vermuthung, die allenfalls daher entstehenkönnte, daß man in einigen legenden Barücke, stattPerrücke, hört." Dieser letzten Vermuthung fehlt es analler Wahrscheinlichkeit.
Perversität, die Verkehrtheit. „Die Verkehrtheit desmenschlichen Herzens." Kant.
Pervertireu, verkehren, verführen.
Pervestigiren, erforschen, ausspüren.
Pesaut, schwer, schwerfällig. Göthe hat auch schwer-löthig dafür. „Der schwerlöthige Krieger," nämlich Go-liath. Loth bedeutet auch Gewicht. Schotte! hatschwcrwichtig dafür. Für schwer am Leibe hat Lava-ter schwcrleibig, auch die Schwerleibigkcit gesagt.
Pestilenz, die Pest.
Pestilenzialisch, 1. für: der Pest ähnlich, pest-artig,oder pest-ahnlich, z. B. eine solche Seuche; 2. für: derPest ausgesetzt, pesthaft, z. B. eine solche Gegend, d.i.eine, in welcher die Pest oder pest-artige Krankheiten zuwüthen pflegen. „Weil Domingo, sowie das pesthafteBatavia, für ein offenes Grab gehalten wird." NeueHamb. Zeitung. Z. Für: die. Pest verursachend, z. B.dergleichen Ausdünstungen. In dieser Bedeutung genom-men, könnte es durch pestisch verdeutscht werden, wel-ches H c y n atz für pestilenzialisch überhaupt vorschlägt.
Petarde, in der Geschützkunst, ei» Sprengstück, Thor-brecher.
Petilliren (fpr. pctilljircn), wird zunächst vom Weine ge-sagt , wenn er beim Einschenken Bläschen auswirft undschäumt. Wir sagen perlen dafür. Der Wein perlt.Im N. D. hat man auch das guie Wort krimen dafür,wovon auch das Beiwort krimig üblich ist. Das Bierkrimt; der Wein ist krimig; es ist ein krimiger (hitzi-ger), leicht aufzubringender Gast. S. Brcm. Wörrerb.Frisch und Adclun g haben es krimmen geschrieben,welches aber der N. D. Aussprache zuwider äst. Unei-gentlich wird petilliren auch von dem Funkeln lebhaf-ter Augen, und von dem Sprühen eines muthwilligenWitzes gesagt. Petillanr (spr. petilljang), perlend, kri-mig, funkelnd, sprühend, aufbrausend.
Petit-rnaitre (spr. Petimäter). Die wörtliche Übersetzungdurch Kleinmeistcr, welche man dafür hat einführen wol-len, war eine schlechte Verdeutschung, weil Naltre-Hiernicht in der Bedeutung Meister, sondern in der Bedeu-tung Herr genom.men wird. Richtiger würde man daherKleinhcrr, oder auch Schönhcrrchen und Süßherrchen,so wie kleinherrisch für petitmetrisch, sagen. Klein-Meister erinnert den Kenner der Kunstgeschichte an je-ne altern Kupferstecher und Holzschneider des XV. undXVI. Jahrhunderts, die, weil sie meistenthcils nur klei-ne Stücke verfertigten, petits maitres, kleine Meister,genannt wurden. Zu den vorzüglichsten dieser Klein-meister gehörten Albrecht Altorfer, Job st Am-mann, und Tobias Stimmer. Heynatz, wel-cher (im Antibarb.) das von mir vorgeschlagene Klein-Herr billiget, fügt die Frage hinzu: „Aber was setzen
wir nun für Klcinmeisterei? und was für kleinmei-stern?" Ich antwortete: für das letzte können wir füg-lich den Kleinherrn spielen oder das Schünherrchen ma-chen, sagen. Für das erste kann man von Kleinhcrrfreilich kein Sachwort ableiten; aber es gibt ja auchkeine dergleichen von Petit-maitre. Die altdeutschenAusdrücke Schinückebold und Hageprunk sind gänzlichveraltet; aber doch auch neuerlich von dem Versass, derSagen der Vorzeit wieder hervorgezogen worden.
Petition, Lat. Petitum, das Gesuch, die Bitte. .
Petitorium, in der Rechtssprache, eine Begchrungs-oderAnspruchsklage, wobei man in den Besitz eines Eigen-thums gesetzt zu werden verlangt. Ske steht der Pos-sessorieuklage entgegen, wobei man indem Besitze ei-nes Eigenthums erhalten und geschützt zu weiden bittet.
Petitum. S. Petition.
Petrefacten, Lat. Petrefacta, Versteinerungen. InRoths gemeinnützigem Lexicon ist es durch Stein-wuchs, Steinwüchse, verdeutscht worden.
Petrilieation, die Versteinerung, und die Versteinung.S. das folgende.
Petri fteirt,' versteinert. Wir haben versteinen und ver-steinern. Nach A d. bedeuten beide in Stein verwan-deln; allein dis ist, wenn wir die Sprach'ähulichkeitzu Rathe ziehen, nicht gegründet. Denn so wie vergol-den,